Asiatische Weisheiten zur Gelassenheit

BuddhaGelassenheit fällt zuweilen schwer. Wer sich bewusst macht, dass Ruhe und Besonnenheit eine Fähigkeit ist, die man lernen kann, kann den Stress im Alltag leichter bewältigen.
Wie haben die alten Philosophen darüber gedacht? Hier folgen ausgewählte Weisheiten von Laotse, Konfuzius und Buddha.

„Wo zwei zusammenstoßen, siegt der Besonnene.“ ~ Laotse

„Der höhere Mensch hat Seelenruhe und Gelassenheit, der gewöhnliche ist stets voller Unruhe und Aufregung.“ ~ Konfuzius

„Wer das Ziel kennt, kann entscheiden. Wer entscheidet, findet Ruhe. Wer Ruhe findet, ist sicher. Wer sicher ist, kann überlegen. Wer überlegt, kann verbessern.“ ~ Konfuzius

„Der Fürst, der sein Land regiert mit Tugend, gleicht dem Polarstern. Selbst ruhend, wird von allen Sternen er umkreist.“ ~ Konfuzius

Statue Kunyam„Echtes Glück erfordert den Frieden des Geistes oder ein Maß an geistiger Gelassenheit. Wenn dies vorhanden ist, zählt Härte nichts.“ ~ Buddha

„Nicht außerhalb, nur in sich selbst soll man den Frieden suchen.
Wer die innere Stille gefunden hat, der greift nach nichts, und er verwirft auch nichts.“ ~ Buddha

„Du lächelst – und die Welt verändert sich.“ ~ Buddha

„Laß deinen Geist still werden wie einen Teich im Wald. Er soll klar werden, wie Wasser, das von den Bergen fließt. Laß trübes Wasser zur Ruhe kommen, dann wird es klar werden, und laß deine schweifenden Gedanken und Wünsche zur Ruhe kommen.“ ~ Buddha

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Buchtipp: „Als Buddha noch ein Elefant war“

Als Buddha noch ein Elefant war, AllegriaBuddhistische Weisheiten offenbaren sich in den traditionellen indischen Erzählungen und Anekdoten. Der Kunstprofessor Mark W. McGinnis hat die Geschichten über Buddhas früheres Leben in seinem Buch „Als Buddha noch ein Elefant war“ (Originaltitel: When Buddha was an elephant), erschienen im Allegria Verlag, zusammengetragen. Meine Erkenntnis: einfach märchenhaft.

Bereits beim Aufschlagen des Buchs taucht der Leser ein in eine andere Welt: Die vom Autor selbst entworfenen bunten Illustrationen mit Tiermotiven prägen jedes Kapitel. Die Erzählweise, die der Autor gewählt hat, ist bewusst im Gestus vergangener Zeiten gehalten. Dadurch unterstreicht er die poetische Qualität der 32 Geschichten, die von Mitgefühl, Ehrlichkeit und Achtsamkeit der Protagonisten berichten.  In „Der Elefant, die Zimmerleute und der König“ oder „Der goldene Pfau und der Jäger“ wird beispielsweise das Mitgefühl als eine der buddhistischen Grundregeln thematisiert.

Wer sich für die alten Lehrgeschichten Buddhas interessiert und Freude an kreativ gestalteten Büchern hat, dem kann ich das Werk empfehlen. Ein Buch, das sich besonders zum Vorlesen eignet, zur eigenen Inspiration und zum Nachdenken. Die zeitlosen Geschichten haben in ihrer Sinnhaftigkeit nicht an Aktualität verloren. Die Weisheiten Buddhas sind immernoch wegweisend  für ein glückliches und harmonisches Miteinander.

Mark W. McGinnis: Als Buddha noch ein Elefant war, Allegria, 2017

 

Frohe Festtage!

Frohe Weihnachten Merry ChristmasDas Jahr neigt sich dem Ende entgegen:
Einiges, das wir uns vorgenommen haben, ist in Erfüllung gegangen. Manches wird – so hoffen wir – im neuen Jahr gelingen.

„Wenn zehn Dinge getan werden müssen,
aber nur Zeit für sechs ist, wählt der weise Mensch die richtigen sechs aus und macht sich keine Sorgen über die vier,
auf die er verzichten musste.“ ~ Buddha

In diesem Sinne wünsche ich allen Followern und Bloglesern eine gute Portion Gelassenheit und Glück, frohe Festtage und ein erfolgreiches Jahr 2014!

