Buchtipps: Entspannen mit Achtsamkeit, Zen-Weisheiten und Malkunst

Wie kann es gelingen, die Herausforderungen in Beruf und Familie gelassener zu meistern, leere Akkus aufzufüllen und neue Kraft zu schöpfen? Inspiration hierfür bieten drei Publikationen aus dem ars Edition Verlag.

ars Edition Wege zur Achtsamkeit„Wege zur Achtsamkeit“ ist ein kleines kunstvoll gestaltetes Buch, das fernöstliche Weisheiten und Anekdoten aus dem Zen-Buddhismus mit Landschaftsbildern kombiniert. Die Zitate, die den verschiedenen Themenbereichen wie Aufmerksamkeit, Meditation, Erkenntnis zugeordnet sind, sind passend ausgewählt und regen zum Innehalten und Nachdenken an. Wer Hintergrundinformationen zum Zen-Buddhismus oder Mediationsübungen erwartet, wird hier allerdings nicht fündig. Das Büchlein bietet jedoch eine schöne Ansammlung an asiatischen Weisheiten und eignet sich gut als Geschenk, das vor allem durch seine hochwertige Ausstattung überzeugt.  Klein, aber fein mit 72 Seiten.

 

Rühre an das Leere in deinem Leben, und dort werden Blumen blühen. ~ Zen-Weisheit

ars Edition be happy„Be happy“ ist ein Malbuch für Erwachsene mit 40 Motiven zum Ausmalen. Ausmalbücher zur Entspannung liegen derzeit im Trend. Dieses Buch unterscheidet sich jedoch auf besondere Weise: Fotomotive – wie beispielsweise Blumen, Tiere oder ein lachender Buddha – werden mit gezeichneten Elementen, die farblich selbst gestaltet werden können, umrahmt. So entsteht eine individuelle Collage aus Bildern und Illustrationen, die nicht nur dekorativ anzuschauen ist, sondern auch zur Entspannung beitragen soll.

 

„Was du heute denkst, wirst du morgen sein.“ ~ Buddha Siddhartha Gautama

ars edition Zen Zauber„Zen Zauber, Weisheiten aus Fernost“ ist ein Aufsteller mit bekannten und weniger bekannten Lebensweisheiten aus dem asiatischen Raum – von Laotse und Konfuzius über Mahatma Gandhi und dem Dalai Lama bis hin zu Buddha. 192 Seiten mit Sinnsprüchen und Fotos, die einen an mehr Gelassenheit im Alltag erinnern sollen. Praktisch beispielsweise auf dem Schreibtisch im Büro eignet sich das Buch als dekorativer und motivierender Alltagsbegleiter für jeden Tag. Von den drei Publikationen ist dies mein Favorit!

http://www.arsedition.de/

 

5 Buchtipps: Ernährung nach den fünf Elementen

wpid-img-20140220-wa0003-1.jpgHolz, Feuer, Erde, Metall, Wasser – so lauten die fünf Elemente, die die chinesische Medizin entscheidend geprägt haben. Sie beschreiben die Wandlungsphasen in der Natur wie beispielsweise den Wechsel der Jahreszeiten. Die Elemente sind zyklisch angeordnet und stehen miteinander in Beziehung: Sie kontrollieren und regulieren sich gegenseitig. Alles, was existiert – sei es die Körperzelle, das Wetter, die Pflanzen – unterliegt diesem Prinzip des Wandels.

Laut der Traditionellen chinesischen Medizin (TCM) kann falsche Ernährung Erkrankungen hervorrufen. Gutes und gesundes Essen hingegen wirkt wie „Medizin“. Nahrung versorgt uns daher nicht nur mit Lebensenergie „Qi“, sondern beeinflusst auch unser körperliches und seelisches Wohlbefinden.

