Anpfiff: China will führende Rolle im Fußball spielen

Die Bälle rollen wieder: Die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland ist gestartet und Spieler aus aller Herren Länder kämpfen um den Pokal – nur Chinas Nationalmannschaft hat es erneut verpasst, sich zu qualifizieren. Die chinesische Regierung will mit einem Aktionsprogramm den Durchbruch erreichen, um China auch im Fußball an die Spitze zu bringen.

China will zukünftig auch beim Fußball eine führende Rolle spielen. Staatspräsident Xi Jingping hat große Ziele: China soll Gastgeber einer Fußball-WM werden, bis 2050 den Weltmeistertitel besitzen und die Wiederbelebung des Fußballs im Land einführen. Von einer WM im eigenen Land träumt Xi, der selbst als Schüler Fußball spielte, schon seit 2011. Im März 2015 folgte dann das China-School-Football-Program (CSF). Der chinesische Fußballverband forciert den Aufbau von Fußballschulen. Warum auch nicht, schließlich ist China Erfinder des Fußballs. Die Vorgängerversion des heutigen Fußballspiels heißt Cuju („Ball mit dem Fuß spielen“) und wurde mit Lederball und einem Tor in luftiger Höhe gespielt.

Um die ambitionierten Ziele im Fußball zu erreichen, muss sich einiges ändern. China benötigt mehr Fußball-Know-how, eine bessere Infrastruktur sowie sportlichen Nachwuchs für die noch stiefmütterlich behandelte sportliche Mannschaftsdisziplin. Die Nationalmannschaft liegt laut Fifa-Weltrangliste derzeit nur auf Platz 75 (Juni 2018). Da ist noch Luft nach oben. In der Bevölkerung spielt Fußball traditionell keine Rolle. Die Chinesen sind vielmehr in anderen Sportarten erfolgreich wie beispielsweise Tischtennis oder Turnen. Die chinesische Regierung will durch Förderung und umfangreiche Baumaßnahmen den Fußball in der chinesischen Gesellschaft etablieren.

Chinas neue Fußball-Strategie:

  • Das Wissen um den Fußball holt sich China von Deutschland, dem amtierenden Fußball-Weltmeister. 2016 wurde eine Kooperation mit der Bundesregierung, dem Deutschen Fußballbund und der Deutschen Fußball Liga beschlossen, die eine Grundlage für eine Zusammenarbeit schafft. Gefördert werden soll der Wissensaustausch und die Ausbildung von chinesischen Spielern, Trainern und Schiedsrichtern.
  • Bis 2025 sollen 50.000 Fußballschulen etabliert werden. Die größte Fußball-Akademie der Welt befindet sich in Qingyuan.
  • 70.000 Fußballfelder sollen landesweit gebaut werden.
  • An den Schulen soll Fußball zukünftig auf dem Lehrplan stehen.
  • Die Anzahl von 10.000 aktiven chinesischen Fußballspielern soll auf 50 Millionen erhöht werden.
  • Ausländische Spieler und Trainer werden für den Wissenstransfer in die chinesischen Vereine geholt. Dazu gehörten beispielsweise Carlos Tévez oder Felix Magath. Problematisch ist die Einführung von 100 Prozent Steuern auf die Ablösesummen für ausländischer Spieler. Dadurch haben sich die Transfers von ausländischen Stars wieder reduziert. Die Gelder werden dafür vermehrt in die Nachwuchsförderung gesteckt.

Ob China eines Tages erfolgreiche Fußballspieler vorweisen kann, bleibt abzuwarten. Besondere Erfolge sind bislang nicht zu verzeichnen. Der Weg zur Fußball-Nation wird wohl eher ein schwieriger sein.