Frohe Weihnachten – Sing daan faailohk!
Glückliches neues Jahr – San niehn faailohk!

Buchtipp: „Triffst Du Buddha an der Bar, gib ihm einen aus“

BuddhaNoch ein Buch zum Thema Buddhismus? Auf Empfehlung eines Kollegen habe ich das Buch „Triffst Du Buddha an der Bar, gib ihm einen aus. Dharma, Karma und das pralle Leben“ von Lodro Rinzler gelesen. Es ist anders. Schon der Titel hat mich neugierig gemacht. Hier nun meine Rezension.

Rinzler beschreibt seine eigene Interpretation des tibetischen Buddhismus auf anschauliche, lockere und verständliche Weise – und dies weitgehend ohne esoterische Überhöhung. Der Autor hat sein Buch als Einführung in den Buddhismus mit einem Augenzwinkern geschrieben, zuweilen humorvoll-flapsig („Unglaublicher-Hulk-Syndrom“), zuweilen mit Tiefgang. Aber ohne den erhobenen Zeigefinger.

Am Beispiel der vier mythischen tibetischen Tiere – Tiger, Schneelöwe, Garuda und Drache – analysiert er das menschliche Verhalten und gibt Ratschläge, wie die buddhistische Lebensart helfen kann, typische Alltagsprobleme im Privaten oder im Job zu überwinden. Zum Beispiel durch das Loslassen von Erwartungen.

Es geht um Menschlichkeit, Offenherzigkeit, Mitgefühl und Toleranz. Darum, die eigene Haltung zu überprüfen, vielleicht mal eine andere Sichtweise anzunehmen, sich selbst nicht immer so wichtig zu nehmen. Zu begreifen, dass die äußeren Umstände sich oft nicht beeinflussen lassen, aber die innere Haltung schon.

„Die Welt muss sich nicht ändern oder verändert werden, um heilig  zu sein. Sie ist bereits heilig…Doch es gibt eine Sache, die man ändern kann und sollte. Deine Sichtweise kannst du ändern.“ (S. 214)

Wenn  Buddha in eine Bar käme, würde es  zumindest der Höflichkeit geschuldet sein, ihm einen auszugeben – und sei es auch nur ein Glas mit frischem Wasser. Wo wir auch schon bei Rinzlers Metapher des Wassers angelangt wären. Ein Sinnbild, das einleuchtend ist, ohne mit dem Zaunpfahl der Erleuchtung zu winken. Laut Rinzler ähnelt kristallklares Wasser unserem natürlichen Zustand des Geistes.

„Es funkelt und ist durch keine Welle getrübt“, so Rinzler. Emotionen oder starke Gedanken, die er mit Schlamm vergleicht, trübten das Wasser. Wir rühren Gedanken hin und her und befassen uns unentwegt mit Sorgen oder der Frage „Was-wäre-wenn“. Unser Geist sei „verschlammt“. Wichtig sei es, wieder Ordnung und Ruhe einzubringen, um das Wasser zu klären. Hierbei helfe beispielsweise die Meditation, das Nicht-Denken und die Konzentration auf den eigenen Atem. Auch wenn es mit der Erleuchtung nicht auf Anhieb klappt, ist es auch nicht schlimm. That’s buddhism.

„Meditation ist ein Selbstfindungsprozess. Es sollte nicht das Ziel sein, einen Zustand der Vollkommenheit zu erreichen…Wir lernen vielmehr, das perfekte Wesen zu sein, das wir bereits sind.“ (S. 51ff.)

Ein weiteres Kapitel lautet „Eine Gesellschaft auf Grundlage eines offenen Herzens“. Mag übertrieben, idealistisch und ein wenig schwulstig klingen. Dennoch steckt in diesem Ansatz ein wahrer Kern. Es ist ein Plädoyer für ein menschlicheres Miteinander in der Gesellschaft, ein  Aufeinander-zu-gehen anstatt einer Anti-Haltung gegenüber anderen und anders Denkenden. Darüber hinaus geht es im Buch auch um Achtsamkeit – die einfachen Dinge des Lebens zu schätzen, den Moment wahrzunehmen und zu genießen.

Wer einen leichten, unterhaltsamen und nicht „Bier-ernsten“ Lektüreeinstieg für den Buddhismus sucht, sollte Rinzler lesen. Er richtet sich sprachlich in erster Linie an die jüngere Generation, eignet sich aber generell für alle Berufstätigen mit Interesse am Thema.