Die fünf Elemente bilden die Basis der chinesischen Kräuterheilkunde. Kräuter, Obst und Gemüse sind nach den jeweiligen Elementen klassifiziert und entsprechen zudem den Geschmacksrichtungen süß, sauer, bitter, salzig, scharf. Nahrungsmittel haben laut dieser Theorie sowohl wärmende als auch kühlende Wirkung. Der früheste Nachweis, dass die fünf Elemente Einfluss auf die Ernährung hatten, ist übrigens im Buch der Urkunden (Shangshu, vor ca. 3000 Jahren) belegt.

Holz = Frühling / Leber-Gallenblase / sauer

Feuer = Sommer / Herz- Dünndarm / bitter

Erde = Spätsommer / Milz-Magen / süß

Metall = Herbst / Lunge-Dickdarm / scharf

Wasser = Winter / Nieren-Blase / salzig

Wer sich ausgewogen und geschmackvoll ernähren will, kann seine Speisen auf Basis der fünf Elemente zubereiten. Kürbissuppe wird beispielsweise empfohlen bei Müdigkeit oder Appetitlosigkeit. Walnusskuchen soll bei Wechseljahrproblemen, trockenem Husten, Unruhe und Zittrigkeit helfen. Im Sommer kühlt Pfefferminztee, auch wenn er warm ist, aber er fördert das Schwitzen und damit Abkühlen und hat auch von der Klassifikation eine kühlende Wirkung. Bei Magenproblemen helfen Ingwerscheiben in heißem Wasser.

Hier noch einige Tipps für eine gesunde Ernährung laut TCM:

  • Lebensmittel sollten frisch zubereitet sein, zur Jahreszeit passen und nicht chemisch behandelt sein. Also keine Tiefkühlkost, keine Mikrowellengerichte.
  • Für Mahlzeiten sollte man sich Zeit nehmen und das Essen genießen. Während des Essens sollte man daher Ablenkung vermeiden, also nicht Fernsehen oder das Checken von Mails auf dem Handy auf eine späteren Zeitpunkt verlegen.
  • Es mag nicht jedermanns Geschmack sein, aber ein warmes Frühstück aus gekochtem Getreide oder eine warme Nudelsuppe am Morgen tragen dazu bei, das Reservoir an Energie gut aufzufüllen. Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit. Das Abendessen daraf ruhig kleiner ausfallen.
  • Die chinesische Medizin empfielt, keine eiskalten Getränke zu sich nehmen, insbesondere im Sommer. Lieber Tee oder nur gekochtes Wasser trinken. Heißes Wasser verfügt über viel Qi.
  • Wenig Rohkost und wenig Milchprodukte verzehren, dies belastet den Verdauungsprozess.
  • Ideal ist es, wenn alle fünf Geschmacksrichtungen in einer Mahlzeit berücksichtigt werden.

Wer sich näher mit der Thematik beschäftigen will, dem empfehle ich die folgenden fünf Bücher aus dem österreichischen BACOPA Verlag (www.bacopa.at).

Abbildung in ArbeitRichard Fruhmann: Fünf Elemente im Wandel der Jahreszeiten für Neueinsteiger, Bacopa Verlag, 2. Aufl. 2013
Kompaktes, kleines Buch für einen ersten Einstieg in die Materie. Praxisnah und alltagstauglich werden die fünf Elemente beschrieben, inklusive Rezepte für einzelne Beschwerden. Ein Buch, das die Grundlagen der fünf Elemente auch für Laien verständlich darstellt. Sein Motto: „Es ist an der Zeit, dass wir die Gesundheit in unsere eigenen Hände nehmen.“

 