Weitere Links zum Thema:

https://www.sportschau.de/fussball/international/abkuehlung-auf-chinas-fussballmarkt-100.html

http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/chinas-fussball-super-league-hat-ein-auslaenderproblem-15473205.html

http://www.deutschlandfunk.de/china-im-fussball-rausch-kicken-und-geschaefte-machen.890.de.html?dram:article_id=398104

https://www.welt.de/sport/fussball/article170951648/Das-ist-ein-schwerer-Rueckschlag-fuer-den-deutschen-Fussball.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Chinesische_Fu%C3%9Fballnationalmannschaft

Schon gewusst…?

  • Am 15. Juli 2004 erklärt Sepp Blatter, Präsident des Weltfußballverbandes FIFA, China zum Ursprungsland des Fußballs. Die Wiege des Fußballs ist demnach die Stadt Linzi in der Provinz Shandong.
  • China kann sich 2002 zum ersten Mal zur Fußball-WM qualifizieren, scheidet aber als Gruppenletzter aus.
  • China erlangt 2004 den 2. Platz bei den Asien-Fußballmeisterschaften.
  • Hongkong und Macao haben auch nach der Übergabe an China weiterhin eigene Fußballnationalmannschaften.
  • Die erste Frauenfußball-Weltmeisterschaft fand 1991 in China statt.
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Reisetipps: Hongkong entdecken

Hongkong ist immer eine Reise wert. Wer Informationen über die bekannten Sehenswürdigkeiten, das grüne Hongkong, aktuelle Events, das Wetter oder das gastronomische Angebot in der Metrople sucht, findet viele interessante Tipps auf Online-Reiseführern und Blogs. Ein paar Links habe ich für Euch zusammengestellt. Let’s go to Hongkong!

1. Discover Hong Kong: http://www.discoverhongkong.com/de/index.jsp

Discover Hong Kong ist die offizielle Webseite des Hong Kong Tourism Board. Mittlerweile gibt es eine deutschsprachige Seite, die alle wichtigen Infos rund um die Reiseplanung beinhaltet. Hier gibt es auch Tipps, wie man mit einem Einheimischen in Kontakt kommt („Hong Kong Pal“), welche mobilen Apps angeboten werden oder welche Feste und Veranstaltungen anstehen. Zusätzlich kann man sich e-Reiseführer herunterladen oder einen „Hong Kong Guide“ mit seinen perönnlichen Sightseeing-Highlights zusammenstellen und anschließend ausdrucken. Darüber hinaus gibt es aktuelle Infos, z. B. dass die Lochis in Hong Kong ihr Musikvideo gedreht haben.

2. Themenseiten Süddeutsche, Die Welt

http://www.sueddeutsche.de/thema/Hongkong

https://www.welt.de/themen/hongkong-staedtereise/

Auf den Themenseiten sind die aktuellen Beiträge über Hongkong zusammengefasst, u.a. mit interessanten Reisetipps.

3. Hongkongmap: https://www.youtube.com/user/hongkongmap

Hongkong per Tram oder U-Bahn erleben? Kann man auf dem Youtube-Kanal von „This is Hongkong map“. Hier findet man zahlreiche Videos mit Live-Fahrten per U-Bahn oder Tram durch die Stadt. Oder man begleitet einen älteren Herren, der mit einem Rucksack durch die Straßen von Hongkong läuft und zwischendurch z.B. über die Läden in der Umgebung berichtet.

4. 101places.de: https://www.101places.de/backpacking/backpacking-in-hong-kong

Patrick schreibt in seinem Blog 101 Places über seine Weltreise und seine persönlichen Insights von Hongkong und gibt hilfreiche Tipps speziell für Backpacker.

5. 25 Things to do in Hong Kong Travel Guide: https://www.youtube.com/watch?v=1fLb7fXmYtc

Samuel and Audrey stellen ihre persönlichen Highlights in Hongkong per Video in Englisch vor.

