Chinesisches Neujahr 2019: Das Jahr des Schweins bringt Ruhe und Optimismus

Jahr des SchweinsAm 5. Februar 2019 ist es so weit: Dann löst das chinesische Tierkreiszeichen „Schwein“ den „Hund“ ab. Nach den vergangenenen turbulenten Zeiten können wir uns (endlich) wieder auf eine Phase der Einkehr freuen. Als zwölftes und letztes Tier im chinesischen Horoskop sorgt es für Glück, innere Ruhe und Optimismus. Herzlich willkommen, liebes Schwein!

Im Schweine-Jahr heißt es, Begonnenes abzuschließen und in Ruhe Neues für die persönliche Zukunft zu planen. Persönliche Beziehungen, Familie und soziales Engagement sind nun mehr besonders gefragt. Das Schwein ruft dazu auf, das Vergangene zu betrachten und im Rückblick wertzuschätzen, was alles erreicht wurde. Das von Natur aus fröhliche, lebensbejahende Schwein hilft uns dabei mit seinem unerschütterlichen Optimismus und seinem Hang zum Genießen. Durch sein Bedürfnis nach Luxus ist Geld auch nicht lange bei ihm aufgehoben – lieber gibt er es  mit seiner Großzügigkeit aus. Für Affe, Hahn, Ziege und Tiger sieht es positiv aus in Sachen Beruf und Finanzen. Das Schwein hat einen besonderen Charakter: Es ist eher altmodisch, sanftmütig, treu und auch gerne gesellig. Mit seinem Humor steckt es seine Mitmenschen an. Nichtsdestotrotz hat das männliche Schwein auch eine aggresive Seite, die ab und zu hervortritt. Zu seinen negativen Eigenschaften zählen Müßiggang, Naivität und Eifersucht.

Zu den Prominenten mit dem Tierkreiszeichen Schwein zählen Elton John, Humphrey Bogard, Loriot, Arnold Schwarzenegger, Erich Kästner und Ronald Reagan. Wer im Zeichen des Schweins geboren ist, sollte 2019 einen Gang zurückschalten und sich lang gehegte Wünsche erfüllen. Übrigens ein gutes Motto, dem sich auch alle anderen in diesem Jahr widmen sollten.

Das Schwein versteht sich gut mit dem Büffel, der Ziege, dem Affen und dem Hahn. Tiger, Schlange und Ratte sind nicht seine besten Kumpanen.

Die 12 chinesischen Tierkreiszeichen:
Ratte, Büffel, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund, Schwein

Das Jahr des Schweins endet am 24. Januar 2020, ihm folgt die Ratte.

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Chinas Weg zur Weltmacht – Chance oder Gefahr?

Foto: M. Schneider

Chinas wirtschaftliches Wachstum und seine Ambitionen, in den kommenden Jahrzehnten zum einflussreichsten Global Player aufzusteigen, werden in den westlichen Medien nicht nur wohlwollend, sondern auch mit Angst betrachtet. Überholt China die USA und Europa in puncto Digitalisierung, Klimaschutz, Künstliche Intelligenz (KI) und Industrie? Kann der Westen durch gemeinsame Unternehmensprojekte ebenfalls profitieren oder besteht die Gefahr eines einseitigen Wissenstransfers zum Vorteil der Chinesen?

Zu dieser Thematik habe ich euch einige aktuelle Medienbeiträge zusammengestellt, die sich genau mit diesen Fragen beschäftigen und einen guten Überblick darüber geben, welche Strategien China entwickelt, um an die Spitze der Weltwirtschaft zu gelangen.

https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/weltmacht-china/-/id=660374/did=22411536/nid=660374/16hlupg/index.html

https://www.welt.de/politik/ausland/article185178440/Steinmeier-in-China-Was-hier-geschieht-veraendert-die-ganze-Welt.html

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/der-aufstieg-chinas-zur-wirtschaftlichen-weltmacht-15671418.html

https://www.zeit.de/2018/16/handelsstreit-weltwirtschaft-usa-china-strafzoelle-donald-trump

https://www.deutschlandfunk.de/china-das-projekt-weltmacht.724.de.html?dram:article_id=408059

https://www.deutschlandfunkkultur.de/asien-gipfel-in-bruessel-chinas-traum-ist-eine-weltmacht-zu.1008.de.html?dram:article_id=430953