Roswitha Fehrer: Das 5-Elemente Kochen. Im Einklang mit Beruf und Haushalt, Bacopa Verlag, 3. Aufl. 2012Abbildung in Arbeit
Das Buch enthält eine Sammlung von 135 Rezepten, die eingeteilt sind in die Kategorien Frühstück, Fertiggerichte für den Arbeitsplatz, Mittagessen und Tanks auffüllen für den Rest des Tages, Abendessen, Übergewicht und Kinderküche. Die Zutaten sind durch Buchstaben nach ihrer Einteilung der fünf Elemente markiert. Neben Tipps zur Gewichtsabnahme findet der Leser Rezepte, die hauptsächlich mit westlichen Lebensmitteln zubereitet werden und auf den westlichen Gaumen abgestimmt sind. Es ist grundsätzlich kein Rezeptbuch für chinesische Mahlzeiten, abgesehen von Reissuppe oder Tofu-Reisbällchen. Auch wenn leider auf eine Bebilderungen verzichtet wurde, so machen Rezepte wie „Safran-Risotto mit Backobst“, „Mohnpalatschinken mit Balsamzwetschken“ oder „Marokkkanisches Ofengemüse“ dem Leser Lust, das eine oder andere Gericht auszuprobieren. Guten Appetit!

Abbildung in ArbeitFranz P. Redl (Hrsg.): Die Welt der Fünf Elemente. Anwendungsbereiche in Theorie und Praxis, Bacopa Verlag, 4. Aufl. 2010
Das Buch ist eine Sammlung von Aufsätzen verschiedener internationaler Experten der TCM. Ina Diolosa schreibt in ihrem Essay speziell über die „Fünf Wandlungsphasen in der Ernährung“. Das Werk bietet darüber hinaus einen Einblick in weitere Anwendungsbereiche der Fünf-Elemente-Theorie wie die Psychologie, Akupressur und Akupunktur, Tanz und Bewegung und NLP. Eine gute Übersichtsdarstellung, welche die unterschiedlichen Aspekte der Elementelehre aufgreift und das Interesse auch auf andere Themenbereiche lenkt. Zusätzlich gibt es Tabellen, Übungen und Alltagstipps. Ein Buch, das in erster Linie an den Fachleser gerichtet ist.

 

Abbildung in ArbeitSchweizerische Berufsorganisation für Traditionelle Chinesische Medizin (Hrsg.): Praxisbuch Nahrungsmittel und Chinesische Medizin, Bacopa Verlag, 3. Aufl. 2013

Dieses Buch bietet einen guten Überblick über die Wirkungsbeschreibungen und Indikationen der im Westen gebräuchlichen Lebensmittel. So erfährt man beispielsweise, dass Pinienkerne bei übermäßigem Konsum zu Feuchtigkeit und Schleim führen können, Zwiebeln Schleim löst, Brokkoli Blut tonisiert (stärkt),  Honig den Geist (Shen) beruhigt und Quark Hitze eliminiert und Toxine ausleitet. Auch die Wirkungsweise von Mungbohnen, chinesischem Pak-Choi oder Shitake-Pilzen wird ausführlich beschrieben. Jedem Lebensmittel, das auch bebildert ist, wird eine ganze Seite gewidmet. Das 376 Seiten umfassende Buch enthält darüber hinaus ein umfangreiches Register der Symptome sowie einen Index der Wirkungskategorien. Ein Nachschlagewerk, das man öfter in die Hand nehmen kann.

Abbildung in ArbeitPetra Kamb: Taschen-Lexikon Chinesische Medizin. Fachbegriffe und Zusammenhänge verstehen, 2013
Das Lexikon eignet sich für

Fachpersonen und Leser, die sich intensiver mit Fachbegriffen beschäftigen wollen. Das Buch enthält aber nicht nur Fachbegriffe von A-Z, es bietet weitaus mehr: eine Überblicksdarstellung zur Geschichte Chinas und der chinesischen Medizin, Zahlen und Fakten, viele Literaturhinweise, eine Übersicht der wichtigen klassischen Werke der chinesischen Medizin sowie kurze Einführungen in die Lehren des Daoismus, Konfuzianismus und Buddhismus. Besonders nützlich sind die Lernpfade, nach denen man das Lexikon durchforsten kann und so über eine medizinische Route in einzelne Themenbereiche einsteigt. Außerdem gibt es für einige Fachbegriffe zusätzliche Kommentare, die Zusammenhänge erläutern.

