Gute Vorsätze mit chinesischen Weisheiten

Buddha im GrünenMit dem neuen Jahr verbinden viele Menschen gute Vorsätze, die sie mit aller Zuversicht und gutem Willen in die Tat umsetzen wollen. Wer sich alte chinesische Weisheiten anschaut, findet viel Kluges und Nützliches für den stressigen Lebensalltag. Es schadet daher nicht, sich den einen oder anderen weisen Spruch, der so aktuell wie eh  und je erscheint, für 2017 zu Herzen zu nehmen. Im Folgenden habe ich meine persönlichen Highlights für Euch zusammengestellt:

  1. Ist man in kleinen Dingen nicht geduldig, bringt man die großen Vorhaben zum Scheitern. (Konfuzius)

  2. Wer ständig glücklich sein möchte, muss sich oft verändern.  (Konfuzius)

  3. Es ist  nicht wichtig, wie langsam du gehst, sofern du nicht stehen bleibst. (Konfuzius)

  4. Zieh dich zurück, wenn die Arbeit getan ist. Das ist der Weg des Himmels. (Laotse)

  5. Mach größer, was klein ist, und vermehre das Wenige; tu Gutes dem, der dir ein Unrecht getan hat. Plane das Schwierige, solange es noch einfach ist. Tu das Große, solange es noch klein ist, denn die schwierigen Dinge auf der Welt fangen stets einfach an, und die großen Dinge fangen stets klein an. (Laotse)

  6. Ein Augenblick Geduld kann viel Unheil verhüten. (aus China)

  7. Das Leben meistert man lächelnd oder überhaupt nicht. (aus China)

  8. Über Vergangenes mach dir keine Sorgen, dem Kommenden wende dich zu.  (Tseng-Kuang)

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Laotse über die Güte

Statue Kunyam

„Höchste Güte ist wie das Wasser.
Des Wassers Güte ist es, allen Wesen zu nützen ohne Streit.
Es weilt an Orten, die alle Menschen verachten.
Drum steht es nahe dem Weg.
Beim Wohnen zeigt sich die Güte an dem Platze.
Beim Denken zeigt sich die Güte in der Tiefe.
Beim Schenken zeigt sich die Güte in der Liebe.
Beim Reden zeigt sich die Güte in der Wahrheit.
Beim Walten zeigt sich die Güte in der Ordnung.
Beim Wirken zeigt sich die Güte im Können.
Beim Bewegen zeigt sich die Güte in der rechten Zeit.“
~ Laotse, Tao Te King, Kap. 8

Über Laotse

Laotse (wörtlich „Alter Meister“) soll im 6. Jh. vor Chr. gelebt haben, seine Existenz ist aber umstritten. Er gilt als Begründer der Lehre des Daoismus und als Verfasser des Tao Te King. Es handelt sich um hierbei eine  Sammlung von Aphorismen, die das „Dao“, den „Weg“ oder den „Sinn“,  beschreiben und wegweisend zum politischen Handeln für das gemeinschaftliche Wohl auffordern.

Im Tao Te King geht es um tugendhaftes, maßvolles Handeln, Toleranz und um den Verzicht von Waffengewalt („Waffen sind Instrumente des Unheils und nicht die Instrumente des Edlen.“ Kap. 31). Während des Nazi-Regimes wurde Laotse sogar in den Flugblättern der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ zitiert.

Die Auseinandersetzung des Westens mit der Lehre des Daoismus begann bereits im 18. Jahrhundert. Laut jüngster Forschungsergebnisse hat der Jesuit Jean-François Noëlas die erste lateinisch-deutsche Übersetzung des Werks verfasst. 1788 gelangte diese über Matthew Raper, Mitglied der Royal Society, nach London. Als allgemein gültige Lebensweisheiten finden sie heute in der modernen Gesellschaft weiterhin Zuspruch und Anwendung und sind aufgrund ihrer Prägnanz, Metaphorik und Sinnhaftigkeit immernoch aktuell.

Das harmonische Prinzip – Yin und Yang

Das Tai Chi - Symbol für Yin und Yang

Ursprünglich bezeichnete YANG die sonnige Südseite eines Berges, Yin die kühle Nordseite des Berges. Yang repräsentiert daher alle Eigenschaften des Sommers: Helligkeit, Wärme, Bewegung, Aktivität, das aufwärts Strebende.

YANG

Mann

Sonne

Himmel

Sommer

Bewegung

Außen

Schnelligkeit

Aktivität

Ausatmen

Weiß

YIN steht hingegen für alle Erscheinungen, die man mit der winterlichen Jahreszeit assoziiert: Kälte, Dunkelheit, Passivität, das Absteigende, Innere, das in sich Ruhende.

YIN

Frau

Mond

Erde

Winter

Ruhe

Innen

Langsamkeit

Passivität

Einatmen

Schwarz

Yin und Yang sind gegensätzliche Pole, die sich anziehen, aufeinander einwirken und gegenseitig kontrollieren.

Yin und Yang sind keine festen Zustandsformen, wie oftmals angenommen wird. Sie befinden sich in ständiger Transformation und beeinflussen sich wechselseitig. Nichts bleibt bestehen, wie es scheint.  Wie der Mond, der sein Erscheinungsbild zwischen Vollmond und Neumond stetig ändert, so befinden sich Yin und Yang im fließenden Miteinander. Daher gibt es auch kein absolutes Yang oder Yin, denn jedem Yang wohnt auch ein Anteil Yin inne und in jedem Yin ist auch ein Anteil Yang vorhanden.

Der menschliche Organismus im Gleichgewicht

Yin-Yang-Elemente werden auch dem menschlichen Organismus zugeordnet. Nach chinesischer Vorstellung verfügt die obere Hälfte des Körpers über mehr Yang, die untere über mehr Yin. Die vorderen Partien des Menschen entsprechen dem schwächeren Yin, die Rückseite dem stärkeren Yang. Auch die inneren Organe werden in Yin- und Yang-Organe unterteilt:

Yang-Organe: Magen, Darm, Blase, Gallenblase

Yin-Organe: Herz, Leber, Milz, Lunge, Nieren

Durch Mangel oder Überschuss von Yin oder Yang im menschlichen Körper können Krankheiten entstehen. Um gesund zu bleiben, müssen Yin und Yang in Einklang gebracht werden, die Balance ist die Voraussetzung für einen funktionierenden Organismus. Im täglichen Leben brauchen wir daher ausreichend Entspannung und Gelassenheit, aber auch Antrieb und Bewegung.

„Bewegung überwindet die Kälte.
Stille überwindet die Hitze.
Reinheit und Stille sind der Welt Richtmaß.“ Laotse