Buchtipps: Entspannen mit Achtsamkeit, Zen-Weisheiten und Malkunst

Wie kann es gelingen, die Herausforderungen in Beruf und Familie gelassener zu meistern, leere Akkus aufzufüllen und neue Kraft zu schöpfen? Inspiration hierfür bieten drei Publikationen aus dem ars Edition Verlag.

ars Edition Wege zur Achtsamkeit„Wege zur Achtsamkeit“ ist ein kleines kunstvoll gestaltetes Buch, das fernöstliche Weisheiten und Anekdoten aus dem Zen-Buddhismus mit Landschaftsbildern kombiniert. Die Zitate, die den verschiedenen Themenbereichen wie Aufmerksamkeit, Meditation, Erkenntnis zugeordnet sind, sind passend ausgewählt und regen zum Innehalten und Nachdenken an. Wer Hintergrundinformationen zum Zen-Buddhismus oder Mediationsübungen erwartet, wird hier allerdings nicht fündig. Das Büchlein bietet jedoch eine schöne Ansammlung an asiatischen Weisheiten und eignet sich gut als Geschenk, das vor allem durch seine hochwertige Ausstattung überzeugt.  Klein, aber fein mit 72 Seiten.

 

Rühre an das Leere in deinem Leben, und dort werden Blumen blühen. ~ Zen-Weisheit

ars Edition be happy„Be happy“ ist ein Malbuch für Erwachsene mit 40 Motiven zum Ausmalen. Ausmalbücher zur Entspannung liegen derzeit im Trend. Dieses Buch unterscheidet sich jedoch auf besondere Weise: Fotomotive – wie beispielsweise Blumen, Tiere oder ein lachender Buddha – werden mit gezeichneten Elementen, die farblich selbst gestaltet werden können, umrahmt. So entsteht eine individuelle Collage aus Bildern und Illustrationen, die nicht nur dekorativ anzuschauen ist, sondern auch zur Entspannung beitragen soll.

 

„Was du heute denkst, wirst du morgen sein.“ ~ Buddha Siddhartha Gautama

ars edition Zen Zauber„Zen Zauber, Weisheiten aus Fernost“ ist ein Aufsteller mit bekannten und weniger bekannten Lebensweisheiten aus dem asiatischen Raum – von Laotse und Konfuzius über Mahatma Gandhi und dem Dalai Lama bis hin zu Buddha. 192 Seiten mit Sinnsprüchen und Fotos, die einen an mehr Gelassenheit im Alltag erinnern sollen. Praktisch beispielsweise auf dem Schreibtisch im Büro eignet sich das Buch als dekorativer und motivierender Alltagsbegleiter für jeden Tag. Von den drei Publikationen ist dies mein Favorit!

http://www.arsedition.de/

 

Buchtipp: Fachsprache Recht für Deutsch-Chinesisch-Englisch

Fachsprache Recht Legal LanguageKennen Sie Rechtsbegriffe auf Chinesisch? „Fachsprache Recht, Legal Language, Deutsch/Chinesisch/Englisch“ von Dr. Jiagu Richter ist ein neues Lehrbuch für Lehrer und Sinologiestudenten, Chinaforscher, Manager in China und Übersetzer. Erläutert wird das Rechtssystem und ausgewählte Rechtsfälle, die analysiert werden.

Das Fachbuch verfügt über sechzehn Lektionen, die ausgewählten Bereichen des chinesischen Rechts wie Zivilrecht, Strafrecht oder Eherecht zugeordnet sind. Chinesische Grundkenntnisse sollten vorhanden sein, sodass man beispielsweise eine Zeitung lesen kann. Der Sprachkurs hat das Ziel, den Lernenden in die Lage zu versetzen, einen Rechtsfall mit den passenden Vokabeln selbst erklären zu können oder auch in den Medien zu verstehen. Die Lektionen umfassen Textübersetzungen, eine Vokabelliste mit über 500 Rechtsbegriffen, Sprachübungen und Auszüge von chinesischen Rechtstexten. Für zukünftige Rechtsexperten mit Sicherheit ein nützliches Standardwerk.

