Buchtipp – Bildband China: Entdeckungen im „Reich der Mitte“

China BildbandDer Bildband „China: Entdeckungen im ‚Reich der Mitte'“ umfasst zahlreiche Fotos aus allen Ecken Chinas – von der Mongolei über Peking bis hin zum südlichen Guangdong. Für China-Interessierte ein wahrer Augenschmaus. Angereichert mit kurzen Hintergrundinformationen zu Geschichte und Gegenwart des bevölkerungsreichsten Land der Erde.

Der Leser bzw. Betrachter des Bildbandes erhält einen sehr umfangreichen Einblick in die Architektur, Landschaft und Kultur Chinas. Selbstverständlich widmet sich das Buch den großen Städten wie Peking, Shanghai und Hongkong. Die vielen Panoramabilder sind faszinierend – ein Highlight ist die ausklappbare, 84 cm breite Panoramaansicht der Hongkong Skyline, die sich Touristen vom Peak aus bietet.

Zu den wohl überraschenden Aufnahmen zählen der gelbe trichterförmige Jin Mao Tower in Shanghai, die „Regenbogenberge“ im Zhangye-Danxia-Geopark (die aussehen, als hätte sie jemand mit Farbpinseln angemalt – ist aber nur eine Laune der Natur), die beleuchteten Eisskulpturen des Eis- und Schneefestivals in Harbin, die farbig angestrahlten Schilfrohrflötenhöhle in Guilin und der skurille Steinwald in Kunming. Daneben werden traditionelle Tempelanlagen und Klöster vorgestellt, moderne Architektur wie die Bubble Tram in Guangzhou (Riesenrad mit Kugelkabinen) oder die riesige leuchtende Jifen-Brücke, die berühmten Kormoranfischer am Li-Fluss oder das Wolong-Panda-Reservat. Darüber hinaus erfährt man in kurzen Texten, dass beispielsweise im drittgrößten Staat der Erde mehr als eine Milliarde Han-Chinesen leben, außerdem noch Minderheiten wie Thaivölker, tibetische Völker, Turkvölker und Mongolen. Chinesische Essgewohnheiten und die Tierwelt Chinas werden am Rande erwähnt.

Der Bildband schafft es, den Spagat Chinas zwischen Tradition und Moderne sichtbar zu machen und die unterschiedlichen Regionen mit ihren Eigenheiten und Besonderheiten aufzuzeigen. Wer eine Reise nach China plant oder sich von der Vielfalt des Landes auf mehr als 570 Seiten verzaubern lassen will, für den ist der Bildband eine gute Wahl. Als Reiseführer mit seinen 2,7 kg ist er weniger geeignet. Also am besten zu Hause im Sessel schmökern.

China: Entdeckungen im „Reich der Mitte“, Kunth Verlag, 2015, 881 Abbildungen

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Buchtipp für Manager: Die China-Strategie – Erfolgreiches Networking im Reich der Mitte

China-Strategie, be.braWer mit chinesischen Unternehmen erfolgreich Geschäfte abschließen will, muss nicht nur die wirtschaftlichen Aspekte im Blick haben, sondern auch die kulturellen Gepflogen- und Eigenheiten der Chinesen kennen. Wodurch zeichnet sich das Business in China aus? Wie ticken chinesische Geschäftspartner? Wie funktioniert Networking im Reich der Mitte und wie vermeidet man, in berufliche Fettnäpfchen zu treten? Professorin Yu Zhang, Unternehmerin und Beraterin, beschreibt die Grundlagen der chinesischen Network-Philosophie in ihrem Buch Die China-Strategie – Erfolgreiches Networking im Reich der Mitte.

Bei Besuchen, Verhandlungen oder Geschäftsessen mit Chinesen kann es bei westlichen Geschäftsleuten zu Irritationen und Missverständnissen kommen, wenn ein Verständnis für die asiatische Mentalität gänzlich fehlt. Um den Zugang zu dieser zu vereinfachen, hat Yu Zhang die wichtigsten Tipps zusammengefasst und in einer Art Handbuch erläutert, wie man bessere Geschäftsbeziehungen zu chinesischen Kunden, Partnern und Mitarbeitern pflegt und sich ein berufliches Netzwerk aufbaut.