Übrigens findet ihr auch meine eigenen 10 Reisetipps hier auf diesem Blog: https://chinakompass.wordpress.com/2015/06/21/10-reisetipps-fur-hongkong/

Buchtipp: China. Die Küche des Herrn Wu

Kochbücher über die chinesische Küche gibt es viele: Fünf-Elemente-Kochen, Suppenrezepte, vegetarische Gerichte – darüber habe ich bereits berichtet. Heute möchte ich Euch ein besonderes Buch ans Herz legen, das durch meist schlichte, leicht zuzubereitende und authentische Gerichte überzeugt. „China. Die Küche des Herrn Wu“ ist eine Rezeptsammlung von Herrn Wu und Frau Wang, die ein China-Restaurant in Berlin führen. Sie selbst kochen nicht, für die Zubereitung der kulinarischen Köstlichkeiten sind chinesische Köche zuständig. Laut Autorin ist das Besondere dort die Verbindung zwischen chinesischem Essen und deutschem Wein. Im Buch ist es eindeutig das Essen.

Herr Wu, Foto: Manuel Krug für Tre Torri Verlag

Zwischen zwei äußerst dicken Buchdeckeln verbirgt sich die vielfältige kulinarische Welt Chinas: Rezepte von süß-sauer, mild über würzig bis chili-scharf. Gerichte, die wohl jeder Chinese kennt und die jeder tatsächlich ohne Komplikationen nachkochen kann. Die Grundzutaten sollte man allerdings vorrätig haben wie Sojasoße, Ingwer, Frühlingszwiebeln, Ingwer, Raps- oder Sesamöl und Chilischoten. Aufgetischt werden Vorspeisen, Hauptgänge und Nachspeisen und dies in der Art, als würde Herr Wu zum Essen einladen. Was würde er seinen Gästen servieren? Beispielsweise im Winter oder wenn nur Vegetarier zu Besuch kommen? Hier werden verschiedene Speisen vorgestellt – mit großformatigen Fotos und einer einfachen Beschreibung.

Die Gerichte sind aus dem Leben gegriffen, haben keine ausgefallen Namen, sondern benennen genau das, was gekocht wird, z. B. eingelegter Weißkohl, heißer Topf mit Rindfleisch und Kartoffeln, Eintopf mit Suppenhuhn, Dong-Gu, Mu-Err-Pilzen und Winterbambus, gekochte Teigtaschen, Wolfsbarsch gedämpft mit Ingwer, Frühlingszwiebeln und Sojasoße. Sogar ein Rezept für Peking-Ente wird verraten.

Dass Herr Wu teils Zugeständnisse hinsichtlich westlicher Geschmacksgewohnheiten machen muss, wenn er beispielsweise ein Gericht mit weniger Fett als gewöhnlich in China anbietet, ist nachvollziehbar. Oder auch wenn Wein zum Essen getrunken wird. Chinesen trinken in der Regel nicht beim Essen, allerdings in Hongkong wird auch zwischendurch Tee getrunken oder auch Cola in Dosen ist beliebt bei den Jüngeren.

Was unterscheidet das Buch von anderen? Für mich ist es die Auswahl an Gerichten, die simpel, aber ursprünglich sind. Erst letztens habe ich eine Variante von „Hähnchen in Sojasauce-Frühlings-Zwiebelöl“ gegessen, die meine Mutter zubereitet hat. Während des Durchblätterns des Kochbuchs hatte ich übrigens lauter Dejà-vus. Meine Eltern hatten ebenfalls ein China-Restaurant im Westen von Berlin („Lotos House“), das sie 32 Jahre lang in Eigenregie führten. Mein Vater kochte ebenfalls täglich einen riesigen Topf Hühnerbrühe als Grundlage für die chinesischen Suppen und Soßen. Es gibt nichts Besseres als eine richtige Brühe aus Suppenhühnern, die stundenlang gekocht werden. Den Teig für die Wantan hat mein Vater mit der Nudelmaschine stets selbst zubereitet und mit dem Küchenbeil hat er alles geschnippelt, gehackt und zerkleinert.

Mein Fazit: Leckere, alltagstaugliche Rezepte, einfach erklärt, schnörkellos und modern präsentiert. Wer Lust hat, authentische chinesische Rezepte auszuprobieren, sollte zum Buch und Wok greifen. Die Küche des Herrn Wu ist auch eine Küche für alle.