Buchrezension: „Chineasy“ – Chinesische Schrift leichter lernen mit Bildern

Copyright Chineasy Ltd. / ShaoLan Hsueh

Quelle: Copyright Chineasy Ltd. / ShaoLan Hsueh

Die chinesische Schrift sieht kompliziert aus, ihr Erlernen ist mühselig und erfordert viel Geduld und Ausdauer. Aber wie lassen sich die komplexen Schriftzeichen leichter im Gedächtnis behalten? Die Autorin ShaoLan Hsueh hat hierfür ihre eigene Methode entwickelt. In ihrem neuen Buch „Chineasy“ stellt sie diese vor.

Wie kann man Kindern auf einfache Weise die chinesischen Schriftzeichen vermitteln? Eine Frage, die sich die in London lebende Taiwanesin ShaoLan Hsueh stellte, als sie ihren Kindern die chinesische Schrift nahe bringen wollte. „Als ich anfing, meinen in Großbritannien geborenen Kindern Chinesisch beizubringen, wurde mir bewusst, wie schwierig die Zeichen für einen englischen Muttersprachler sind“, so ShaoLan Hsueh.

ShaoLan Hsueh, Foto:  Copyright Chineasy Ltd. / ShaoLan Hsueh

ShaoLan Hsueh. Foto: Copyright Chineasy Ltd. / ShaoLan Hsueh

Aus diesem Grund entwickelte die Tochter einer Kalligrafin eine Lernmethode, die auf zwei Prinzipien beruht: Sie hinterlegt einzelne Zeichen mit Illustrationen, die deren Bedeutung visualisieren, und sie wendet eine Art Baukastenprinzip an, bei dem einzelne „Bausteine“ miteinander kombiniert werden und so neue Schriftzeichen bzw. Wortbedeutungen entstehen.

Visuelle Eselsbrücken

Hsueh nutzt im wortwörtlichen Sinn die Funktion der Bildsprache. Auf dem Buchcover ist beispielsweise das Schriftzeichen für „Feuer“ abgebildet – umrahmt von einer abstrakten gelben Flamme. Beim Schriftzeichen für „Mund“, das wie ein Viereck aussieht, lachen den Leser weiße Zahnreihen an. Oder das aus zwei Strichen bestehende Schriftzeichen für Mensch wird ergänzt mit einem Kopf und Schuhen. Die chinesische Schrift ist nämlich ursprünglich eine Piktogramm-Schrift, die sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder änderte und abstrahiert wurde. Die Autorin greift dies auf und schlägt quasi den umgekehrten Weg ein, indem sie die heutigen traditionellen Schriftzeichen in Bilder setzt und so eine visuelle Eselsbrücke schafft. Eine einprägende und unterhaltsame Methode, um sich der chinesischen Schrift zu nähern. Jedes Schriftzeichen im Buch wird zudem erläutert und ist mit interessanten Hintergrundinformationen zur Entstehung versehen.

Schriftzeichen mit Baukastenprinzip

ShaoLan Hsueh stellt einzelne Bausteine vor, die in Kombination wiederum neue Wörter ergeben. Zwei Bäume ergeben beispielsweise das Wort für „Wald“. Und die Zusammensetzung von Dach und Schwein ergibt die Bedeutung „Zuhause“ oder „Familie“ – dies wird ergänzt mit dem Texthinweis, dass im alten China Schweine im Haus gehalten wurden, um sie zu schützen.

