Vortrag Haemin Sunim: „Buddha nature is within us“

Urania Berlin und Haemin SunimEntspannung durch Entschleunigung – das Leben mit Achtsamkeit erleben. Der Koreaner und buddhistischer Mönch Haemin Sunim vermittelt die Weisheiten des Zen auf ganz praktische Weise seinen Mitmenschen mit guten Ratschlägen und Analysen der indivuellen Lebenssituationen. Dabei hat er – ganz modern und aufgeschlossen – die sozialen Medien genutzt, um in Kontakt mit anderen zu treten. Er selbst war überrascht, wie viele Menschen ihm ihre persönlichen Probleme offenbarten und nach Lösungsvorschlägen fragten. Heute tourt er durch Deutschland und Österreich, stellt seine Thesen vor und beantwortet die Fragen des Publikums wie beispielsweise in der Berliner Urania. Ich war gestern live dabei.

Bescheiden und die Hände übereinander gelegt sitzt Haemin Sunim auf dem ungepolsterten Stuhl auf der Bühne. Neben ihm der Leiter des Scorpio Verlages Michael Görden, der als Übersetzer fungiert. Es braucht nicht viel – keine Präsentation, keine Bilder, kaum Musik, damit das Publikum aufmerksam bleibt. Haemin erzählt davon, wie man die Buddha Natur erreichen kann. Wesentliche Aspekte sind Achtsamkeit, Entspannung, Verbundenheit mit Menschen und Objekten, die uns positiv überraschen und für einen Moment staunen lassen, wie z.B. ein Sonnenuntergang. Plötzlich bleibt man stehen und ist völlig in der Gegenwart. Fokussiert auf den Moment. „My mind becomes Buddha mind. My mind is relaxed and connected“, sagt Haemin. Die „Buddha-Natur“ habe man bereits, ergänzt er, jeder trage sie bei sich, man verliert sie nicht. Der Weg der Erleuchtung sei demnach nicht am Ende einer Strecke. Es ist eher der Weg nach innen. „Buddha mind is within us.“ Nach seiner Auffassung, ist jenes, das wir erwachen lassen wollen, unsere „true nature“, die wir bereits in uns haben.

Wie kann man die Buddha-Natur erfahren? Wie wird man glücklich? Wie erlernt man Gelassenheit? Beispielsweise mit Dankbarkeit, Mitgefühl, Liebe, Freude, einer neuen positiven Einstellung gegenüber den Dingen und vor allem Langsamkeit. Beispielsweise beim Essen, das man genießen kann, wenn man sich darauf konzentriert. „The attention to the activity makes us happy, not the activity.“ Für Entspannung sorgt auch Humor. Diesen zeigt er immer wieder durch kleine Anekdoten und durch Zen-Witze. Selbstverständlich lässt er auch kurze Übungen zur Achtsamkeit in seinen Vortrag einfließen. Atemübungen, Mantras (ähnlich dem autogenen Training im Westen), die positive Energien verströmen sollen. Das Publikum macht mit und die Ruhe und positive Energie überlagert den Saal.

Im zweiten Teil beantwortet er Fragen aus dem Publikum. Er überlegt eine Weile, findet weise Antworten, die plausibel sind und zum Nachdenken anregen. Wichtig sei es, seinen „mind“ zu ändern, Wut kann man umlenken durch kreative Aktivitäten wie Tanzen oder Singen. Für Probleme muss man Lösungen finden. Kann man die Stuation ändern? Wenn nicht, dann ändere deine Einstellung. Es funktioniert. Seine Gestik ist reduziert, nur einmal holt er weit mit den Armen aus. Er überzeugt durch seine klugen, einfachen Worte, seine Ausstrahlung und Gelassenheit. Was ihn auszeichnet, ist eine Leichtigkeit in seinen Worten, die in ihrer Einfachheit und Klarheit eine Tiefe vermitteln, ohne belehrend zu sein. Haemin spricht wie ein guter Freund, den man um Rat fragt. Der Abend war kurzweilig und aufschlussreich. Ich mache mich mit einem guten Gefühl auf den Weg und der Erkenntnis, dass ich ihn stets bei mir habe – den inneren Buddha.

Wer Haemin Sunim in Berlin verpasst hat, kann ihn noch am 11. Oktober 2017 um 19 Uhr im Dussmann Kulturkaufhaus sehen. Der Eintritt ist frei.