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/erneuerbare-energien-wie-china-beim-gruenen-strom-zur-weltmacht-werden-will/22883470.html

https://www.arte.tv/de/videos/072496-010-A/re-schluss-mit-made-in-germany/

https://www.phoenix.de/sendungen/dokumentationen/mein-ausland/china—der-digitale-drache-a-282697.html

https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-hungriger-drache-100.html

Buchtipp: Im Bann des Drachens – Das westliche Ringen mit dem Aufstieg Chinas

Cover Im Bann des Drachens, FAZChinas wirtschaftlicher Aufschwung ist aus ökonomischen, sicherheits- und geopolitischen Aspekten eine große Herausforderung für den Westen. Welche Rolle wird China für Deutschland, Europa und global in Zukunft spielen? Bedeutender Handels- und Technologiepartner, Verbündeter im Klima- und Umweltschutz oder Konkurrent mit agressiver Industriepolitik?

Das neue Buch „Im Bann des Drachens. Das westliche Ringen mit dem Aufstieg Chinas“ (Frankfurter Allgemeine Buch) analysiert das westliche Dilemma zwischen Kooperation und Konkurrenz mit dem chinesischen „Drachen“, der aufstrebenden Wirtschaftsnation China.

Das Buch „Im Bann des Drachen“ beschreibt die Hintergründe, Strategien und Bestrebungen Chinas zur führenden Wirtschaftsmacht und die daraus resultierenden Konsequenzen für den Westen. Thematisch knüpft es an die FAZ-Publikation „Chinas neue Seidenstraße“, schlägt aber einen weitaus größeren Bogen, der die Weltwirtschaftsordnung, die westliche Wirtschaftsstrategie und Krise des Westens mit einbezieht. Die Autoren Hartmann, Maennig und Stock erläutern das chinesische Wachstumsmodell und die damit implizierten sicherheitspolitischen Konflikte und Möglichkeiten eines friedlichen Managements. Aus westlicher Sicht gebe es abe viele Probleme in den Wirtschaftsbeziehungen zu China, insbesondere der Zwang zu Gemeinschaftsunternehmen (joint ventures) mit chinesischen Unternehmen, der Technologietransfer oder die Staatssubventionen Chinas.

Außerdem werden die unterschiedlichen kulturellen Backgrounds und Weltsichten von China und dem Westen thematisiert. „Chinas Neuorientierung in der Wertediskussion geht in eine eigenständige Richtung ohne einseitige Ausrichtung an westlichen Werten“, stellen die Autoren fest. Die Bestrebungen einer „friedlichen Evolution“, um die sich die damalige Regierung Clinton bemühte, um das kommunistische China in eine demokratische Form zu überführen, wurden enttäuscht. „Reform und ‚Liberalisierung‘ Chinas werden sich auch in Zukunft nicht zwingend auf der vom Westen erwarteten und erhofften Linie vollziehen“, so die Einschätzung der Autoren. China setze im Gegenzug auf eine kulturelle „Soft-Power“-Strategie, die auf den Machteinfluss durch kulturelle Werte abzielt. Durch Kulturattraktivität, die Aktivitäten der Konfuzius-Institute weltweit oder zukünftige Erfolge im Hochleistungssport soll diese gefestigt werden.

Mein Fazit: Ein komplexes, tiefgründiges Buch für China-Interessierte, China-Kenner und Wirtschaftsexperten. Wer den wirtschaftlichen Wandel in China und die Zusammenhänge der globalen Beziehungen besser verstehen will, sollte „Im Bann des Drachens“ lesen. Das Werk zeichnet ein komplexes Bild Chinas als aufstrebende Wirtschaftsnation, die zwischen Tradition und Fortschritt ihren eigenen Weg zur globalen Führungsmacht beschreitet. In den nächsten Jahrzehnten wird sich zeigen, wer beim Ringen mit dem Drachen letzlich die Oberhand behält.