Fazit

Das Buch ist aufwendig gestaltet, liebevoll von Noma Bar illustriert und ein farbenfrohes Lehrbuch, dass man einfach gerne in die Hand nimmt. Chineasy richtet sich in erster Linie an Kinder, aber auch an diejenigen, die einen Einblick in die Grundlagen der chinesischen Schriftzeichen erhalten wollen. Es werden Grundbegriffe vermittelt wie Zahlen oder Tierbezeichnungen – erweitert mit einigen Phrasen am Schluss und der bebilderten Geschichte von „Peter und der Wolf“. Die Aussprache wird nur durch die Pinyin-Schrift erklärt, eine CD mit Audiodateien ist nicht vorhanden.  Letztendlich bleibt der Lernerfolg aber abhängig von der persönlichen Disziplin und Motivation. Hier kann das Buch mit Sicherheit einen Beitrag leisten, es bietet einen guten Einstieg – und es macht Lust auf mehr.

ShaoLan Hsueh: Chineasy. Chinesisch ganz easy, Edel Germany 2014, 192 Seiten, (250 Bilder),
17,95 €

Link: http://www.edel.com/de/buch/release/shaolan-hsueh/chineasy/

 

 

 

 

 

Rezension GU-Ratgeber: „Shaolin – In acht Schritten zu mehr Energie und innerer Balance“

Neues Jahr, neues Glück! Zeit, um die guten Vorsätze für die nächsten Monate in die Tat umzusetzen: gesunde Ernährung, mehr Bewegung, weniger Stress und auf die eigenen Bedürfnisse achten. Zahlreiche Ratgeber-Bücher bieten hierbei erste Orientierung und nützliche Tipps. In der Weihnachtszeit habe ich das GU-Buch „Shaolin – In acht Schritten zu mehr Energie und innerer Balance“ von Dr. Thomas Späth und Shi Yan Bao gelesen. Hier nun das Ergebnis meiner Lektüre.

In dem Buch „Shaolin – In acht Schritten zu mehr Energie und innerer Balance“ beschreiben die Autoren die Strategien der Shaolin-Mönche für innere Harmonie und Gelassenheit. Es werden Wege aufgezeigt, um dem Ziel der inneren Harmonie näher zu kommen. Wichtige Komponenten sind Bewusstsein, Einstellungen, Entspannung, Selbstmanagement, Atmung, ausgewogene Ernährung, Bewegung und Selbstdisziplin.

Leben im GleichgewichtDas „Leben im Gleichgewicht“ wird nicht als Worthülse deklariert, sondern anhand von Fallbeispielen im Alltagkontext erklärt. „Beobachten, ohne zu werten“ helfe, „unbewusste negative und positive Gedanken aufzuspüren“, und damit mehr Kontrolle über das eigene Denken zu erlangen. Damit einher gehe auch das Weg-Lenken bzw. Ausschalten negativer Gedanken. Mit anderen Worten: Einfach mal innehalten, auf die eigenen Emotionen achten. Sich positive Gedanken als Anker setzen.

Die vorgestellten Übungen sind prinzipiell auf den mentalen Aspekt ausgerichtet wie beispielsweise die „Priming-Atmung“ (eine Verbindung aus bewusstem Atmen und positiven Gedanken), „Motivation durch Hin-zu- und Weg-von-Ziele“ oder das „Aussteigen aus dem Gedankenkarussell“. Wer Qigong-Übungen oder spezielle Geheimtipps aus dem Shaolin-Kungfu erwartet, mag enttäuscht sein. Diese findet man in diesem Buch nicht. Jedoch verrät der Shaolin-Mönch  Shi Yan Bao in einem Sonderkapitel, wie er seinen Tagesablauf gestaltet und welche mentalen Übungen er täglich anwendet. Ein Büroangestellter wird die eine oder andere Übung auch im Berufsalltag gut integrieren können.