Demnächst folgt noch eine Rezension des Buchs „Die schönen Dinge siehst du nur, wenn du langsam gehst“ von Haemin Sunim.

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Vortrag Urania Berlin 28.09. 2017: Die schönen Dinge siehst du nur, wenn du langsam gehst

Stress und Hektik sind bei vielen Berufstätigen an der Tagesordnung. Schnelligkeit, präzises Arbeiten und dabei immer den Erfolg vor Augen – wie kann man trotzallem auch mal innehalten und den mentalen Stopp-Button drücken? Der Südkoreaner Professor Haemin Sunim ist  Meditations- und Zen-Lehrer in New York und widmet sich genau dieser Problematik.

Sunims Weg für ein gelassenes Leben liegt in der Betonung der Achtsamkeit und der Fokussierung auf das Wesentliche wie Glück, Zufriedenheit, Ausgeglichenheit und Ruhe. Der Mönch vermittelt auf poetische Weise die Aspekte des Buddhismus und des Zen, die sinnvoll in den westlichen Liefestyle integriert werden können, um den Alltagssituationen mit mehr Lebensfreue zu begegnen. Mit seinen asiatische Wurzeln und seinen Erfahrungen in den USA führt er so die unterschiedlichen Lebenswelten zusammen. Ein besonderes Highlight: Haemin Sunim hat mit dem amerikanischen Schauspieler Richard Gere, der bekennender Buddhist ist, ein interessantes Interview zum Buddhismus geführt.

Haemin Sunim, © Jo Sehyen

Am 28. September 2017 ist Sunim live in der Berliner Urania bei seiner Buchvorstellung mit dem Titel „Die schönen Dinge siehst du nur, wenn du langsam gehst“ (Scorpio Verlag) zu erleben. Der Vortrag findet in englischer Sprache mit Übersetzung statt.

Tickets und weitere Informationen  unter:

http://www.urania.de/die-schoenen-dinge-siehst-du-nur-wenn-du-langsam-gehst

http://scorpio-verlag.de/Buecher/259/DieschnenDingesiehstdunurwenndulangsamgehst.html

Bernstein ist bei den Chinesen beliebt

Bernstein, im ursprünglichen Sinn „Brennstein“, hat bei den Chinesen die Bedeutung „Seele des Tigers“. Bernstein ist getrocknetes, gehärtetes Baumharz, das mehrere Millionen Jahre unter Gesteinsschichten lag und durch Druck und Luftabschluss entstand. Kein Stein gleicht dem anderen. Derzeit erlebt der variantenreiche Stein in China einen Boom.

Bernstein aus dem nordeuropäischen-baltischen Raum hat in China in den letzten fünf Jahren an enormer Beliebtheit gewonnen. Dies zeigt sich besonders an den steigenden Preisen für den Schmuckstein.

Auf internationalen Schmuckmessen wie der Amberif 2011 und Ambermart 2012 in Danzig oder der Internationalen Juwelen- und Schmuckmesse in Peking 2013 sind die Chinesen laut Medienberichten besonders interessiert an dem fossilen Harz. Sie sehen den Bernstein nicht nur als trendiges Modeaccessoir im westlichen Design, sondern vor allen Dingen als gute Geldinvestition.

Bernsteinschmuck

Bernstein in der Medizin

Die Wirkung von Bernstein ist vielfältig. So soll Bernstein entzündungshemmend sein, Hautkrankheiten und Halsschmerzen lindern, beruhigen und für Wohlbefinden sorgen. Spirituell soll der heilende Stein sogar vor bösen Geistern schützen. Die Chinesen in der Antike verbrannten beispielsweise Bernstein, um Dämonen im Haus zu vertreiben. In der traditionellen chinesischen Medizin wurde Bernsteinsäure und Opium zur Krampflösung und gegen Schlaflosigkeit verabreicht. Im Buddhismus gilt der Bernstein als Glücksstein.

Bernsteinfunde gibt es auch in China. Die Minen in der Nähe von Fushun sind aber bereits stillgelegt.

