Buchtipp: Der Mai Tai trinkende Mönch und die Lehre der Authentizität

Der Mai Tai trinkende Mönch Cover

Der Mai Tai trinkende Moench und die Lehre der Authentizitaet von Stefan Weiss

Philosophie im modernen Märchen: In der Geschichte „Der Mai Tai trinkende Mönch und die Lehre der Authentizität“ von Stefan Weiss, erschienen im Goldmann Verlag, erklärt der Mönch Kenso die buddhistische Lehre der Authentizität in klaren, einfachen Worten. In einem Frage-und-Antwort-Spiel werden zentrale Lebensfragen erläutert. Die Dialoge führen zu teils überraschenden Erkenntnissen.

Nachdem der Mönch Kenso sein Kloster verlassen hat, trifft er zufällig einen freundlichen Herrn in einer Bar. Dieser stellt ihm täglich verschiedene Personen vor, die ihre Fragen an den Mönch stellen. Auch wenn die Zusammenkunft mit  den Fremden, die sehr persönliche Dinge von sich preisgeben, ein wenig konstruiert erscheint, ist die Geschichte unterhaltsam und kurzweilig zu lesen. Die gewählte Form des Dialogs zwischen dem Protagonisten und den Fragstellern ist eine schöne Methode, um philosophische Lösungsansätze in einfacher Weise zu vermitteln, ohne belehrend zu wirken. Besprochen werden Themen wie Kreativität, Liebe, Glaubwürdigkeit oder die Zeit.

Mancher Leser wird sich ertappen, sich die eine oder andere Frage schon selbst einmal gestellt zu haben. Oft geht es um die sogenannte dritte Ebene, die wichtig ist, um Erkenntnis und Glück zu erreichen. Hilfreich ist das Glossar am Schluss, das die dritte Ebene und weitere Begriffe aus dem Buddhismus erklärt und zum besseren Verständnis hierfür auch Synonyme aus der westlichen Welt verwendet.

Das Taschenbuch ist trotz der 160 Seiten schnell zu lesen. Die Lehre der Authentizität wird anschaulich und verständlich erklärt. Fazit: Ein lesenswerter, inspirierender Ratgeber im Pocketformat, der an die buddhistische Lehre in kleinen Schritten heranführt.

Stefan Weiss: „Der Mai Tai trinkende Mönch und die Lehre der Authentizität“, Goldmann, 2017

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Buchtipp: „Als Buddha noch ein Elefant war“

Als Buddha noch ein Elefant war, AllegriaBuddhistische Weisheiten offenbaren sich in den traditionellen indischen Erzählungen und Anekdoten. Der Kunstprofessor Mark W. McGinnis hat die Geschichten über Buddhas früheres Leben in seinem Buch „Als Buddha noch ein Elefant war“ (Originaltitel: When Buddha was an elephant), erschienen im Allegria Verlag, zusammengetragen. Meine Erkenntnis: einfach märchenhaft.

Bereits beim Aufschlagen des Buchs taucht der Leser ein in eine andere Welt: Die vom Autor selbst entworfenen bunten Illustrationen mit Tiermotiven prägen jedes Kapitel. Die Erzählweise, die der Autor gewählt hat, ist bewusst im Gestus vergangener Zeiten gehalten. Dadurch unterstreicht er die poetische Qualität der 32 Geschichten, die von Mitgefühl, Ehrlichkeit und Achtsamkeit der Protagonisten berichten.  In „Der Elefant, die Zimmerleute und der König“ oder „Der goldene Pfau und der Jäger“ wird beispielsweise das Mitgefühl als eine der buddhistischen Grundregeln thematisiert.

Wer sich für die alten Lehrgeschichten Buddhas interessiert und Freude an kreativ gestalteten Büchern hat, dem kann ich das Werk empfehlen. Ein Buch, das sich besonders zum Vorlesen eignet, zur eigenen Inspiration und zum Nachdenken. Die zeitlosen Geschichten haben in ihrer Sinnhaftigkeit nicht an Aktualität verloren. Die Weisheiten Buddhas sind immernoch wegweisend  für ein glückliches und harmonisches Miteinander.

Mark W. McGinnis: Als Buddha noch ein Elefant war, Allegria, 2017

 

Buchtipp: China für die Hosentasche

China für die Hosentasche, Fischer TBSchon gewusst, dass in China 3,8 Millionen Fahrstühle und Rolltreppen täglich im Einsatz sind? Oder dass nur 11 Prozent der Fläche Chinas für die Landwirtschaft nutzbar ist? Das Buch „China für die Hosentasche. Was Reiseführer verschweigen“ von der Ostasienwissenschaftlerin Françoise Hauser gibt einen überraschenden Einblick in ein Land, das für die westliche Welt voller Mysterien, Rätsel und Widersprüche ist.