Wolf. D. Hartmann, Wolfgang Maeenig, Walter Stock: „Im Bann des Drachens: Das westliche Ringen mit dem Aufstieg Chinas“, Frankfurter Allgemeine Buch Verlag, Oktober 2018


Lotus und chinesische Stachelbeere: China im Botanischen Garten Berlin

Botanischer Garten Berlin

Ein Ausflug in den Botanischen Garten in Berlin-Dahlem ist wie eine kleine Weltreise: Pflanzenliebhaber und Naturbegeisterte können 20.000 Pflanzenarten aus allen Herren Ländern in den riesigen Gewächshäusern oder in der weitläufigen Außenanlage bestaunen. Beeindruckend sind die meterhohen Kakteen, die farbenprächtigen Orchideen, die asiatischen Gehölze, der tropische Regenwald, der Himalayahügel oder die vielen Obstbäume und Heilpflanzen.

Japanischer Pavillon in der Nähe vom chinesischen Teich

Gewächse aus China und Japan finden sich in der Außenanlage rund um den chinesischen Teich und – etwas abseits gelegen – wo der japanische Pavillon steht. „Fundstücke“ aus China gibt es an vielen Stellen zu entdecken, von der Lotusblume im Gewächshaus über den chinesischen Wacholder am Hügel bis hin zum chinesischen Gurkenbaum.

Der Botanische Garten gehört als zentrale Einrichtung zur Freien Universität Berlin und dient nicht nur als Erholungs- und Erlebnisort, sondern vor allen Dingen zur Erforschung, Dokumentation und Erhaltung der pflanzlichen Vielfalt. Um das ganze Gelände zu erkunden, braucht man schon mindestens drei bis vier Stunden. Tickets kosten 6 Euro, ermäßigt 3 Euro. Meine Empfehlung für alle Berliner und Nicht-Berliner, die auch mal einen Ginkgo oder eine chinesische Stachelbeere (Kiwi) am Strauch sehen wollen: nächste Station Botanischer Garten Berlin.

Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin
Freie Universität Berlin
Königin-Luise-Straße 6-8
14195 Berlin
Der Bus 101 hält direkt am Eingang Dahlem.

https://www.bgbm.org/

Seerosen und Lotusblumen

Chinesischer Gurkenbaum

Die chinesische Stachelbeere ist hierzulande als Kiwi bekannt.

Der Gingko ist ein in China beheimateter Baum, deren Samen essbar sind. Der Baum kann sehr hoch und alt werden und gehört zu den heiligen Tempelbäumen.

Buchtipp: Der Weg beginnt unter deinen Füßen – Zen für das moderne Leben

Wie finde ich die innere Mitte und lerne Meditation? Das neue Buch „Der Weg beginnt unter deinen Füßen – Zen für das moderne Leben“ von Jeff Shore, erschienen im O.W. Barth Verlag, gibt Praktizierenden einen analytischen Einblick in die Praxis des Zen.

Gleich zu Beginn stellt der amerikanische Zen-Meister Jeff Shore die Sitzmeditation „Zazen“ vor. Es ist der Weg zum Eins-Sein, wie er es nennt. Ganz bei sich zu sein mit dem Ziel, ohne aufwühlende Gedanken und Bewertungen der Dinge, die die Umgebung ausmachen. Erst dadurch entsteht ein Zustand der Ruhe und Klarheit, durch den man Erkenntnis gewinnt. Wie beispielsweise bei einem Notfall, bei dem die Gedanken ausgeschaltet sind und man handelt, ohne zu denken. Die Meditation im Sitzen lässt sich laut Autor auch im Alltag anwenden, auch ohne ruhige Umgebung oder einer sitzenden Position. Jeder kann jederzeit innehalten und sogar buddhistische Fragen zur Lösung seiner Alltagprobleme heranziehen.

Atemübungen im Lotussitz

Während des Atmens  wird von eins bis zehn gezählt oder nur mit der Fokussierung auf die eins. Diese scheinbar simple Übung hat es dann doch in sich. Schließlich soll man sich von nichts ablenken lassen und ganz bei sich sein. Der zerstreute Geist soll leer werden und dies ermöglicht dann den Weg zur Erleuchtung. Bis einem deutlich wird, dass alles, was man braucht, eigentlich in einem selbst steckt. Denn eigentlich, so die Konsequenz, ist jeder ein Buddha, denn Buddha heißt nicht „der“ Erleuchtete, sondern ein Mensch, der erleuchtet ist.