Weitere Links zum Thema:

http://german.cri.cn/1833/2013/06/24/1s199491.htm

http://www.gz-online.de/cgi-bin/adframe/events/notices/article.html?ADFRAME_MCMS_ID=6292

http://www.gz-online.de/cgi-bin/adframe/events/notices/article.html?ADFRAME_MCMS_ID=3263&id=1391954487871231133127823

http://www.amber.com.pl/en/news/interviews/item/1962-the-amber-boom-in-china-an-interview-with-vivian-yang

Buchtipp: „Triffst Du Buddha an der Bar, gib ihm einen aus“

BuddhaNoch ein Buch zum Thema Buddhismus? Auf Empfehlung eines Kollegen habe ich das Buch „Triffst Du Buddha an der Bar, gib ihm einen aus. Dharma, Karma und das pralle Leben“ von Lodro Rinzler gelesen. Es ist anders. Schon der Titel hat mich neugierig gemacht. Hier nun meine Rezension.

Rinzler beschreibt seine eigene Interpretation des tibetischen Buddhismus auf anschauliche, lockere und verständliche Weise – und dies weitgehend ohne esoterische Überhöhung. Der Autor hat sein Buch als Einführung in den Buddhismus mit einem Augenzwinkern geschrieben, zuweilen humorvoll-flapsig („Unglaublicher-Hulk-Syndrom“), zuweilen mit Tiefgang. Aber ohne den erhobenen Zeigefinger.

Am Beispiel der vier mythischen tibetischen Tiere – Tiger, Schneelöwe, Garuda und Drache – analysiert er das menschliche Verhalten und gibt Ratschläge, wie die buddhistische Lebensart helfen kann, typische Alltagsprobleme im Privaten oder im Job zu überwinden. Zum Beispiel durch das Loslassen von Erwartungen.

Es geht um Menschlichkeit, Offenherzigkeit, Mitgefühl und Toleranz. Darum, die eigene Haltung zu überprüfen, vielleicht mal eine andere Sichtweise anzunehmen, sich selbst nicht immer so wichtig zu nehmen. Zu begreifen, dass die äußeren Umstände sich oft nicht beeinflussen lassen, aber die innere Haltung schon.

„Die Welt muss sich nicht ändern oder verändert werden, um heilig  zu sein. Sie ist bereits heilig…Doch es gibt eine Sache, die man ändern kann und sollte. Deine Sichtweise kannst du ändern.“ (S. 214)

Wenn  Buddha in eine Bar käme, würde es  zumindest der Höflichkeit geschuldet sein, ihm einen auszugeben – und sei es auch nur ein Glas mit frischem Wasser. Wo wir auch schon bei Rinzlers Metapher des Wassers angelangt wären. Ein Sinnbild, das einleuchtend ist, ohne mit dem Zaunpfahl der Erleuchtung zu winken. Laut Rinzler ähnelt kristallklares Wasser unserem natürlichen Zustand des Geistes.

„Es funkelt und ist durch keine Welle getrübt“, so Rinzler. Emotionen oder starke Gedanken, die er mit Schlamm vergleicht, trübten das Wasser. Wir rühren Gedanken hin und her und befassen uns unentwegt mit Sorgen oder der Frage „Was-wäre-wenn“. Unser Geist sei „verschlammt“. Wichtig sei es, wieder Ordnung und Ruhe einzubringen, um das Wasser zu klären. Hierbei helfe beispielsweise die Meditation, das Nicht-Denken und die Konzentration auf den eigenen Atem. Auch wenn es mit der Erleuchtung nicht auf Anhieb klappt, ist es auch nicht schlimm. That’s buddhism.

„Meditation ist ein Selbstfindungsprozess. Es sollte nicht das Ziel sein, einen Zustand der Vollkommenheit zu erreichen…Wir lernen vielmehr, das perfekte Wesen zu sein, das wir bereits sind.“ (S. 51ff.)

Ein weiteres Kapitel lautet „Eine Gesellschaft auf Grundlage eines offenen Herzens“. Mag übertrieben, idealistisch und ein wenig schwulstig klingen. Dennoch steckt in diesem Ansatz ein wahrer Kern. Es ist ein Plädoyer für ein menschlicheres Miteinander in der Gesellschaft, ein  Aufeinander-zu-gehen anstatt einer Anti-Haltung gegenüber anderen und anders Denkenden. Darüber hinaus geht es im Buch auch um Achtsamkeit – die einfachen Dinge des Lebens zu schätzen, den Moment wahrzunehmen und zu genießen.

Wer einen leichten, unterhaltsamen und nicht „Bier-ernsten“ Lektüreeinstieg für den Buddhismus sucht, sollte Rinzler lesen. Er richtet sich sprachlich in erster Linie an die jüngere Generation, eignet sich aber generell für alle Berufstätigen mit Interesse am Thema.