Die Autorin hat viele spannende Fakten zu China zusammengetragen. Kurz, prägnant und mit dem Fokus auf das Wesentliche. Der Leser erfährt viel über Alltagskultur und Kuriositäten aus dem Reich der Mitte – warum 28.000 Flüsse „verschwunden“ sind, dass der CCTV Tower in Peking im Volksmund als „große Unterhose“ bezeichnet wird und was es mit den „Geisterstädten“ auf sich hat. Die meisten Überseechinesen leben übrigens in Indonesien (7,5 Mio.) In den USA wohnen 3,8 Mio. chinesische Einwohner, 500.000 in Großbritanien und –  knapp hinter Kuba – 105.000 in Deutschland.

Kulinarische Eigenheiten werden ebenso beschrieben, wie diverse Freizeitvergnügen der Chinesen, Religion, Wirtschaft oder der digitale Wandel, der in China wie in keinem anderen Land im Eiltempo voranschreitet. Ein Handy ist für die Chinesen unverzichtbar und ein Statussymbol, das den Alltag bestimmt. 2015 besaßen fast 95 Prozent ein Handy oder Smartphone. Für viele Chinesen, so Hauser, hat das Smartphone eine besondere Funktion: Es ist für viele ein Fenster zur Welt. Denn nicht alle Chinesen sind in der Lage, sich einen teuren PC leisten zu können, um im Internet zu surfen oder auch die sozialen Netzwerke zu nutzen. Im Volkskongress ist übrigens der Gebrauch von Handys seit 2014 verboten – wahrscheinlich aufgrund der potentiellen Ablenkungsgefahr für die Abgeordneten. Wer nach einer Webseite der Kommunistischen Partei Chinas sucht, kann sich die Mühe sparen. Es gibt keine. Dafür aber eine Webseite für die digitale Ahnenverehrung – hier treffen Tradition und Moderne in sehr praktischer Weise aufeinander.

„China für die Hosentasche“, Fischer Verlag, ist ein kurzweiliges kleines Buch mit kompaktem Wissen auf 320 Seiten. Ein alternativer Reiseführer mit leichtem Einstieg in die chinesische Lebenswelt. Interessant für China-Begeisterte und China-Kenner.

Françoise Hauser: „China für die Hosentasche. Was Reiseführer verschweigen“, FISCHER Taschenbuch, 2017

 

 

 

 

Digitalisierung in China – vom mobilen Supermarkt bis zur Gesichtserkennung

Foto: M. Schneider

Die Digitalisierung in China schreitet schneller voran als im Westen. Staatschef Xi Jinping sprach auf dem Parteitag im Oktober 2017 von einer neuen Ära und einem digitalen China mit einer smarten Gesellschaft. Der Wettlauf um den digitalen Fortschritt ist eingeläutet. Die technischen Entwicklungen im Reich der Mitte sind beeindruckend, irritierend und zuweilen kurios.

Big Data
Die chinesische Regierung setzt bei der Digitalisierung in erster Linie auf Videoüberwachung und Big Data. Systeme zur Gesichtserkennung sollen bis 2020 in China ausgebaut werden. Hinzu kommt die Einführung eines Social Credit Systems: Wer sich korrekt und parteikonform verhält, bekommt soziale Punkte gutgeschrieben. Die gesammelten Daten fließen in ein Bewertungssystem ein, das Auswirkungen haben kann auf die Kreditwürdigkeit oder den Zugang zu Bildung und Jobs. Die Regierung arbeitet hierfür mit Firmen zusammen wie China Rapid Finance, dem Entwickler des Messengerdienst WeChat. Die Überwachung soll landesweit und allumfassend werden. George Orwell lässt grüßen. Gesichtsscannen am Himmelstempel in Peking ist bereits an der Tagesordnung. Seit den vermehrten Diebstählen von Toilettenpapier muss sich nun jeder Besucher per Gesichtserkennung identifizieren und erhält dann seine Ration von 60 cm Papier. Erst nach 9 Minuten gibt es eine Freischaltung für dieselbe Person und weiteres Toilettenpapier kann zugeteilt werden. Die New York Times berichtete.