Es gilt, das Miss-Behagen zu erkennen und aufzulösen, die Ursprünge der Dinge zu erfassen und negative Gefühle umzuwandeln. So weit die Theorie. Shore belässt es aber nicht dabei. Er erklärt Zen in der Praxis, er gibt viele Tipps und nennt als Beispiele viele Zen-Geschichten und buddhistische Lehrtexte und Anekdoten, die er anschließend ausführlich analysiert und interpretiert. Dabei lässt er dem Leser aber auch durch offene Fragen genügend Raum für eigene Interpretationen. Denn ein Zen-Lehrer sollte nicht belehren, wie Shore meint. Erleuchtung ist eine Erfahrung, die jeder aus sich selbst erlernt.

„Stellt sich doch ein Gedanke ein, nehmt ihn war. Sobald ihr ihn wahrnehmt, verflüchtigt er sich. Irgendwann sind die Bedingungen vergessen, und alles ist auf natürliche Weise geeint. Das ist das Wesen von Zazen“, so Shore über eine Meditationsweisheit.

Buddhistische Lehre im Alltag

Shore zieht immer wieder den Bezug zur modernen Lebenswelt. Ist der Chef das Problem oder bin ich es selbst? Für gegensätzliche Pole wie Stress und Langeweile nimmt er das Bild einer Wippe zur Hilfe. Der Mensch bewege sich auf dieser Wippe stets hin und her, denn nichts sei beständig, sondern immer im Wandel. Auch Emotionen. Gefühle wie Hass oder Schmerz sollen in ihr Gegenteil umgewandelt werden. Gegen Hass helfen Mitgefühl und liebende Güte. Wenn der Hass erloschen ist, kann man wieder klar und ruhig denken und handeln. Man soll die Dinge durchschauen, den Ursprungskern erkennen und damit die Realität. Im Buddhismus soll man sich auch an nichts klammern, wie z.B. Besitz. Die Vorstellung, dass man etwas besitze und es nicht loslassen kann, führe nur zu Schmerz.

Mein Fazit: Das Buch gibt Menschen, die bereits Erfahrungen mit Meditation haben, viele nützliche Hintergrundinformationen und Erklärungen an die Hand. Es eignet sich nicht für Anfänger, sondern eher für Kenner der Materie. „Der Weg beginnt unter deinen Füßen“ ist ein philosophisches Buch über die moderne Zen-Praxis und überzeugt durch den persönlichen Erfahrungsschatz des Autors.

Jeff Shore hat Religion und Philosophie studiert, ist Professor an einer buddhistischen Universität in Kyoto und Zen-Meister.

Jeff Shore: „Der Weg beginnt unter deinen Füßen. Zen für das moderne eben“, O.W. Barth (Verlagsgruppe Droemer Knaur), 2018

 

 

Hongkong vs. China: Was Hongkonger über Festlandchinesen denken

Hongkong ist seit 1997 Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China, unterscheidet sich aber in vielen Aspekten vom Festland. Was denken die Hongkonger über die Festlandchinesen, die Aktivitäten der chinesischen Regierung und die Zukunft von Hongkong?

In Hongkong gibt es Meinungs- und Pressefreiheit, Rechtsstaatlichkeit, Versammlungsfreiheit, unzensierten Zugang zum Internet, eigene Gesetze, Zölle, Währung und ein freies Wirtschaftssystem. Das Prinzip „Ein Land – zwei Systeme“ wird aber immer stärker durch den Einfluss Pekings untergraben, beispielsweise, wenn es um den Umgang mit der Pressefreiheit geht ( Deutschlandfunk, 14.08.2018., „Pressefreiheit in Hongkong. Die Festlandisierung geht weiter„).

Viele Hongkonger empfinden sich selbst weniger als „Chinesen“, sondern eher als „Hongkonger“ mit einer eigenen Kultur, die natürlich auch durch die britische Kolonialzeit westlich geprägt ist. Besonders die junge Generation fürchtet den Verlust von Freiheit und Grundrechten, wenn Hongkong seine Autonomie 2047 verlieren wird.