Am Ende sollte sich aber jeder Leser, der sich mit dem Buddhismus beschäftigt, der Erkenntnis bewusst sein: Buddha findest Du in keinem Buch – Buddha ist in dir.

Lodro Rinzler: Triffst Du Buddha an der Bar, gib ihm einen aus. Dharma, Karma und das pralle Leben, Aurum 2012, 224 Seiten, 18,95 €

Fundstück: die 4 erleuchteten Buddhas

Die Erleuchtung Buddhas wurde bei diesem Fundstück wortwörtlich genommen und erhält von mir einen Extrapunkt in Sachen Kreativität und Kuriosität! Wie Buddhas Meinung dazu wäre? Er wäre sicherlich tolerant gewesen.

Ich habe mich sehr über das Kerzen-Geschenk-Set gefreut, aber irgend etwas sträubt sich in mir, Buddhas Kopf anzuzünden.

Meine Erleuchtung muss daher leider noch warten.

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Vesakhfest – Feiertag der Buddhisten

Das Vesahk-Fest ist der wichtigste Feiertag der Buddhisten. Es erinnert an den Geburtstag, die Erleuchtung und das Sterben von Buddha (5. Jh. v. Chr.). Dieser Tag ist als offizieller Feiertag von den Vereinten Nationen anerkannt und findet am 1. Vollmond im Mai statt – dieses Mal am 25. Mai 2013. Es kann jedoch durchaus vorkommen, dass die chinesischen Buddhisten an einem anderen Tag feiern, da sie sich nach dem Mondkalender richten.

Großer Buddha, Po-Lin-Kloster auf Lantau Island

Großer Buddha, Lantau Island

Buddha („der Erwachte“) war ein nordindischer Prinz namens Siddharta Gautama, der laut Legende unter einer Pappelfeige, dem Bodhi-Baum, saß und dort Erleuchtung erlangte.

Im 1. Jahrhundert n. Chr. gelangte der Buddhismus nach China und verbreitete sich nach dem Zerfall des chinesischen Reiches im Jahr 220. n. Chr. sehr rasch. Die Lehre wurde von den Chinesen entsprechend ihrer Traditionen weiterentwickelt. Durch die Kulturrevolution wurden viele buddhistische Klöster zerstört. Heute ist der Buddhismus in China wieder sehr populär. Insgesamt gibt es über 100 Million Anhänger, die ungefähr 30 Prozent der gesamten buddhistischen Gemeinde in der Welt ausmachen.

Buddha-Figuren und Po-Lin-Kloster Lantau Island

Po-Lin-Kloster Lantau Island

In Buddhas Lehre geht es um Mitmenschlichkeit, Geduld, Gutes tun, den Goldenen Mittelweg, Mitgefühl, Liebe und Weisheit und Meditation. Auf diese Weise, so lehrte Buddha, entstehe das Glück.

Neben vielen Hausgöttern verehren ebenso die Hongkong-Chinesen den großen Buddha, den es in vielen Darstellungen gibt: schlank, mit geschlossenen Augen, sitzend und die Hände in verschiedenen Stellungen oder dick und lächelnd, teils auch umgeben von zahlreichen Kindern.

Den größte sitzende Buddha findet man auf Lantau Island und er ist ein echtes Schwergewicht: Die Bronze-Statue wiegt 250 Tonnen und ist 34 Meter hoch.
Wer gut zu Fuß ist, kann die 268 Stufen hinauf erklimmen und wird belohnt mit einem atemberaubenden Ausblick auf das Po-Lin-Kloster.

Weitere Infos zum Thema Buddhismus

Buchtipps

Buddha: Die Lehren des Erhabenen, Anaconda 2012

Buddha: Die Pfeiler der Einsicht, Reden und Gleichnisse, Karl E. Neumann (Übertragung) und Isabelle Fuchs (Redaktion), Anaconda 2006

Statistiken

http://www.buddhismus.de/07_zahlen.php

http://www.buddhist-tourism.com/buddhism/buddhism-statistics.html

Buddhismus in Berlin

http://www.buddhismus-bb.de/

http://fgs-tempel.de

http://www.rigpa.de/lang-de/dharma-mati-zentrum-berlin.html

http://das-buddhistische-haus.de

http://buddhistisches-tor-berlin.com/

http://www.buddhahaus.com