Richter Jiagu: „Fachsprache Recht, Legal Language, Deutsch/Chinesisch/Englisch“, BACOPA Verlag, 2016, 196 Seiten

Buchtipp – Bildband China: Entdeckungen im „Reich der Mitte“

China BildbandDer Bildband „China: Entdeckungen im ‚Reich der Mitte'“ umfasst zahlreiche Fotos aus allen Ecken Chinas – von der Mongolei über Peking bis hin zum südlichen Guangdong. Für China-Interessierte ein wahrer Augenschmaus. Angereichert mit kurzen Hintergrundinformationen zu Geschichte und Gegenwart des bevölkerungsreichsten Land der Erde.

Der Leser bzw. Betrachter des Bildbandes erhält einen sehr umfangreichen Einblick in die Architektur, Landschaft und Kultur Chinas. Selbstverständlich widmet sich das Buch den großen Städten wie Peking, Shanghai und Hongkong. Die vielen Panoramabilder sind faszinierend – ein Highlight ist die ausklappbare, 84 cm breite Panoramaansicht der Hongkong Skyline, die sich Touristen vom Peak aus bietet.

Zu den wohl überraschenden Aufnahmen zählen der gelbe trichterförmige Jin Mao Tower in Shanghai, die „Regenbogenberge“ im Zhangye-Danxia-Geopark (die aussehen, als hätte sie jemand mit Farbpinseln angemalt – ist aber nur eine Laune der Natur), die beleuchteten Eisskulpturen des Eis- und Schneefestivals in Harbin, die farbig angestrahlten Schilfrohrflötenhöhle in Guilin und der skurille Steinwald in Kunming. Daneben werden traditionelle Tempelanlagen und Klöster vorgestellt, moderne Architektur wie die Bubble Tram in Guangzhou (Riesenrad mit Kugelkabinen) oder die riesige leuchtende Jifen-Brücke, die berühmten Kormoranfischer am Li-Fluss oder das Wolong-Panda-Reservat. Darüber hinaus erfährt man in kurzen Texten, dass beispielsweise im drittgrößten Staat der Erde mehr als eine Milliarde Han-Chinesen leben, außerdem noch Minderheiten wie Thaivölker, tibetische Völker, Turkvölker und Mongolen. Chinesische Essgewohnheiten und die Tierwelt Chinas werden am Rande erwähnt.

Der Bildband schafft es, den Spagat Chinas zwischen Tradition und Moderne sichtbar zu machen und die unterschiedlichen Regionen mit ihren Eigenheiten und Besonderheiten aufzuzeigen. Wer eine Reise nach China plant oder sich von der Vielfalt des Landes auf mehr als 570 Seiten verzaubern lassen will, für den ist der Bildband eine gute Wahl. Als Reiseführer mit seinen 2,7 kg ist er weniger geeignet. Also am besten zu Hause im Sessel schmökern.

China: Entdeckungen im „Reich der Mitte“, Kunth Verlag, 2015, 881 Abbildungen

Ratgeber für Gelassenheit: Das Lotusblütenprinzip

„Das Lotusblütenprinzip“ von Thomas Augspurger ist ein Ratgeberbuch für gestresste Berufstätige, die Lösungsstrategien für mehr Gelassenheit suchen und den Ärger im Büro so gering halten wollen wie möglich. Dabei soll das Prinzip der Lotusblüte helfen: Ärger abperlen lassen, aber auch Wichtiges aufnehmen.

Der Titel des Buches mag manchen Leser in die Irre führen. Nein, es geht nicht um einen auf asiatische Methoden aufbauenden Gelassenheitsratgeber, sondern um ein Kompendium an wissenschaftlichen Erkenntnissen der westlichen Welt, die das Lotusblütenprinzip als Ausgangpunkt für verschiedene mentalen und rhetorische Methoden ansetzt. Wie bei der Lotuspflanze sollen gute externe Einflüsse zum (beruflichen Überleben) durchgelassen und aufgenommen werden – schädliche Informationen hingegen sollen „abperlen“ wie auf der Oberfläche eines grünen Lotusblatts.

Der Leser erfährt nicht nur verschiedene Lösungen für Konfliktsituationen, sondern auch wie (Meta-)Kommunikation funktioniert, wie man gelassen verhandelt, Zeitfallen analysiert und sogar wie ein gelassener Umgang in Beziehungen gelingen kann. Wichtig sei es beispielsweise, Emotionen zu äußern, aktiv zuzuhören und zu überdenken, ob eine Konfontration überhaupt sinnvoll ist oder nur noch mehr Ärger hervorruft. Eventuell ist Zurückhaltung angebracht und ein Kompromiss „zieldienlicher“.