Innovative Techniken
Auf der diesjährigen Elektronikmesse CES in Las Vegas zeigte China seine Innovationsstärke. Mit 1700 Ausstellern war die Volksrepublik vertreten. Das Image, Billigproduzent und Raubkopierer zu sein, will das Land endgültig ablegen und durch eigene  technische Lösungen überzeugen. Zu den Neuheiten zählten u.a. ein Tischtennis-Trainingsroboter, der in China und Japan entwickelt wurde. Auch ein erstes Live-Übersetzungsprogramm, das Personen über Kopfhörer miteinander kommunizieren lässt, wurde präsentiert. Der Hersteller Ecoo hat den Anspruch, das günstigste Elektroauto der Welt zu produzieren. Eine Kampfansage gegenüber der deutschen Automobilindustrie, die mit Elektromobilität punkten will. China setzt in Zukunft auf dezentrale Speicherlösungen statt auf große Rechenzentren, denn auch im Cloud-Service-Markt will China in den nächsten Jahren ganz vorne mitspielen.

Soziale Netzwerke
Der Alltag der Chinesen ist weitaus mehr durch soziale Netzwerke und mobile Geräte geprägt als in Deutschland: 90 Prozent der Internetnutzer sind aktiv in den sozialen Medien (in Deutschland sind es 1/3), wobei die Chinesen über eigene Kanäle verfügen, die allerdings der Zensur der Regierung unterworfen sind. Da die westlichen Kanäle wie Youtube, Facebook, Whatsapp und Twitter in China einer Sperre u nterliegen, nutzen die Chinesen Youku, Renren, WeChat und Weibo. Chinesen können mit der App Alipay ihre Einkäufe bezahlen. Großer Konkurrent für Amazon ist das Internetunternehmen Alibaba, das von Jack Ma gegründet wurde.

Mobiler Markt
Einkaufen  in China wird digitaler. In Shanghai fährt bereits heute ein mobiler Supermarkt als Prototyp durch die Straßen. Registrierte Personen können dort einkaufen. Der Wheely’s Moby Mart ist ein Projekt eines schwedischen Start-up-Unternehmens und der chinesischen Hefei Universität. Ein faszinierendes Modell, aber auch irgendwie kurios. Läden ohne Personal könnten weiter an Bedeutung gewinnen. Im letzten Jahr eröffnete Alibaba ein Café in Hangzhou, das ohne Mitarbeiter im Laden auskommt. Eintritt erfolgt über eine App. Bezahlt wird über ein Online-Konto.

Künstliche Intelligenz (KI)
China soll bis 2030 Vorreiter bei der Künstlichen Intelligenz werden. In Peking wird ein KI-Industriepark mit bis zu 400 Firmen entstehen. Die vornehmlichen jungen Firmen sollen sich mit Zukunftstechnologien wie Cloud Computing, Big Data, Deep Learning und Biometrie befassen. Die chinesische Regierung fördert dieses Projekt  mit umgerechnet 2 Milliarden Euro. KI wird für viele Bereiche immer wichtig werden: smarte Roboter, die mit Menschen zu Hause kommunizieren, intelligente Industrieroboter, die auch gefährliche Arbeiten übernehmen können, oder auch Systeme für smarte Lagerung  und Logistik.

China befindet sich auf dem Weg zu einer digitalen Gesellschaft. Das Land hat sich hierfür seinen eigenen Markt geschaffen, der sich vom Westen bewusst abgrenzt. Die nächsten Jahre werden zeigen, inwieweit sich der Westen im Wettlauf um die Digitalisierung gegenüber China behaupten kann.

Chinesisches Neujahr: Das Jahr des Hundes startet am 16. Februar 2018


Was bringt das Jahr des Hundes? 2017 war für mich und viele andere ein turbulentes Jahr mit viel Veränderungen und Hochs und Tiefs. Für das kommende Jahr wünsche ich mir etwas mehr Ruhe und Beständigkeit. Laut dem chinesischen Horoskop wird das Jahr des Hundes, das am 16. Februar 2018 eingeläutet wird, ein Jahr, in dem harte Arbeit, Fleiß und Engagement belohnt werden. Beständigkeit, Stabilität beziehen sich auf Beruf und Familie. Vor unnötigen Risiken sollte man sich fernhalten.

Der Hund steht für Ehrlichkeit, Treue, Pflichtbewusstsein, Klugheit und Pragmatismus. Auch sein Sinn für Gerechtigkeit ist prägnant. Er versteht sich gut mit den Tierkreiszeichen Pferd, Hase und Tiger. Probleme hat der im Zeichen des Hund Geborene mit im Jahr der Ziege oder des Drachen Geborenen (was ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann). Prominente, die im Jahr des Hundes geboren wurden, sind beispielsweise Elvis Presley, Justin Biber, Mutter Teresa, Udo Jürgens, David Bowie und Madonna. Das Hunde-Jahr endet übrigens am 4. Februar 2019.