„Shaolin – In acht Schritten zu mehr Energie und innerer Balance“ erklärt die Ansätze der Shaolin-Philosophie textanalytisch mithilfe der modernen Hirn-, Resilienzforschung und Sport- und Ernährungswissenschaft. Der Leser erfährt in dem leicht verständlich geschriebenen Ratgeber Tipps und Erklärungen, allerdings vorwiegend aus westlicher Sicht. Kurze Weisheitsgeschichten und sinnstiftende Zitate aus aller Welt ergänzen die Ratschläge und Anwendungen im Buch.

Dr. Thomas Späth, Shi Yan Bao: „Shaolin – In acht Schritten zu mehr Energie und innerer Balance“, GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, München, 2013, 155 Seiten, €14,99

Buchtipp: „Triffst Du Buddha an der Bar, gib ihm einen aus“

BuddhaNoch ein Buch zum Thema Buddhismus? Auf Empfehlung eines Kollegen habe ich das Buch „Triffst Du Buddha an der Bar, gib ihm einen aus. Dharma, Karma und das pralle Leben“ von Lodro Rinzler gelesen. Es ist anders. Schon der Titel hat mich neugierig gemacht. Hier nun meine Rezension.

Rinzler beschreibt seine eigene Interpretation des tibetischen Buddhismus auf anschauliche, lockere und verständliche Weise – und dies weitgehend ohne esoterische Überhöhung. Der Autor hat sein Buch als Einführung in den Buddhismus mit einem Augenzwinkern geschrieben, zuweilen humorvoll-flapsig („Unglaublicher-Hulk-Syndrom“), zuweilen mit Tiefgang. Aber ohne den erhobenen Zeigefinger.

Am Beispiel der vier mythischen tibetischen Tiere – Tiger, Schneelöwe, Garuda und Drache – analysiert er das menschliche Verhalten und gibt Ratschläge, wie die buddhistische Lebensart helfen kann, typische Alltagsprobleme im Privaten oder im Job zu überwinden. Zum Beispiel durch das Loslassen von Erwartungen.

Es geht um Menschlichkeit, Offenherzigkeit, Mitgefühl und Toleranz. Darum, die eigene Haltung zu überprüfen, vielleicht mal eine andere Sichtweise anzunehmen, sich selbst nicht immer so wichtig zu nehmen. Zu begreifen, dass die äußeren Umstände sich oft nicht beeinflussen lassen, aber die innere Haltung schon.

„Die Welt muss sich nicht ändern oder verändert werden, um heilig  zu sein. Sie ist bereits heilig…Doch es gibt eine Sache, die man ändern kann und sollte. Deine Sichtweise kannst du ändern.“ (S. 214)

Wenn  Buddha in eine Bar käme, würde es  zumindest der Höflichkeit geschuldet sein, ihm einen auszugeben – und sei es auch nur ein Glas mit frischem Wasser. Wo wir auch schon bei Rinzlers Metapher des Wassers angelangt wären. Ein Sinnbild, das einleuchtend ist, ohne mit dem Zaunpfahl der Erleuchtung zu winken. Laut Rinzler ähnelt kristallklares Wasser unserem natürlichen Zustand des Geistes.

„Es funkelt und ist durch keine Welle getrübt“, so Rinzler. Emotionen oder starke Gedanken, die er mit Schlamm vergleicht, trübten das Wasser. Wir rühren Gedanken hin und her und befassen uns unentwegt mit Sorgen oder der Frage „Was-wäre-wenn“. Unser Geist sei „verschlammt“. Wichtig sei es, wieder Ordnung und Ruhe einzubringen, um das Wasser zu klären. Hierbei helfe beispielsweise die Meditation, das Nicht-Denken und die Konzentration auf den eigenen Atem. Auch wenn es mit der Erleuchtung nicht auf Anhieb klappt, ist es auch nicht schlimm. That’s buddhism.

„Meditation ist ein Selbstfindungsprozess. Es sollte nicht das Ziel sein, einen Zustand der Vollkommenheit zu erreichen…Wir lernen vielmehr, das perfekte Wesen zu sein, das wir bereits sind.“ (S. 51ff.)