Der Autor erläutert seine Methoden mit vielen Beispielen, die jeder mit Sicherheit schon einmal im eigenen Büro selbst erfahren oder zumindest beobachtet hat. Ein im flüssigen Schreibstil verfasstes Buch, das für den Alltag einige nützliche Hinweise bietet.

Das Lotusblütenprinzip. Gelassenheit im Job durch den Abperl-Effekt, Haufe-Lexware, 2010, 2. Auflage, 192 Seiten

6 Linktipps: Kantonesisch lernen auf Youtube

Wer mehr über die kantonesische Sprache erfahren will, findet auf Youtube ein Sammelsurium an interessanten (aber zumeist englischsprachigen) Videos – von witzig aufbereiteten Sprachkursen  bis hin zu kleinen Infotainmentshows. Einige interessante Kanäle bzw. Videos möchte ich Euch heute vorstellen. Viel Spaß beim Lernen!

1. Learn Cantonese with CantoneseClass101.com
CantoneseClass101.com ist ein Kanal, der kostenlose Lernvideos im Abo anbietet. Die Kurztutorials kann man sich aber auch einfach auf Youtube anschauen. Zum Beispiel stellt Olivia jede Woche ein neues Thema vor und erklärt neue Vokabeln mit einfachen, alltagstauglichen Sätzen.

Weekly Cantonese Words with Olivia – Hobbies
https://www.youtube.com/watch?v=GJ5BNZuiV8I

Learn the Top 25 Must-Know Cantonese Phrases!
https://www.youtube.com/watch?v=rnq5LStlZPE

Eine weitere Reihe stellt Begriffe zu bestimmten Themen mit Bildern vor. Bild sehen, Vokabel hören und nachsprechen. Ganz nach dem chinesischen Sprichwort: Einmal sehen ist besser als tausendmal hören. Probiert es aus!

Learn Cantonese with Pictures – Get your fruits!
https://www.youtube.com/watch?v=b9qEgM_dCGA

2. Carlos Douh

Carlos lebt in Hongkong und bringt den Usern die kantonesische Umgangssprache mit schauspielerischen Einlagen und Erklärungen bei. Zusätzlich gibt es englische Untertitel.
https://www.youtube.com/user/carlosdouh

3. LearnCantoneseFast
LearnCantonesefast wird von freehongkong.net angeboten. Ein Sprecher erklärt am Monitor ausführlich die Aussprache und Grammatik.
https://www.youtube.com/watch?v=mUr6t3qKF7k

4. Off The Great Wall
In einem Video werden die Unterschiede zwischen Mandarin und Kantonesisch erklärt.
https://www.youtube.com/watch?v=e73btaVo868

In einem anderen Video geht es  um Cantonese Slang.
https://www.youtube.com/watch?v=GcRzyTLjVoY

5. The WingShantsui Channel

Cantonese Words That Are Actually English
https://www.youtube.com/watch?v=b1fc7NXdZ7g

6. Young Post

Können Chinesen Ausländer, die Kantonesisch sprechen, verstehen? Hier ein lustiges Video zu dieser Frage.
Say what now? Cantonese speakers guess what English speakers are saying in Cantonese
https://www.youtube.com/watch?v=qb5uW5kotNQ

Buchtipp für Manager: Die China-Strategie – Erfolgreiches Networking im Reich der Mitte

China-Strategie, be.braWer mit chinesischen Unternehmen erfolgreich Geschäfte abschließen will, muss nicht nur die wirtschaftlichen Aspekte im Blick haben, sondern auch die kulturellen Gepflogen- und Eigenheiten der Chinesen kennen. Wodurch zeichnet sich das Business in China aus? Wie ticken chinesische Geschäftspartner? Wie funktioniert Networking im Reich der Mitte und wie vermeidet man, in berufliche Fettnäpfchen zu treten? Professorin Yu Zhang, Unternehmerin und Beraterin, beschreibt die Grundlagen der chinesischen Network-Philosophie in ihrem Buch Die China-Strategie – Erfolgreiches Networking im Reich der Mitte.