 

Buchtipp: „Die schönen Dinge siehst du nur, wenn du langsam gehst“

Das Buch „Die schönen Dinge siehst du nur, wenn du langsam gehst“ vom Zen-Mönch Haemin Sunim ist kein Ratgeber im klassischen Sinn. Vielmehr ist es ein Philosophiebuch, das angereichert ist mit Anekdoten und buddhistischen Weisheiten, die der Autor auf Alltagsituationen treffend anwendet. Ich musste geduldig sein und die Langsamkeit zelebrieren, bis ich es selbst in den Händen halten konnte – aber das Warten hat sich gelohnt.

Haemin Sunims Sprache ist einfach, aber in jedem Satz steckt eine tiefe Bedeutung. Seine Thesen und Schlussfolgerungen sind für jedermann verständlich formuliert. Philosophie ist nicht kompliziert, wenn Haenim Sunim sie erklärt.

„Wenn du willst, dass deine Kinder weniger fernsehen, schalte zuerst deinen eigenen Fernseher aus“, so der Autor. Es ist zunächst der Blick auf das eigene Ich, bevor man von anderen etwas verlangt oder andere für etwas beurteilt. Selbst wenn der Chef einen bittet, eine Arbeit zu erledigen, die einem zu banal erscheint, sollte man dies akzeptieren statt seine Energie damitzu verschwenden, indem man sich ärgert und auflehnt. Man kann sich das Leben selbst schwer machen. Wer Neid empfindet, für den hat er auch eine plausible Antwort parat: „Das Leben ist wie ein Stück Pizza. In einer Anzeige sieht es köstlich aus, aber wenn wir es essen, ist es nicht so gut, wie wir es uns vorgestellt haben. Wenn du jemanden um sein Leben beneidest, denk an die Pizza in der Anzeige. Es sieht immer besser aus, als es ist.“

Haemin Sunim, © Jo Sehyen

Haemin Sunim empfiehlt, jedes Kapitel zu lesen und anschließend in Ruhe über das Gelesene nachzudenken, bevor man das nächste Kapitel aufschlägt. Tatsächlich sollte man sich genügend Zeit nehmen, die scheinbar einfachen Sinnsprüche auf sich wirken zu lassen. Jeder wird sich dabei ertappen, die eine oder andere beschriebene Situation selbst schon einmal erlebt zu haben. Die Wahrheit in seinen Worten ist teilweise berührend und oftmals inspirierend.

Auch die Illustrationen sind poetisch und schlicht. Sie zeigen dabei zumeist das gleiche Motiv: Menschen, die alleine oder gemeinsam in einer Landschaft wie Miniaturen dargestellt sind und über ihen steht der überdimensionale Mond am Himmel. Vielleicht ein Sinnbild für Bescheidenheit? Der Mensch lediglich als ein Teil eines großen Ganzen?

Die außergewöhnliche Art, zenbuddhistische Weisheiten in diesem neuen Format zu präsentieren – mit Leichtigkeit und Sinnhaftigkeit – ist eine Herangehensweise, die mir gut gefallen hat. Ein empfehlenswertes Buch, in dem man viele Weisheiten zu unterschiedlichen Lebenssituationen findet. Für alle, die sich für Buddhismus und Achtsamkeit interessieren, eine wichtige Lektüre.

Haemin Sunim: Die schönen Dinge siehst du nur, wenn du langsam gehst, Scorpio Verlag, 272 Seiten

https://www.scorpio-verlag.de/Buecher/259/DieschnenDingesiehstdunurwenndulangsamgehst.html

Buchtipp: „Glücksrezepte“ – Lebensfreude und Genuss nach den fünf Elementen

Glücksrezepte Drachenhaus VerlagDas  neue Buch „Glücksrezepte“ von TCM-Expertin Isabella M. Obrist zeigt, wie man die fernöstliche 5-Elemente-Ernährungstheorie mit westliche Essgewohnheiten kombinieren kann. Das Besondere: Die Rezepte sind jeweils einer Jahreszeit angepasst und rein vegetarisch.

Oft fragt man sich: Was soll ich heute wieder essen? Das Buch Glücksrezepte verrät, wie man seine Ernährung kreativ und genussvoll auf die wechselnden Jahreszeiten umstellen kann. Im Winter tut dem Körper beispielsweise Sellerie-Suppe mit Birne und Zimt gut, im Frühsommer ein Aufstrich aus grünen Bohnen mit Salbei-Brötchen oder im Herbst ein leckeres Blumenkohl-Curry mit Kokosmilch.