Im Folgenden findet ihr einige Videos, die die Unterschiede zwischen Hongkong und China deutlich machen, und außerdem ein paar Interviews mit Hongkongern, die sich zu ihrem Verhältnis zu den Festlandchinesen und ihre eigene Identität äußern. (Fotos oben: Awai Cheung, M. Schneider)

 

 

Buchtipp: Chinas neue Seidenstraße

Chinas neue SeidenstraßeDie „neue Seidenstraße“ gilt als das Großprojekt Chinas. Im Zuge des US-Protektionismus ist die „One Belt One Road“- (OBOR) oder auch „New Silk Road“-Initiative (NSR) zentraler Bestandteil einer Neuorientierung Chinas zum freien Welthandel.  Welche Chancen und Risiken gehen mit dem Programm einher für die EU und Deutschland? Das Buch „Chinas neue Seidenstraße“, erschienen im Frankfurter Allgemeine Buch Verlag, analysiert Chinas aktuelles geopolitisches Handeln und zeichnet das Bild einer Nation im Wandel.

Das Projekt „neue Seidenstraße“ ist in Anlehnung an die alte Seidenstraße eine Initiative des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping im Jahr 2013. Im Vordergrund stehen der wirtschaftliche Austausch zwischen Asien und Europa, Investitionen und gemeinsame Krisenbefriedung. Dabei spielen verschiedene Kriterien eine Rolle: Kooperation statt Konfrontation, Entwicklungsförderung der Schwellenländer, Harmonie durch die Schaffung eines internationales Gleichgewichts und ein friedvolles Miteinander, Ausbau der Infrastruktur, Schaffung von Industriekorridoren, Innovationshubs, Energienetze  und Kommunikationsnetze.

Im Zentrum steht ein Investitionsprogramm Chinas, das insbesondere von Europa mit Skepsis betrachtet wird, wenn nicht gar mit Furcht. Nicht zuletzt wegen beunruhigender Medienberichte über den Ankauf von Industrieunternehmen oder dem illegalen Transfer von Hightech-Knowhow.  China will führend werden in Schlüsseltechnologien wie beispielsweise der Robotik, Digitalisierung oder E-Mobilität. Präsident Xi gab in einer Rede zu bedenken, dass es unmöglich sei, den „Austausch von Kapital, Technologien, Gütern und Arbeitern zu stoppen.“ Protektionismus verglich er als einen dunklen Raum, in dem man sich einschließe. „Wind und Regen bleiben vielleicht draußen. Licht und Luft aber auch.“ Kooperation statt Isolation lautet das Motto. Aber ist dies auch der Anfang einer neuen globalen Weltordnung mit China an der Spitze?

Im Buch werden verschiedene OBOR-Projektbeispiele erläutert, ebenso die strategische Neuausrichtung von Branchen, die chinesische Innovationsstrategie und die Chancen für Europa und andere Staaten. Berichtet wird außerdem über den angestrebten Imagewandel Chinas, die Herausforderungen des freien Unternehmertums, die Problematik des Umweltschutzes und der Dekarboninsierung. Außerdem erfährt der Leser viel Wissenswertes über die alten und neuen Handelsrouten. Bei dem aktuellen OBOR-Projekt handelt es sich nämlich nicht um einen einzigen Handelsweg, sondern um zwei Hauptrouten: auf der einen Seite den Landweg über Zentralasien, Iran, Türkei, Moskau nach Europa, auf der anderen Seite die maritime Seidenstraße als Verbindung zu den südasiatischen Nationen.  Auch die historische „Seidenstraße“ – ein Begriff, der von Baron Ferdinand von Richthofen erst im Jahr 1877 geprägt wurde –  bestand eigentlich aus einem Netz aus vielen Handelswegen. Hier wurden neben der wertvollen Seide auch Porzellan, Gewürze und andere Kulturgüter transportiert.

Wer sich umfassend über die Hintergründe und Perspektiven dieses einzigartigen Jahrundertprojekts „neue Seidenstraße“ informieren will, erhält mit dieser Fachlektüre eine umfangreiche Analyse, die die aktuellen Änderungsprozesse im globalen Welthandel detail- und faktenreich aufzeigt. Ein Standardbuch für all jene, die Chinas Bestrebungen und seine neue internationale Rolle besser verstehen wollen.