Ein weiteres Kapitel lautet „Eine Gesellschaft auf Grundlage eines offenen Herzens“. Mag übertrieben, idealistisch und ein wenig schwulstig klingen. Dennoch steckt in diesem Ansatz ein wahrer Kern. Es ist ein Plädoyer für ein menschlicheres Miteinander in der Gesellschaft, ein  Aufeinander-zu-gehen anstatt einer Anti-Haltung gegenüber anderen und anders Denkenden. Darüber hinaus geht es im Buch auch um Achtsamkeit – die einfachen Dinge des Lebens zu schätzen, den Moment wahrzunehmen und zu genießen.

Wer einen leichten, unterhaltsamen und nicht „Bier-ernsten“ Lektüreeinstieg für den Buddhismus sucht, sollte Rinzler lesen. Er richtet sich sprachlich in erster Linie an die jüngere Generation, eignet sich aber generell für alle Berufstätigen mit Interesse am Thema.

Am Ende sollte sich aber jeder Leser, der sich mit dem Buddhismus beschäftigt, der Erkenntnis bewusst sein: Buddha findest Du in keinem Buch – Buddha ist in dir.

Lodro Rinzler: Triffst Du Buddha an der Bar, gib ihm einen aus. Dharma, Karma und das pralle Leben, Aurum 2012, 224 Seiten, 18,95 €

Buchtipp: Jorge Bucay „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“

Auf den ersten Blick hat Jorge Bucay recht wenig mit China zu tun. Er ist Argentinier, Psychotherapeut und ein begnadeter Schriftsteller. In seinem Buch „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“ schlägt er jedoch eine Brücke nach Fernost: mit Zen-Weisheiten aus China, japanischen Parabeln und Gleichnissen aus Tibet – und dies auf faszinierende Weise.

Vor kurzem bin ich über eine Empfehlung auf Jorge Bucay aufmerksam geworden und sein Buch „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“ hat mich vollends begeistert. Bucay versteht es, anhand kurzer Erzählungen, die eingebettet sind in einen Dialog zwischen dem Protagonisten Demian und seinem Therapeuten, auf die sinnstiftenden Fragen des Lebens einzugehen, ohne belehrende Antworten zu geben. Stattdessen werden dem Leser durch klug ausgewählte Gleichnisse Weisheiten für den Alltag ans Herz gelegt, die für viele Lebenslagen nützlich sind. Lehrreiche Weisheiten, die Mut machen, Trost spenden, den eigenen Blickwinkel ändern und der menschlichen Seele den Spiegel vorhalten.

Buddha sitzend

„Solange es Menschen wie Dich gibt, die sich jahrein jahraus auf die Suche nach mir begeben und unterdessen zugunsten anderer auf ihre eigenen Bedürfnisse verzichten, kann Buddha nicht sterben. Denn genau das ist Buddha. Buddha ist in dir.“ (Jorge Bucay, Komm, ich erzähl dir eine Geschichte, Kap. Auf der Suche nach Buddha, S. 123)

Zen-Weisheiten aus China und mehr

Bucay überzeugt durch intelligente, humorvolle und philosophische Ansätze und vor allem durch seine wunderbare Erzählkunst, die leicht verständlich, aber dennoch anspruchsvoll ist. Einfühlsame Anekdoten, verblüffende Wendungen, die zum Nachdenken anregen, und ein unterhaltsamer, klarer Sprachstil zeichnen das Buch aus. „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“ ist ein sehr unterhaltsames und inspirierendes Buch, das glücklich macht und positiv berührt. Mein persönliches Fazit: Absolut lesenswert!

Jorge Bucay und übersetzt von Stephanie von Harrach: Komm, ich erzähl dir eine Geschichte, Fischer Taschenbuch,13. Auflage, April 2012
288 Seiten, 8,95 € (D), ISBN: 978-3-596-17092-0