Bei Besuchen, Verhandlungen oder Geschäftsessen mit Chinesen kann es bei westlichen Geschäftsleuten zu Irritationen und Missverständnissen kommen, wenn ein Verständnis für die asiatische Mentalität gänzlich fehlt. Um den Zugang zu dieser zu vereinfachen, hat Yu Zhang die wichtigsten Tipps zusammengefasst und in einer Art Handbuch erläutert, wie man bessere Geschäftsbeziehungen zu chinesischen Kunden, Partnern und Mitarbeitern pflegt und sich ein berufliches Netzwerk aufbaut.

Chinesen besser verstehen

Das erste Kapitel gibt Aufschluss über die „Basics“  von China: von Zahlen und Fakten und den aktuellen Wirtschaftstrends über die drei Lehren Konfuzianismus, Buddhismus und Daoismus bis hin zu chinesischen Feiertagen und Trinksprüchen. Chinesen, insbesondere die junge Generation, zeigen sich zunehmend selbstbewusster gegenüber dem Westen, sind technologievernarrt und kopieren auch den westlichen Lifestyle mit Luxusartikeln aus dem Westen. Chinesische private Unternehmer sind angesehen und gelten mittlerweile als Motor für den wirtschaftlichen Erfolg. Bezeichnender Weise hat sich die Abschiedsfloske bei Besuchen von chinesischen Gästen geändert. So heißt es nicht mehr „Vielen Dank, dass wir von Ihnen lernen durften“, sondern „Vielen Dank, dass wir uns austauschen konnten“, wie Zhang erläutert. Doch nicht nur deutsche Unternehmer knüpfen Beziehungen nach China, auch chinesische Manager zieht es nach Europa, um zu investieren, Zugang zu modernen Technologien aus dem Westen zu erhalten und neue Märkte zu erschließen.

Networking in China: Business-Knigge

Chinesische Verhaltensweisen und Networking unterscheiden sich grundlegend von denen der westlichen Kultur. Die Autorin verweist auf eine Managementkultur, die geprägt ist durch die traditionellen gesellschaftlichen und kulturellen Voraussetzungen. Hierarchische Strukturen sind bestimmend – der Arbeiter befolgt die Anweisungen des Vorgesetzten ohne Wenn und Aber. Hier spielt der Einfluss des Konfuzianismus eine Rolle. Darüber hinaus ist Pragmatismus wichtig, wichtiger als eine rigide Planung. So sind Chinesen oft flexibler bei der Lösungsfindung und schlagen auch gerne ohne Absprache plötzlich eine andere Richtung ein, wenn es mehr Erfolg verspricht. Das „Gesicht wahren“ und „Gesicht geben“ ist ein weiterer Aspekt, der für das berufliche Miteinander entscheidend ist. Die Autorin empfiehlt, andere zu loben, nicht mit eigenen Triumpfen anzugeben und Kritik nur im Einzelgespräch zu äußern, damit der andere nicht sein Gesicht verliert. Harmonie statt Konfrontation heißt das Gebot – selbtstverständlich auch im Business.

Besonders wichtig ist für chinesische Geschäftsleute die zwischenmenschliche Beziehung – anders als im Westen ist die Verknüpfung von Beruf und Privatem, das Vitamin-B, die persönliche Empfehlung durch Freunde und einflussreiche Personen ein entscheidendes Mittel für den beruflichen Erfolg – sei es auch nur für die Erlangung eines Praktikumsplatzes. Durch das Beziehungsgeflecht wird ein Netz aufgebaut, das gepflegt werden muss, um beispielsweise spätere Entscheidungen für Kooperationen, Geschäftsabschlüsse, Jobs o.ä. in der Zukunft positiv zu beeinflussen und durch das Investieren in Freundlichkeiten und gegenseitige Unterstützung späteren Nutzen zu ziehen.

Praktische Beispiele

So kann es nicht schaden, zu wissen, dass man nach dem Geschäftsessen gemeinsam eine Karaokebar aufsucht oder zur Fußmassage geht oder dass man asiatische Gäste nicht mit seinem bescheidenen Privatauto selbst abholen sollte, wenn man als Führungskraft eine hohe Position einnimmt und als solche auch wahrgenommen werden möchte. Auffällig ist, dass sich chinesische Firmen gerne in Imagebroschüren überschwänglich darstellen und sich Manager gern mit hohen Politikern ablichten lassen. Hier gilt, Protzen ist erlaubt!