Am Ende sollte sich aber jeder Leser, der sich mit dem Buddhismus beschäftigt, der Erkenntnis bewusst sein: Buddha findest Du in keinem Buch – Buddha ist in dir.

Lodro Rinzler: Triffst Du Buddha an der Bar, gib ihm einen aus. Dharma, Karma und das pralle Leben, Aurum 2012, 224 Seiten, 18,95 €

Fundstück: die 4 erleuchteten Buddhas

Die Erleuchtung Buddhas wurde bei diesem Fundstück wortwörtlich genommen und erhält von mir einen Extrapunkt in Sachen Kreativität und Kuriosität! Wie Buddhas Meinung dazu wäre? Er wäre sicherlich tolerant gewesen.

Ich habe mich sehr über das Kerzen-Geschenk-Set gefreut, aber irgend etwas sträubt sich in mir, Buddhas Kopf anzuzünden.

Meine Erleuchtung muss daher leider noch warten.

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Vesakhfest – Feiertag der Buddhisten

Das Vesahk-Fest ist der wichtigste Feiertag der Buddhisten. Es erinnert an den Geburtstag, die Erleuchtung und das Sterben von Buddha (5. Jh. v. Chr.). Dieser Tag ist als offizieller Feiertag von den Vereinten Nationen anerkannt und findet am 1. Vollmond im Mai statt – dieses Mal am 25. Mai 2013. Es kann jedoch durchaus vorkommen, dass die chinesischen Buddhisten an einem anderen Tag feiern, da sie sich nach dem Mondkalender richten.

Großer Buddha, Po-Lin-Kloster auf Lantau Island

Großer Buddha, Lantau Island

Buddha („der Erwachte“) war ein nordindischer Prinz namens Siddharta Gautama, der laut Legende unter einer Pappelfeige, dem Bodhi-Baum, saß und dort Erleuchtung erlangte.

Im 1. Jahrhundert n. Chr. gelangte der Buddhismus nach China und verbreitete sich nach dem Zerfall des chinesischen Reiches im Jahr 220. n. Chr. sehr rasch. Die Lehre wurde von den Chinesen entsprechend ihrer Traditionen weiterentwickelt. Durch die Kulturrevolution wurden viele buddhistische Klöster zerstört. Heute ist der Buddhismus in China wieder sehr populär. Insgesamt gibt es über 100 Million Anhänger, die ungefähr 30 Prozent der gesamten buddhistischen Gemeinde in der Welt ausmachen.

Buddha-Figuren und Po-Lin-Kloster Lantau Island

Po-Lin-Kloster Lantau Island

In Buddhas Lehre geht es um Mitmenschlichkeit, Geduld, Gutes tun, den Goldenen Mittelweg, Mitgefühl, Liebe und Weisheit und Meditation. Auf diese Weise, so lehrte Buddha, entstehe das Glück.

Neben vielen Hausgöttern verehren ebenso die Hongkong-Chinesen den großen Buddha, den es in vielen Darstellungen gibt: schlank, mit geschlossenen Augen, sitzend und die Hände in verschiedenen Stellungen oder dick und lächelnd, teils auch umgeben von zahlreichen Kindern.

Den größte sitzende Buddha findet man auf Lantau Island und er ist ein echtes Schwergewicht: Die Bronze-Statue wiegt 250 Tonnen und ist 34 Meter hoch.
Wer gut zu Fuß ist, kann die 268 Stufen hinauf erklimmen und wird belohnt mit einem atemberaubenden Ausblick auf das Po-Lin-Kloster.

Weitere Infos zum Thema Buddhismus

Buchtipps

Buddha: Die Lehren des Erhabenen, Anaconda 2012

Buddha: Die Pfeiler der Einsicht, Reden und Gleichnisse, Karl E. Neumann (Übertragung) und Isabelle Fuchs (Redaktion), Anaconda 2006

Statistiken

http://www.buddhismus.de/07_zahlen.php

http://www.buddhist-tourism.com/buddhism/buddhism-statistics.html

Buddhismus in Berlin

http://www.buddhismus-bb.de/

http://fgs-tempel.de

http://www.rigpa.de/lang-de/dharma-mati-zentrum-berlin.html

http://das-buddhistische-haus.de

http://buddhistisches-tor-berlin.com/

http://www.buddhahaus.com