Wolf D. Hartmann, Wolfgang Maennig, Run Wang: „Chinas neue Seidenstraße. Kooperation statt Isolation – Der Rollentausch im Welthandel“, Frankfurter Allgemeine Buch, 2. Aufl. 2018

Buchtipp: Natürliche Selbstheilung durch Akupressur

CoverNatürliche Selbstheilung durch AkupressurReiseübelkeit, Magenschmerzen oder Schnupfen? Wer keine Medikamente zur Hand hat, kann durch Selbstmassage oder Fingerdruck – sprich Akupressur – erste Abhilfe leisten. Wie das funktioniert und welche Alltagsbeschwerden auf sanfte Weise geheilt werden können, verrät das aktuelle Buch „Natürliche Selbstheilung durch Akupressur“ von Laurent Turlin, erschienen im Verlag Ullmann Medien. Ich starte einen Selbstversuch.

Sich selbst heilen und gesund bleiben – so lautet der Untertitel des Buchs „Natürliche Selbstheilung durch Akupressur“ von Autor Laurent Turlin, Heilpraktiker für Traditionelle Chinesische Medizin und Akupunkteur. Unter Akupressur versteht man die manuelle Reizung von Energie- und Akupunkturpunkten im Körper. 50 Beschwerden lassen sich laut Autor mit nur zwölf Haupt-Akupressurpunkten behandeln.

Erkrankungen wie beispielsweise Blähungen, Kopfschmerzen oder Schiefhals können mithilfe der Akupressur geheilt oder gelindert werden. Turlin beschreibt die jeweiligen Akupressurpunkte, die zur Bekämpfung der Beschwerden beitragen. Ein Pluspunkt: die 200 Fotos, die die genauen Positionen der Akupressurpunkte illustrieren. Der Leser erfährt auf diese Weise sehr anschaulich, an welcher Stelle er massieren oder drücken muss und ebenso für welche Dauer. Empfohlen wird meistens eine Anwendung von insgesamt zehn Minuten. Hierbei werden zwei oder drei Akupressurpunkte nacheinander und im Seitenwechsel massiert oder erwärmt. Der Druckpunkt Du26 („Mitte des Menschen“ oder „der Notfall-Punkt“) liegt unterhalb der Nase und hilft unter anderem, wieder zu Bewusstsein zu kommen oder auch gegen eine laufende Nase. Und der Pe6 („das innere Tor“), der zwei Finger breit unter dem Handgelenk lokalisiert ist, löst Blockaden, lindert Übelkeit, reguliert den Blutdruck und soll auch gegen Schluckauf Wirkung zeigen.

Theorie allein ist unnütz, wie es in der chinesischen Medizin heißt. Wie sieht es in der Praxis aus? Wie es der Zufall will, fühle ich mich seit dem Morgen etwas unwohl. Also blättere ich nach und wende zwei Druckpunkte an, die mir empfohlen werden, wenn man mit der Milz Probleme hat. Ich massiere zunächst den Akupunkturpunkt oberhalb des Knöchels und dann unterhalb des Knies, jeweils auf beiden Seiten. Tatsächlich spüre ich schon während der Akupressur ein leichtes Gefühl der Besserung, eine lösende, innere Entspannung. Um sich von der Wirkung der Akupressur zu überzeugen, sollte es jeder einmal selbst ausprobieren. Schaden kann es nicht, zumal keine Nebenwirkungen dieser Methode bekannt sind.

Mein Fazit: Das Wohlbefinden liegt durchaus in der eigenen Hand. Akupressur kann für unerschiedliche Beschwerden zum Einsatz kommen und ist leicht im Alltag anzuwenden. Das Buch liefert hilfreiche Informationen zur Anwendung. Darüber hinaus gibt es viele Extratipps zum zusätzlichen Gebrauch von ätherischen Ölen oder Hinweise zu Varianten mit dem heißen Moxa-Stift. Infoboxen zur Traditionellen Chinesischen Medizin geben Auskunft, was es mit den Leitbahnen im Körper (Meridianen) auf sich hat und welche Blockaden für die diversen Beschwerden verantwortlich zeichnen. Das Buch überzeugt durch kompakte Informationen zur Akupressur, eine gelungene Bebilderung und ein ansprechendes Layout. Für mich daher beide Daumen hoch!

Laurent Turlin: Natürliche Selbstheilung durch Akupressur, Ullmann Medien, 2018