Who is Who der VIP-Chinesen

Im Anhang findet der Leser eine Auflistung der 100 wichtigsten Persönlichkeiten in Chinas Wirtschaft, Politik und Kultur, die teilweise auch hierzulande bekannt sind wie der Pianist Lang Lang oder der Künstler Ai Weiwei. Mittlerweile ist Hu Jintao nicht mehr Staatspräsident, sondern Xi Jinping, der im Buch als Nachfolger bereits benannt ist.

„Die China-Strategie“ ist ein interessant zusammengestellter Leitfaden durch die Business-Mentalität in China. Das Buch ist leicht verständlich geschrieben und mit vielen chinesischen Sprichwörtern und Beispielen aus dem Berufsalltag, die häufig auftretende Verständnisprobleme aufzeigen und diese erklären. Lesenswert für Manager und alle China-Interessierten, die mehr über den chinesischen Business-Knigge erfahren wollen.

Yu Zhang: Die China-Strategie. Erfolgreiches Networking im Reich der Mitte, be.bra verlag 2012, 192 Seiten

Yu ZhangDie Autorin Yu Zhang wurde in der südchinesischen Provinzhauptstadt Nanchang geboren und wuchs in China auf. Sie gründete ihre eigene Firma China Communications Consulting. Seit Anfang der 1990er Jahre lebt sie in Berlin.

 

Buchtipps: Qigong als Heilmethode

Qigong ist nicht nur gymnastische Bewegungsübung, sondern beinhaltet auch einen medizinischen Aspekt. Denn als Heilmethode ist es eine Alternative oder Ergänzung zur westlichen Medizin. Bereits im ältesten medizinischen Lehrbuch, dem Huang Di Nei Jing (Klassiker des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin), werden Qigong-Übungen vorgestellt, die der Gesundheitspflege dienen. Qigong vereint Bewegungsübungen, Atmung und Meditation – Übungen, die die Lebensenergie Qi stärken, regulieren, harmonisieren. Zwei Bücher zum Thema Qigong als Heimethode möchte ich im Folgenden vorstellen.

Tao_Selbstheilung_CoverDr. med. Josephine Zöller beschreibt in ihrem Buch „Das Tao der SelbstheilungQi als Naturkraft, die empirisch erfahrbar sei und ohne die Leben nicht sein könne. Qi zu definieren, ist nicht einfach. Denn Qi ist mehr als Lebensenergie. Es wird auch übersetzt als Atem, Dampf, universelle Kraft. Laut Laotse ist Qi „Materie, die man nicht sieht, wie auch Luft Materie ist, die man nicht sieht.“ Ohne Qi gibt es kein Leben, keine Bewegung, kein Wachstum. Skeptikern hält Zöller entgegen, dass auch Gravitation oder das menschliche Bewusstsein nicht sichtbar seien und ihr Wesen wissenschaftlich nicht erfassbar wäre. Hierin würden sich die Denkmodelle der westlich-naturwissenschaftlichen und der fernöstlichen Gesellschaften massiv unterscheiden. Die Autorin erklärt in einer kurzen Einführung die theoretischen Grundlagen des Qigong, die Bedeutung des Qi, den Bezug zur Tageszeit, die Meridiane (Energieleitbahnen im Körper) und den kleinen  und großen Energiekreislauf, die drei Dantian (Regenerationsorte bzw. Sammelpunkte des Qi). Zöller unterscheidet zudem die verschiedenen Arten des Atmens. Die natürliche Atmung erfolge „rund, weich, langsam und tief“  und außschließlich durch die Nase. Bei der Qi-Atmung wird durch die Nase ein- und durch den Mund ausgeatmet. Beim sogenannten Windatmen zieht man die Luft in zwei bis drei Luftzügen ein und atmet anschließend mit  tiefer Absenkung der Bauchdecke wieder aus. Schwerpunkt des Buches sind die traditonell überlieferten Qigong-Übungen, die systematisch aufbereitet und gut illustriert sind.