Chinesen besser verstehen

Das erste Kapitel gibt Aufschluss über die „Basics“  von China: von Zahlen und Fakten und den aktuellen Wirtschaftstrends über die drei Lehren Konfuzianismus, Buddhismus und Daoismus bis hin zu chinesischen Feiertagen und Trinksprüchen. Chinesen, insbesondere die junge Generation, zeigen sich zunehmend selbstbewusster gegenüber dem Westen, sind technologievernarrt und kopieren auch den westlichen Lifestyle mit Luxusartikeln aus dem Westen. Chinesische private Unternehmer sind angesehen und gelten mittlerweile als Motor für den wirtschaftlichen Erfolg. Bezeichnender Weise hat sich die Abschiedsfloske bei Besuchen von chinesischen Gästen geändert. So heißt es nicht mehr „Vielen Dank, dass wir von Ihnen lernen durften“, sondern „Vielen Dank, dass wir uns austauschen konnten“, wie Zhang erläutert. Doch nicht nur deutsche Unternehmer knüpfen Beziehungen nach China, auch chinesische Manager zieht es nach Europa, um zu investieren, Zugang zu modernen Technologien aus dem Westen zu erhalten und neue Märkte zu erschließen.

Networking in China: Business-Knigge

Chinesische Verhaltensweisen und Networking unterscheiden sich grundlegend von denen der westlichen Kultur. Die Autorin verweist auf eine Managementkultur, die geprägt ist durch die traditionellen gesellschaftlichen und kulturellen Voraussetzungen. Hierarchische Strukturen sind bestimmend – der Arbeiter befolgt die Anweisungen des Vorgesetzten ohne Wenn und Aber. Hier spielt der Einfluss des Konfuzianismus eine Rolle. Darüber hinaus ist Pragmatismus wichtig, wichtiger als eine rigide Planung. So sind Chinesen oft flexibler bei der Lösungsfindung und schlagen auch gerne ohne Absprache plötzlich eine andere Richtung ein, wenn es mehr Erfolg verspricht. Das „Gesicht wahren“ und „Gesicht geben“ ist ein weiterer Aspekt, der für das berufliche Miteinander entscheidend ist. Die Autorin empfiehlt, andere zu loben, nicht mit eigenen Triumpfen anzugeben und Kritik nur im Einzelgespräch zu äußern, damit der andere nicht sein Gesicht verliert. Harmonie statt Konfrontation heißt das Gebot – selbtstverständlich auch im Business.

Besonders wichtig ist für chinesische Geschäftsleute die zwischenmenschliche Beziehung – anders als im Westen ist die Verknüpfung von Beruf und Privatem, das Vitamin-B, die persönliche Empfehlung durch Freunde und einflussreiche Personen ein entscheidendes Mittel für den beruflichen Erfolg – sei es auch nur für die Erlangung eines Praktikumsplatzes. Durch das Beziehungsgeflecht wird ein Netz aufgebaut, das gepflegt werden muss, um beispielsweise spätere Entscheidungen für Kooperationen, Geschäftsabschlüsse, Jobs o.ä. in der Zukunft positiv zu beeinflussen und durch das Investieren in Freundlichkeiten und gegenseitige Unterstützung späteren Nutzen zu ziehen.

Praktische Beispiele

So kann es nicht schaden, zu wissen, dass man nach dem Geschäftsessen gemeinsam eine Karaokebar aufsucht oder zur Fußmassage geht oder dass man asiatische Gäste nicht mit seinem bescheidenen Privatauto selbst abholen sollte, wenn man als Führungskraft eine hohe Position einnimmt und als solche auch wahrgenommen werden möchte. Auffällig ist, dass sich chinesische Firmen gerne in Imagebroschüren überschwänglich darstellen und sich Manager gern mit hohen Politikern ablichten lassen. Hier gilt, Protzen ist erlaubt!

Who is Who der VIP-Chinesen

Im Anhang findet der Leser eine Auflistung der 100 wichtigsten Persönlichkeiten in Chinas Wirtschaft, Politik und Kultur, die teilweise auch hierzulande bekannt sind wie der Pianist Lang Lang oder der Künstler Ai Weiwei. Mittlerweile ist Hu Jintao nicht mehr Staatspräsident, sondern Xi Jinping, der im Buch als Nachfolger bereits benannt ist.

„Die China-Strategie“ ist ein interessant zusammengestellter Leitfaden durch die Business-Mentalität in China. Das Buch ist leicht verständlich geschrieben und mit vielen chinesischen Sprichwörtern und Beispielen aus dem Berufsalltag, die häufig auftretende Verständnisprobleme aufzeigen und diese erklären. Lesenswert für Manager und alle China-Interessierten, die mehr über den chinesischen Business-Knigge erfahren wollen.

Yu Zhang: Die China-Strategie. Erfolgreiches Networking im Reich der Mitte, be.bra verlag 2012, 192 Seiten

Yu ZhangDie Autorin Yu Zhang wurde in der südchinesischen Provinzhauptstadt Nanchang geboren und wuchs in China auf. Sie gründete ihre eigene Firma China Communications Consulting. Seit Anfang der 1990er Jahre lebt sie in Berlin.