Ursula Heinzelmann: China. Die Küche des Herrn Wu, Tre Torri Verlag, 2018

 

Buchtipp: „Die Chinesen – Psychogramm einer Weltmacht“

Die Chinesen, Econ VerlagChina wird als Wirtschaftsmacht im 21. Jahrundert eine, wenn nicht sogar die bedeutende Rolle in der Weltpolitik einnehmen. Doch welchen Weg wird das Land in Zukunft einschlagen? Wie wird sich Chinas Aufstieg auf den Weltfrieden auswirken? Wie ticken die Chinesen? Um diese Nation besser zu verstehen, haben die Autoren Stefan Baron und seine chinesische Ehefrau Guangyan Yin-Baron in ihrem Buch „Die Chinesen. Psychogramm einer Weltmacht“, erschienen im Econ Verlag, die Gefühlswelt und Denkweise der Chinesen wissenschaftlich, aber auch anhand persönlicher Erfahrungen, unter die Lupe genommen. Ein aufschlussreiches Portrait einer Nation, die vor großen Herausforderungen steht.

Die Zukunft von China wird die Zukunft der Welt bestimmen, so lautet der Grundtenor des Buches. Die Autoren machen deutlich, dass Europa und insbesondere Deutschland die Entwicklungen des Reichs der Mitte nicht mehr ignorieren kann. Vielmehr sei eine „kluge Fernostpolitik“ des Westens notwendig. Europa solle sich für eine „wahrhaft multipolare Ordnung“ einsetzen, die einen amerikanisch-chinesischen Konflikt verhindern soll.

Der Streit um die Handelszölle zwischen den USA und China macht bereits deutlich, wie die Vorherrschaft der USA ins Wanken gerät und die Konkurrenz aus China Einfluss auf das Weltgeschehen nimmt – was die Wirtschaft, Finanzen und auch die modernen Technologien angeht. Zwischen den USA und China herrsche ein militärisches und finanzielles „Gleichgewicht des Schreckens“. Doch die Autoren beruhigen: China strebe schon aus Tradition keine Weltherrschaft an, sondern einen Platz in einer globalen Weltordnung, in der China souverän und ohne Bevormundung durch andere Staaten seinen Platz einnimmt. Die chinesischen Politiker haben seit jeher betont, dass es um einen „friedlichen Aufstieg“ ihres Landes gehe, um eine wirtschaftliche und technologische Führungsposition einzunehmen. Während die US-Politik China als neue Supermacht fürchtet, sieht die amerikanische Bevölkerung dies jedoch gelassener. Die Bedrohung sehen sie eher durch Nordkorea oder die Islamisten.

Das China-Bild des Westens hat sich im Laufe der Zeit stark gewandelt – von der Faszination bis zur Verachtung. Das Buch gibt hierzu einen kurzen Überblick. Ebenso über die philosophischen Grundlagen von Konfuzius, Laotse, Mao und Deng, die für das Selbstverständnis der Chinesen unabdingbar sind. Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, dass die Deutschen viel zu wenig über die Chinesen wissen. Sogar in den Medien würden Stereotypen bedient und ein wirkliches Verstehen verhindert. Dies sei aber wichtig, um sowohl die Risiken als auch die Chancen für Deutschland und Europa zu erkennen und einordnen zu können. Kulturelle Kompetenz ist einer der Schlüssel für internationale Beziehungen.

Der zweite Teil beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen Aspekten wie Familie, Moral und Gesellschaft, die Beziehung von Mann und Frau oder die Lebenseinstellung. Beispielsweise wird erläutert, warum Chinesen weniger Probleme beim Lügen sehen, um das „Gesicht“ zu wahren. Ebenso wird erklärt, wie das rüpelhafte Verhalten in der Öffentlichkeit einhergehen kann mit einem sehr rücksichtsvollen Umgang innerhalb der Familie und Sippe nach konfuzianistem Ideal. So erscheint es „normal“, dass einem ein Fremder die Tür vor der Nase zufallen lässt oder sich auch nicht entschuldigt, wenn er einen anrempelt.