Die Übungen, die im Stehen oder Liegen oder im Gehen praktiziert werden, sind bekannte Formen wie „den Himmel stützen, die Erde stemmen“ oder „mit Pfeil und Bogen schießen“, aber auch Meditationen wie „der Tiger reckt sich“  oder „das Qi durch das Jadekissen lenken“. Zudem gibt sie Tipps für Massagen von Akupressurpunkten beispielsweise zur Linderung von Kreuz- und Rückenschmerzen oder Kopfschmerzen. Die vorgestellten Übungen umfassen im Wesentlichen das in der chinesischen Heilkunst praktizierte weiche Qigong. Das Buch von Zöller bietet eine übersichtliche Darstellung der Thematik. Die Übungen sind geeignet für Qigong-Anfänger und Fortgeschrittene. Insgesamt ein gutes Einführungsbuch in die Praxis des Qigong.

Therapeutsches Qi Gong_CoverQigong als Therapie bei Krankheiten und als Mittel zur Regeneration ist auch Schwerpunkt des Buches „Therapeutisches Qi Gong“ von Alexandra Gusetti, Jumin Chen und Wolfgang Seiringer. In diesem Buch geht es um den therapeutischen Ansatz, den Prinzipien des Qigong von seinen Anfängen bis zur therapeutischen Arbeit und um die Komplexität des Heilwissens „hinter den Übungen“. Laut Gusetti soll es aber kein Lehrbuch der chinesischen Medizin sein. Die Übungen sind an Praktiker gerichtet, die aber meines Erachtens schon einen gewissen Hintergrund an Erfahrungen mitbringen sollten. Erläutert werden Bewegungsübungen, Meridianmeditationen und Massagen, auch im Bezug zu den Funktionskreisen Magen-Milz, Niere-Blase, Leber/Galle, Herz-Dünndarm, Lunge-Dickdarm. Symptome wie Müdigkeit, Blässe, Kurzatmigkeit deuten beispielsweise auf ein Herz-Qi-Mangel hin. Im therapeutischen Qigong muss das Herz-Qi durch Meditation und Bewegung ernährt und reguliert werden. Entsprechende Übungen sind nachzulesen. Meridiantafeln finiden sich zusätzich im Anhang.

Eine Besonderheit bietet ein philosophischer Ausflug der Autorin in die Naturwissenschaft: Im Kapitel zur kulturübergreifenden Betrachtung wagt sie die außergewöhnliche Verknüpfung von Qi und Quantenphysik. „Als Quantenlogik gilt: Liegt ein Zustand vor, so kann bei einer Überprüfung ein anderer erhalten werden. Es gilt nicht mehr Ja oder Nein.“ Diese quantenphysikalische Denkweise habe mehr mit dem Denk- und Wahrnehmungsmodell östlicher Kulturkreise zu tun als das Konzept der klassischen westlichen Naturwissenschaft. Es ist kein Einsteigerbuch, sondern eher ein Fachbuch mit wissenschaftllichem Schreibstil und wenig Bebilderung. Wer sich jedoch mit Qigong im Kontext chinesischer Medizin und Energetik intensiver beschäftigen will, kann das Buch von Gusetti als hilfreiches Nachschlagewerk nutzen. Beide Bücher sind im Bacopa Verlag erschienen.

Links:

Dr.  med. Josephine Zöller, Das Tao der Selbstheilung, Bacopa Verlag

Alexandra Gusetti, Therapeutisches Qi Gong, Bacopa Verlag

 

 

Buchtipp: „Vom Drachen zum Panda“ – das moderne China im Wandel

Cover Vom Drachen zum Panda vsmChinas Wirtschaft und Gesellschaft befindet sich in einem rasanten Wandel. Auch die Wertvorstellungen der jungen Generation, die vernetzt, gut ausgebildet, anspruchsvoll und selbstbewusst ist, verändern sich. Brigitte Ott-Göbel berichtet in ihrem Buch „Vom Drachen zum Panda. Führen, Lehren und Lernen im modernen China“ über die Lebens- und Arbeitswelt der jungen Chinesinnen und Chinesen, die sich zwischen dem Westen und der eigenen Tradition zurecht finden müssen und von einem guten Beruf und glücklichen Leben träumen. Praxisnah und leicht verständlich erklärt sie die kulturellen Unterschiede der Verhandlungskunst chinesischer Führungskräfte und gibt Hinweise, wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit gelingen kann.

