Laotse über die Güte

Statue Kunyam

„Höchste Güte ist wie das Wasser.
Des Wassers Güte ist es, allen Wesen zu nützen ohne Streit.
Es weilt an Orten, die alle Menschen verachten.
Drum steht es nahe dem Weg.
Beim Wohnen zeigt sich die Güte an dem Platze.
Beim Denken zeigt sich die Güte in der Tiefe.
Beim Schenken zeigt sich die Güte in der Liebe.
Beim Reden zeigt sich die Güte in der Wahrheit.
Beim Walten zeigt sich die Güte in der Ordnung.
Beim Wirken zeigt sich die Güte im Können.
Beim Bewegen zeigt sich die Güte in der rechten Zeit.“
~ Laotse, Tao Te King, Kap. 8

Über Laotse

Laotse (wörtlich „Alter Meister“) soll im 6. Jh. vor Chr. gelebt haben, seine Existenz ist aber umstritten. Er gilt als Begründer der Lehre des Daoismus und als Verfasser des Tao Te King. Es handelt sich um hierbei eine  Sammlung von Aphorismen, die das „Dao“, den „Weg“ oder den „Sinn“,  beschreiben und wegweisend zum politischen Handeln für das gemeinschaftliche Wohl auffordern.

Im Tao Te King geht es um tugendhaftes, maßvolles Handeln, Toleranz und um den Verzicht von Waffengewalt („Waffen sind Instrumente des Unheils und nicht die Instrumente des Edlen.“ Kap. 31). Während des Nazi-Regimes wurde Laotse sogar in den Flugblättern der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ zitiert.

Die Auseinandersetzung des Westens mit der Lehre des Daoismus begann bereits im 18. Jahrhundert. Laut jüngster Forschungsergebnisse hat der Jesuit Jean-François Noëlas die erste lateinisch-deutsche Übersetzung des Werks verfasst. 1788 gelangte diese über Matthew Raper, Mitglied der Royal Society, nach London. Als allgemein gültige Lebensweisheiten finden sie heute in der modernen Gesellschaft weiterhin Zuspruch und Anwendung und sind aufgrund ihrer Prägnanz, Metaphorik und Sinnhaftigkeit immernoch aktuell.

Konfuzius: Weisheit über die Freude

China Bild

Gespräche des Konfuzius
38. Lunyu 1.1 (Kapitel Xue Er)

Konfuzius sprach:

“Wenn man das einmal Gelernte im richtigen Moment anwenden kann – macht das etwa keine Freude?

Wenn Freunde aus fernen Gegenden vorbeikommen – bereitet das etwa keine Freude?

Wenn die Menschen Deinen Wert nicht erkennen, Du aber nicht darüber erzürnst – bist Du dann nicht ein Edler?”