Im letzen Teil wird auf die Themen Arbeitswelt, Staat und Gesellschaft und Rolle Chinas in der Welt eingegangen. Alle Themen werden präzise analysiert und durch zahlreiche Umfragen, Studien, Zitate von Wissenschaftlern und China-Kennern sowie aktuelle Beispiele aus den Medien erläutert und mit Zahlen untermauert. So ergibt sich ein umfangreiches Bild der Denkweise der chinesischen Bevölkerung.

Das 448 Seiten starke Buch liest sich sehr spannend und überzeugt durch seine Aktualität. Es wendet sich durch eine unkomplizierte, klare Sprache an eine breite Leserschaft. Es gibt sowohl dem China-Interessierten, als auch Geschäftsleuten einen umfassenden Einblick in das Denken und Handeln einer Nation, die bereits jetzt als größte Volkswirtschaft zählt. Ein Standardwerk, das für den zukünftigen Diskurs wichtige Impulse geben wird.

Stefan Baron, Guangyan Yin-Baron: „Die Chinesen. Psychogramm einer Weltmacht“, Econ, 2. Aufl. 2018

 

 

China kämpft gegen die Umweltverschmutzung

Peking

Foto: M. Schneider

Smog in Peking, Müllimporte und verdreckte Flüsse: Die zunehmende Umweltver-schmutzung hat ein Umdenken in China bewirkt. Umweltschutz ist schon seit 2005 Thema der chinesischen Politik, ist aber nun besonders in den Fokus gerückt. Er steht neben Künstlicher Intelligenz, Internet und Biotechnologie auf der aktuellen Agenda der Regierung. Das Reich der Mitte als Umweltschützer zu reklamieren, wäre jedoch übertrieben. Auch ökonomische und Image-Gründe spielen eine Rolle, weshalb eine neue strengere Umweltpolitik derzeit eingeläutet wird. Doch wie agiert Chin auf seinem Weg, die Umweltverschmutzung zu bekämpfen?

1. Elektromobilität
Autos sind in China Statussymbol und kennzeichnen das Bild in vielen Metropolen. Seit Jahren setzt das Land vermehrt auf Elektroautos, die seit 2009 gefördert werden. China ist Spitzenreiter. Laut einer Studie des Brancheninstitus CAM wurden 2017 in China 777.000 E-Autos abgesetzt. Ob deren Prognose mit einer Million in diesem Jahr eintrifft, bleibt abzuwarten. Die Subventionen, die bis 2020 gewährt werden, fallen geringer aus, um Missbrauch zu vermeiden und den Wettbewerb zu stärken. Die Hersteller müssen seit diesem Jahr zudem die Wiederverwertung von alten Elektro-Akkus gewährleisten. Recycling ist jetzt Pflicht. Fakt ist: China führt in der Welt derzeit den Absatz bei E-Autos an – noch vor den USA. Das Technologieunternehmen Baidu darf jetzt sogar selbstfahrene Autos in Peking testen.

2. Luftverschmutzung
Laut Greenpeace hat sich die Luft in Peking verbessert. Im letzten Quartal 2017 haben sich die Feinstaubwerte zum Vorjahr um die Hälfte reduziert. Die Gründe hierfür: Fabriken wurden stillgelegt, Kohleöfen entfernt und auf Gas und Strom umgestellt sowie Autofahrverbote eingeführt. Allerdings ist die Stadt immernoch nicht smogfrei. Zur Verbesserung der Luft hat die Stadt Xi’an sogar einen 100 Meter hohen Turm errichtet, der die Luft filtert (Link: https://www.golem.de/news/umwelt-china-baut-100-meter-turm-fuer-die-luftreinigung-1801-132303.html).
China hat das Ziel, die Kohleverbrennung bei Heizungen landesweit zurückzufahren, insbesondere in Nordchinas Städten und auf dem Land. Gemäß Angaben des Umweltministers sollen die Grenzwerte für Feinstaub nach einem neuen Drei-Jahres-Plan nochmals reduziert werden. Genaue Zahlen sind aber noch nicht bekannt. Außerdem werden Kohlekraftwerke geschlossen und die Stahlproduktion reduziert.