Gemäß der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird jeder Jahreszeit eines der fünf Elemente zugeordnet:

Frühling = Holz

Frühsommer = Feuer

Spätsommer = Erde

Herbst = Metall

Winter = Wasser

Der Titel des Buchs deutet auf die Intention der Autorin: Es geht nicht nur um leckeres, gesundes Essen, sondern auch um die Erfahrung von Glück und Lebensfreude, zu dem eine bewusste und gute Ernährungsweise beitragen kann. Diese wird nur allzuoft vernachlässigt. „Wir wollen den Zusammenhang zwischen Essen und Gesundheit begreifen, ein Zusammenhang, der den Menschen im Fernen Osten seit Jahrtausenden bewusst ist“, so Obrist. 1992 kam sie im Kloster von Tian Tai Shan mit der Fünf-Elemente-Küche zum ersten Mal in Berührung. Die Mönche luden sie zu einem Essen ein, das fleischlos war. Sie beschäftigte sich mit dieser „anderen“ Art zu kochen, und interessierte sich für die chinesische Medizin, die Lebensmittel gezielt nach den Naturgesetzen einsetzt, um die Gesundheit zu stärken und zu erhalten.

Nach einer kurzen Einführung in die Fünf-Elemente-Theorie und Grundprinzipien der chinesischen Medizin folgen 40 Rezepte passend zu den Jahresabschnitten. Jedes einzelne Kapitel endet mit einer Analyse der Zutaten – zum Beispiel der Wirkungsbeschreibung von Brokkoli oder Kichererbsen. Im Anhang findet man dann abschließend einen Saison-Kalender sowie eine Tabelle, die diverse Lebensmittel den Elementen zuordnet.

Mein Fazit: Kochen im Kreislauf mit der Natur macht Appetit und das Buch überzeugt durch außergewöhnliche Rezepte und eine schöne Bebilderung. Es macht Lust auf gesunde Ernährung und ist nicht nur ein Tipp für Vegetarier.

Isabella M. Obrist: Glücksrezepte. Lebensfreude und Genuss nach den Fünf Elementen, Oktober 2017, Drachenhaus Verlag

 

Bo Sun: Finde dich selbst durch innere Kraft

Als Bo Sun von China nach Deutschland kam, waren seine Hoffnungen geprägt von Freiheit und Wohlstand in einem für ihn kulturell neuen Land. Doch Sprachschwierigkeiten, Leistungsdruck und Heimweh ersetzten den anfänglichen Optimismus. Sein seelisches Gleichgewicht war nicht mehr vorhanden. Er begann daher die Suche nach seinem eigenen Selbst und seinen Wurzeln. In seinem Buch „Finde dich selbst durch innere Kraft“  hat der Experte der chinesischen Medizin seine Gedanken zusammengefasst und lädt seine Leserschaft ein zu einer philosophischen Reise.

 

Viele Menschen kommen in die Situation, sich zu fragen, worin der Sinn des Lebens liegt und wie sie Hindernisse, Herausforderungen und Krisen im Leben bewältigen sollen. All jene will Bo Sun mit seinem Buch ansprechen und begleiten, Harmonie und Zufriedenheit zurückzugewinnen.  In 100 Lebensweisheiten erklärt der Autor seine Erkenntnisse auf dem Weg zu mehr Glück und Lebensfreude. So plädiert er beispielsweise für wahre Freundschaft. Liebe, Verständnis und ein klares Herz:

Unser Herz bleibt meistens in Dunkelheit und macht
unseren Körper schwer. Das passiert, weil wir zu hohe Ansprüche
haben, zu viel erwarten, verlangen und wünschen. Diese Wünsche
sollten wir gar nicht erst annehmen, da wir die Dinge nicht
wirklich brauchen. Außerdem machen sie unser Herz schwer,
dunkel und unklar. Wir müssen lernen, so einfach wie möglich zu
leben und uns gut überlegen, was wir brauchen und was nicht.

Das Buch wird durch kunstvolle Kalligrafien seines Vaters Hai Yun Sun ergänzt. Ein liebevoll gestaltetes, sehr persönliches Werk, das zum Nachdenken anregt und vielleicht auch nicht nur ein Geschenk an sich selbst ist, sondern auch für andere.

Bo Sun: „Finde dich selbst durch innere Kraft, Sun Verlag 2015, 168 Seiten

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