 

Buchtipp: „Vom Drachen zum Panda“ – das moderne China im Wandel

Cover Vom Drachen zum Panda vsmChinas Wirtschaft und Gesellschaft befindet sich in einem rasanten Wandel. Auch die Wertvorstellungen der jungen Generation, die vernetzt, gut ausgebildet, anspruchsvoll und selbstbewusst ist, verändern sich. Brigitte Ott-Göbel berichtet in ihrem Buch „Vom Drachen zum Panda. Führen, Lehren und Lernen im modernen China“ über die Lebens- und Arbeitswelt der jungen Chinesinnen und Chinesen, die sich zwischen dem Westen und der eigenen Tradition zurecht finden müssen und von einem guten Beruf und glücklichen Leben träumen. Praxisnah und leicht verständlich erklärt sie die kulturellen Unterschiede der Verhandlungskunst chinesischer Führungskräfte und gibt Hinweise, wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit gelingen kann.

Der Titel des Buches selbst stellt die These des gesellschaftlichen Wandels Chinas in den Raum: Ist das Bild des starken „Drachens“ Chinas, das wirtschaftlich vorherrschend sein will, noch gültig oder neigt das moderne China allmählich dazu, die Züge des eher zurückgenommenen „Pandas“ anzunehmen, der nach Wohlstand und guten Lebensbedingungen strebt und weniger dominant ist? Die Autorin berichtet in ihrer Publikation von ihren persönlichen Erfahrungen und lässt auch Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft zu Wort kommen.

Verhandlungsführung in China

Worauf sollte man achten, wenn man mit Delegierten chinesischer Firmen in Verhandlungen tritt? Ott-Göbel bringt die wesentlichen Fakten auf den Punkt: Man sollte mehr Zeit aufbringen als mit westlichen Verhandlungspartnern, flexibel sein, was eine vorher festgelegte Agenda angeht, Hierarchien beachten, eine Einladung zum Essen oder Karaoke auf keinen Fall ablehnen (sonst droht Gesichtsverlust und womöglich kein Vertragsabschluss), eine persönliche Beziehung zum Geschäftspartner aufbauen, offen für chinesische Speisen sein (aber auch durchaus anmerken, dass man Vegetarier ist oder keinen Alkohol trinkt) und damit rechnen, dass ein bereits unterzeichneter Vertrag auch im Nachhinein noch vom chinesischen Vertragspartner in Frage gestellt werden kann. Übrigens haben es chinesische Geschäftsfrauen leichter als ihre westlichen Kolleginnen, akzeptiert zu werden, denn viele Frauen in China sind berufstätig und arbeiten sogar in hohen Positionen in Branchen, die man hierzulande eher der Männerdomäne zuordnen würde, wie der LKW-Handel oder die Baubranche.

Erfahrungsberichte von Experten

Ergänzt wird derRatgeber mit interessanten Interviews mit Praktikern wie zum Beispiel dem Wirtschaftswissenschaftler Christoph Daniel Jia, der mit seinen Waldorf Camps Freizeitangebote für Kinder und Familien anbietet, oder dem Konzernmanager Klaus Maier, der über das Verhältnis von chinesischen Führungskräften und ihren Mitarbeitern berichtet. Eine gute Führungskraft in China müsse nicht nur Fachkompetenz aufweisen, sondern auch den persönlichen Umgang mit seinen Mitarbeitern pflegen – und sei es auch nur, einem Mitarbeiter zur Einschulung seines Kindes zu gratulieren. Am Schluss gibt die Autorin dem Leser noch die „Acht Regeln für das China von heute“ an die Hand. Im Wesentlichen geht es um Offenheit gegenüber einer anderen Kultur, gute Führungsqualitäten, Geduld und das Ablegen von Vorbehalten.

Mein Fazit: Wer sich für die chinesische Berufswelt interessiert, erhält in diesem Buch viele wichtige Tipps über Etikette, Lernkultur und Denkweise der Chinesen. Interessante Fakten und Geschichten, chinesische Sprichwörter und Interviews machen das Buch zu einem nützlichen Ratgeber für Geschäftsleute, Führungskräfte, Trainer und Berater, die beruflich mit chinesischen Unternehmen zu tun haben. Die Hinweise zur Business-Etikette helfen, Fehler zu vermeiden, Missverständnisse vorzubeugen und die Mentalität der Chinesen besser zu verstehen. Eine kurzweilige Lektüre, die einen guten Einblick verschafft und lesenswert ist.