3. Verbot von Müllimporten
24 Müllsorten, z. B. Plastik und Papier, werden seit Januar nicht mehr nach China importiert. Laut Ministerpräsident Li Keqiang soll jeglicher Müllimport zukünftig verboten sein.

4. Umweltschutzsteuer für Unternehmen
Unternehmen und öffentliche Einrichtungen müssen ab April eine neue Umweltschutzsteuer zahlen. Die Steuer wird fällig für Lärm-, Luft- und Wasseremissionen, sofern eine Erlaubnis für die Abgabe von umweltschädlichen Stoffen vorliegt.

5. „Grüne Städte“ als Demontrationszonen
Drei Städte haben es geschafft: Shenzhen, Taiyuan und Guilin wurden ausgewählt, um neue Technologien im Bereich saubere Energie, Nachhaltigkeit und Ökologie zu testen. Insgesamt soll es zehn Städte geben, die von umweltfördernden Technologien profitieren werden und als Testprojekte zukunftsweisend für das ganze Land fungieren sollen.

6. Wasserressourcen
Die Flüsse sind verschmutzt, das Leitungswasser in den Städten lässt zu Wünschen übrig. Die Konsequenz: Laut Regierung wurde ein Programm zum Wassersparen landesweit eingeführt, außerdem noch ein neues System zur Wasserressourcenverwaltung. Laut Angaben der UNO zum Weltwassertag habe sich die Trinkwasserversorgung in China in den letzten Jahren verbessert. 2015 hatten in China 330 Millionen mehr Zugang zu sauberem Trinkwasser als im Jahr 2000.

7. Wind- und Solarenergie
China ist Vorreiter bei den Erneuerbaren Energien. Nach Angaben von Bloomberg New Energy Finance hat China 133 Milliarden Dollar investiert, darunter mehr als die Hälfte für Solarenergie.
Im letzten Jahr überraschte dann ein Projekt der Provinz Qinghai, die eine Woche lang auf fossile Brennstoffe verzichtete. Die Huffington Post berichtete.

8. „Smog“-App
Die Regierung stellt eine App mit Luftwerten von Städten zur Verfügung. Verstöße durch Überschreitung der Werte können von den Bürgern den lokalen Behörden über die sozialen Netzwerke angezeigt werden. Es gibt außerdem eine Smartphone-App von Umweltschützern, die die Emmissionsdaten zur Luftverschmutzung in chinesischen Städten als Karte anzeigt. Allerdings wurde diese App mit dem Namen „Air matters“ (vorher „Luftqualitäts-Index von ganz China“) von der Regierung 2017 zensiert. Es gibt nun eine Obergrenze von 500, die gezeigt wird, auch wenn die Luftbelastung tatsächlich in der jeweiligen Stadt höher liegt. Link: https://air-matters.com/

Weitere Links zum Thema:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/smog-das-wunder-von-peking-a-1197823.html

http://german.china.org.cn/txt/2018-03/25/content_50745763.htm

https://www.welt.de/wirtschaft/article174643484/Recycling-Alba-zeigt-den-Chinesen-wie-es-funktioniert.html

http://www.wwf.de/themen-projekte/projektregionen/china/probleme-und-potenziale/

https://www.tagesschau.de/ausland/klimakonferenz-china-101.html

Der Elefant, der das Glück vergaß – buddhistische Geschichten von Ajahn Brahm

Der Elefant der das Glueck vergass von Ajahn Brahm

Das Buch „Der Elefant, der das Glück vergaß“, erschienen im Lotos Verlag, ist eine Sammlung von traditionellen buddhistischen Geschichten und persönlichen Anekdoten des Autors Ajahn Brahm. Er ist ein buddhistischer Mönch, der als Peter Betts in London geboren wurde und später theoretische Physik in Cambridge studierte. Ich habe sein Buch gelesen, das unkonventionell und leicht verständlich geschrieben ist.