Der Titel des Buches selbst stellt die These des gesellschaftlichen Wandels Chinas in den Raum: Ist das Bild des starken „Drachens“ Chinas, das wirtschaftlich vorherrschend sein will, noch gültig oder neigt das moderne China allmählich dazu, die Züge des eher zurückgenommenen „Pandas“ anzunehmen, der nach Wohlstand und guten Lebensbedingungen strebt und weniger dominant ist? Die Autorin berichtet in ihrer Publikation von ihren persönlichen Erfahrungen und lässt auch Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft zu Wort kommen.

Verhandlungsführung in China

Worauf sollte man achten, wenn man mit Delegierten chinesischer Firmen in Verhandlungen tritt? Ott-Göbel bringt die wesentlichen Fakten auf den Punkt: Man sollte mehr Zeit aufbringen als mit westlichen Verhandlungspartnern, flexibel sein, was eine vorher festgelegte Agenda angeht, Hierarchien beachten, eine Einladung zum Essen oder Karaoke auf keinen Fall ablehnen (sonst droht Gesichtsverlust und womöglich kein Vertragsabschluss), eine persönliche Beziehung zum Geschäftspartner aufbauen, offen für chinesische Speisen sein (aber auch durchaus anmerken, dass man Vegetarier ist oder keinen Alkohol trinkt) und damit rechnen, dass ein bereits unterzeichneter Vertrag auch im Nachhinein noch vom chinesischen Vertragspartner in Frage gestellt werden kann. Übrigens haben es chinesische Geschäftsfrauen leichter als ihre westlichen Kolleginnen, akzeptiert zu werden, denn viele Frauen in China sind berufstätig und arbeiten sogar in hohen Positionen in Branchen, die man hierzulande eher der Männerdomäne zuordnen würde, wie der LKW-Handel oder die Baubranche.

Erfahrungsberichte von Experten

Ergänzt wird derRatgeber mit interessanten Interviews mit Praktikern wie zum Beispiel dem Wirtschaftswissenschaftler Christoph Daniel Jia, der mit seinen Waldorf Camps Freizeitangebote für Kinder und Familien anbietet, oder dem Konzernmanager Klaus Maier, der über das Verhältnis von chinesischen Führungskräften und ihren Mitarbeitern berichtet. Eine gute Führungskraft in China müsse nicht nur Fachkompetenz aufweisen, sondern auch den persönlichen Umgang mit seinen Mitarbeitern pflegen – und sei es auch nur, einem Mitarbeiter zur Einschulung seines Kindes zu gratulieren. Am Schluss gibt die Autorin dem Leser noch die „Acht Regeln für das China von heute“ an die Hand. Im Wesentlichen geht es um Offenheit gegenüber einer anderen Kultur, gute Führungsqualitäten, Geduld und das Ablegen von Vorbehalten.

Mein Fazit: Wer sich für die chinesische Berufswelt interessiert, erhält in diesem Buch viele wichtige Tipps über Etikette, Lernkultur und Denkweise der Chinesen. Interessante Fakten und Geschichten, chinesische Sprichwörter und Interviews machen das Buch zu einem nützlichen Ratgeber für Geschäftsleute, Führungskräfte, Trainer und Berater, die beruflich mit chinesischen Unternehmen zu tun haben. Die Hinweise zur Business-Etikette helfen, Fehler zu vermeiden, Missverständnisse vorzubeugen und die Mentalität der Chinesen besser zu verstehen. Eine kurzweilige Lektüre, die einen guten Einblick verschafft und lesenswert ist.

Brigitte Ott-Göbel: Vom Drachen zum Panda. Führen, Lehren und Lernen im modernen China, literatur-vsm 2015

Brigitte Ott-Göbel

Brigitte Ott-Göbel, Foto: literatur-vsm

Brigitte Ott-Göbel (geb. 1960) ist China-Expertin und hat im Rahmen von Joint-Venture-Projekten viel China bereist und selbst Verhandlungen geführt. Seit 2009 arbeitet sie als selbständige Beraterin für Führungskräfte. Die Autorin ist zurzeit wieder für einen Lehrauftrag an der Hochschule in Taian, Provinz Shandong. Über ihre Erlebnisse mit der jungen Generation der Chinesen berichtet sie in ihrem Blog unter dem folgenden Link:

http://china.ott-goebel-consulting.com/