Brigitte Ott-Göbel: Vom Drachen zum Panda. Führen, Lehren und Lernen im modernen China, literatur-vsm 2015

Brigitte Ott-Göbel

Brigitte Ott-Göbel, Foto: literatur-vsm

Brigitte Ott-Göbel (geb. 1960) ist China-Expertin und hat im Rahmen von Joint-Venture-Projekten viel China bereist und selbst Verhandlungen geführt. Seit 2009 arbeitet sie als selbständige Beraterin für Führungskräfte. Die Autorin ist zurzeit wieder für einen Lehrauftrag an der Hochschule in Taian, Provinz Shandong. Über ihre Erlebnisse mit der jungen Generation der Chinesen berichtet sie in ihrem Blog unter dem folgenden Link:

http://china.ott-goebel-consulting.com/

 

Buchrezension: CHINA 151 – das Reich der Mitte in 151 Momentaufnahmen

Cover China 151Das Buch CHINA 151 präsentiert die kuriosen Facetten Chinas in 151 spannenden Einzelgeschichten: ein Einblick in Chinas heutige Kultur und Lebenswelt für Anfänger und Fortgeschrittene.

Schon gewusst, dass in Peking die alten Männer bei Sommerhitze ihre nackten Bäuche zeigen, Zheng He als der „chinesische Kolumbus“ gilt, oder die Verehrung der Ahnen neuerdings auch im Internet möglich ist? Wer sich für China und seine Alltagskultur interessiert, erfährt hierzu mehr im neu erschienenen Buch der Journalisten Françoise Hauser und Volker Häring „CHINA 151“ – Das riesige Reich der Mitte in 151 Momentaufnahmen“.

 

Chinas Kultur von A bis Z

CHINA 151 präsentiert chinesische Kultur und Alltagssituationen häppchenweise in 151 kurzweiligen Geschichten – von A wie „Afrikaner“ über D wie „Dickbauch-Buddha“ bis Z wie „Zu viele Menschen“. Die Autoren haben ihre ganz persönlichen Eindrücke und Erfahrungen, die sie in China gesammelt haben, in pointierte Kurztexte verpackt und als alphabetische Entdeckungsreise entsprechend von A bis Z geordnet. Die Momentaufnahmen in Wort und Bild bieten aufschlussreiche Einblicke, die die chinesische Lebenswelt auf amüsante Weise näherbringen – und dies mit vielen interessanten Fakten und Hintergrundinfos.

Françoise Hauser  © CONBOOK Verlag

Autorin Françoise Hauser
Foto: © CONBOOK Verlag

Volker Häring

Autor Volker Häring
Foto: © CONBOOK Verlag

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Buch werden verschiedene Aspekte des chinesischen Alltagslebens aufgegriffen wie z. B.
Akupunktur, Taiji, Grüner Tee, das Spucken auf den Boden, Smog, Fahrräder oder chinesische Reisegewohnheiten oder historische Ereignisse. So erfährt der Leser u.a., dass die Große Mauer eigentlich gar nicht ihren Zweck erfüllte, heute schon mehr als ein Drittel aller Chinesen über
20 fettleibig sind, Chinesen auch mal im Pyjama in den Supermarkt gehen und dass man bei Zahlenkombinationen höllisch aufpassen muss (unbedingt die Zahl 4 vermeiden, denn sie klingt im Chinesischen wie das gesprochene Wort für Tod – nur gut, dass die Buchserie nicht 141 heißt!).

Hauser und Häring erzählen Anekdoten, beschreiben eigene Beobachtungen und vergleichen diese  auch mit westlichen Gewohnheiten. Dabei bleiben sie stets journalistisch objektiv, ohne zu bewerten oder sich über chinesische Sitten und Gebräuche lustig zu machen. Darüber hinaus scheuen sie sich auch nicht vor brisanten Themen wie Umweltverschmutzung, Tibet, Korruption, die Modernisierungsdebatte oder den desaströsen Abriss traditioneller Wohnbauten.

Fazit

CHINA 151 hat mir gut gefallen und eignet sich für China-Einsteiger. Aber auch China-Kenner werden das eine oder andere Aha-Erlebnis während der Lektüre haben oder auch neue Erkenntnisse gewinnen. Wer übrigens nach H wie „Hongkong“ Ausschau hält, wird erstaunlicherweise nicht fündig werden. Was CHINA 151 von den vielen anderen Büchern über China unterscheidet? Das Buch ist weder Reiseführer, Ratgeber, China-Knigge noch reiner Bildband. Es ist im positiven Sinn von allem ein bisschen. Ein schönes China-Buch zum Schmökern und Nachschlagen. Empfehlenswert!

Françoise Hauser/ Volker Häring: CHINA 151, Conbook Medien, 2014 (288 Seiten), 14,95 €