Die kurzen Geschichten, die Ajahn Brahm erzählt, stehen ganz im Zeichen der buddhistischen Lehre. Zentrale Themen sind Mitgefühl, Bescheidenheit, Respekt und Achtsamkeit. Er verknüpft alte Erzählungen mit den Problemen der heutigen Lebenswelt und findet Parallelen und schafft dadurch den Transfer in die Gegenwart.

Die Erzählung „Alte Mönche lügen nicht“ hat mir besonders gefallen, denn sie lässt sich gut auf die Menschen in der heutigen Gesellschaft anwenden, die nie zufrieden sind und stets mehr verlangen, um glücklich zu sein. Wenn der König den „Pfeil des Verlangens“ abschießt, um einen Schatz und das Glück zu finden, findet man nichts oder Ärger. Sobald man jedoch den Pfeil loslässt, dann begreift man, dass der Schatz der Zufriedenheit im Hier und Jetzt ist.

Der Autor schreckt auch nicht davor zurück, von eigenen Fehlern oder Dummheiten zu berichten oder von den vermeintlich ärmlichen Verhältnissen, in denen er aufwuchs. Die kleine Wohnung, in der er mit seiner Familie aufwuchs, versteht er nicht als Defizit, sondern Bereicherung. Warum? Weil er auf engem Raum soziales Verhalten erlernt hat – miteinander auskommen, miteinander streiten, sich versöhnen.

Der Leser erfährt, dass 70 Prozent besser seien als 100 Prozent und dass diese 70-Prozent-Regel auch insbesondere für die Erwartungshaltung gelte. Denn wer bei bestimmten Vorstellungen im Leben immer an 100 Prozent festhält, wird unweigerlich enttäuscht werden.

Manche Geschichten machen nachdenklich, manche berühren, manche beleuchten auch unangenehme Themen wie den Tod. Ajahn Brahm schafft es, über alle Sujets mit Leichtigkeit und auch Humor zu schreiben. Die moderne Interpretation alter Weisheiten ist eine gelungene Form, die ein breites Publikum anspricht. Interessant fand ich die Erlebnisse des Autors, die er immer wieder zwischendurch mit einfließen lässt. Es ist quasi ein Buch mit buddhistischen Weisheiten von gestern und heute. Wer die Bücher von Paulo Coelho mag, wird auch Ajahn Brahm gerne lesen.

Ajahn Brahm: Der Elefant, der das Glück vergaß“, Lotos Verlag (Randomhouse), 2014 18. Aufl.

„Das Gelassenheitsprojekt“ – 18 Entspannungstechniken im Selbsttest

Gelassenheit erlernen ist anstrengend? Martin-Niels Däfler hat 18 Entspannungstechniken im Selbsttest durchgeführt und nach einem eigenen Punktesystem bewertet. Seine persönlichen Erfahrungen stellt er in seinem Buch „Das Gelassenheitsprojekt“, GABAL Verlag, vor. Mit einer Prise Humor und ohne wissenschaftlichen Anspruch erzählt Däfler, ob und wie er seinem Ziel von mehr Geduld und Gelassenheit nähergerückt ist. Auch auf seinem Programm: Qigong. 

Martin-Niels Däfler hat aus einer Laune heraus eine eigene To-do-Liste zusammengestellt, um verschiedene Entspannungsmethoden auszuprobieren. Herausgekommen ist ein nicht ganz ernst gemeinter „Ratgeber“ für stressgeplagte Menschen.

„Das Gelassenheitsprojekt“ ist ein Buch, das in erster Linie auf Unterhaltung setzt und verschiedene Möglichkeiten aufzeigt, wie man mehr Entspannung in sein Leben integrieren kann: durch Sport, Wellnessmaßnahmen, Entrümpeln, Stricken oder auch Tee trinken.

Wie wäre es zum Beispiel mit einem Qigong-Seminar? Diese chinesische Bewegungsmeditation eignet sich sehr gut, um wieder „runter“ zu kommen. Bei Däfler schneidet diese Methode nach Punktevergabe überdurchschnittlich ab, auch wenn sie nicht Spitzenreiter ist. Allerdings scheint der Autor, der zu jedem Test ein Selfie macht, ein Skeptiker zu sein, der aus westlicher Sicht zunächst nicht viel mit fernöstlichen Lehren anfangen kann. Tatsächlich hat Qigong nichts mit Esoterik zu tun, auch wenn man einen „Baum umarmt“ oder einen „Bogen spannt“. Im Vergleich zu Yoga kommt das Thema Qigong leider etwas zu kurz. Qigong sei aber „eine gute Idee, um den Geist zur Ruhe kommen zu lassen“, räumt Däfler dann doch ein. Am Schluss präsentiert er eine Rangliste mit seinen Ergebnissen, die seinem individuellen Empfinden entspringen. Hätte eine weibliche Person alle Methoden durchgeführt, wäre mit Sicherheit eine andere Reihenfolge dabei herausgekommen. Stricken, so viel sei verraten, landete nicht auf Platz 1.

Welche Methode letztendlich sinnvoll ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Das Buch bietet hierfür die Inspiration und für manchen Leser auch die Motivation. Wer auf eine vergnügliche Lektüre und weniger auf Hintergrundinformationen zu Gesundheitsthemen setzt, wird Freude an dem Buch haben. Letztendlich gilt: Ein allgemeingültiges Rezept für Gelassenheit gibt es nicht. Ausprobieren heißt die Devise.

Zum Autor: Prof. Dr. Martin-Niels Däfler ist Experte für Stressabbau und Professor an der FOM Hochschule in Frankfurt/Main.

Martin-Niels Däfler: Das Gelassenheitsprojekt. 18 Entspannungstechniken im ultimativen Selbsttest, GABAL, 2018

Asiatische Weisheiten zur Gelassenheit

BuddhaGelassenheit fällt zuweilen schwer. Wer sich bewusst macht, dass Ruhe und Besonnenheit eine Fähigkeit ist, die man lernen kann, kann den Stress im Alltag leichter bewältigen.
Wie haben die alten Philosophen darüber gedacht? Hier folgen ausgewählte Weisheiten von Laotse, Konfuzius und Buddha.

„Wo zwei zusammenstoßen, siegt der Besonnene.“ ~ Laotse

„Der höhere Mensch hat Seelenruhe und Gelassenheit, der gewöhnliche ist stets voller Unruhe und Aufregung.“ ~ Konfuzius

„Wer das Ziel kennt, kann entscheiden. Wer entscheidet, findet Ruhe. Wer Ruhe findet, ist sicher. Wer sicher ist, kann überlegen. Wer überlegt, kann verbessern.“ ~ Konfuzius

„Der Fürst, der sein Land regiert mit Tugend, gleicht dem Polarstern. Selbst ruhend, wird von allen Sternen er umkreist.“ ~ Konfuzius

Statue Kunyam„Echtes Glück erfordert den Frieden des Geistes oder ein Maß an geistiger Gelassenheit. Wenn dies vorhanden ist, zählt Härte nichts.“ ~ Buddha

„Nicht außerhalb, nur in sich selbst soll man den Frieden suchen.
Wer die innere Stille gefunden hat, der greift nach nichts, und er verwirft auch nichts.“ ~ Buddha

„Du lächelst – und die Welt verändert sich.“ ~ Buddha

„Laß deinen Geist still werden wie einen Teich im Wald. Er soll klar werden, wie Wasser, das von den Bergen fließt. Laß trübes Wasser zur Ruhe kommen, dann wird es klar werden, und laß deine schweifenden Gedanken und Wünsche zur Ruhe kommen.“ ~ Buddha