Neu: China-Restaurant New Garden am Kaiserdamm 89

BBuddha New Garden RestaurantNew Gardenerlin hat eine neue Adresse für chinesische Spezialitäten: Kürzlich eröffnete das China-Restaurant New Garden am Kaiserdamm 89 in Berlin-Charlottenburg. Ich habe es diese Woche ausprobiert und war positiv überrascht.

Die Speisenkarte bietet einen Rundumschlag von Speisen aus Kanton und Sichuan. Die Auswahl ist groß und umfasst beispieslweise Seetangsuppe, gebratenes Rindfleisch mit Schwarzebohnensoße, gebackenen Schwarzheilbutt nach Sichuan Art, Pekingente mit Gurke, Lauchzwiebeln und Pfannkuchen oder auch gedämpfte Jacobsmuscheln. Die Preise reichen von 7 Euro für vegetarische Gerichte über 9,50 bis 13 Euro für Fleischgerichte, Spezialgerichte sind etwas teurer. Wer sich nicht entscheiden kann, wählt ansonsten das Tagesbüffet oder den Businessteller.

New Garden Restaurant KaiserdammDas Gala-Büffet am Wochenende bietet eine große Auswahl an leckeren Vor-, Haupt- und Nachspeisen, sogar mit gebratener Ente und Hummerkrabben (regulär 13,90 Euro, im Dezember gibt es noch Sonderrabatt). Die Bedienung ist sehr freundlich und spricht Deutsch, Mandarin und Kantonesisch.

Mein Fazit: Gutes Preis-Leistungsverhältnis, gute Qualität, dezente Einrichtung und noch ein echter Geheimtipp. Da kann man auch gerne darüber hinwegsehen, dass die Webseite noch im Internet zu finden ist und in der Speisenkarte „Gebackene Teigtassen mit Schweinefleisch“, „Konblauch“ oder „Pfankuchen“ angeboten werden.  Irgendwie sympathisch.

Das Restaurant hat mich übrigens daran erinnert, dass meine Eltern auch ein China-Restaurant ganz in der Nähe besaßen. 1968 eröffnete das „Lotos House“ in der Bismarckstraße. Es war damals das 8. chinesische Restaurant in Berlin und bis zum Jahr 2000 das zweitälteste in der Stadt.

Chinesisches Neujahr: Jahr des Hahns startet am 28. Januar 2017

HahnDer Hahn löst den Affen als Jahresregenten am 28. Januar 2017 ab. Damit beginnt das Chinesische Neujahr, das als „Frühlingsfest“ bekannt ist.

Das Tierkreiszeichen Hahn hat viele positive Seiten: So ist der Hahn sehr fleißig, mutig, organisiert und ehrlich. Zu seinen auffälligen Charaktereigenschaften neben seiner Schönheit gehören sein starkes Selbstbewusstsein, die Redseligkeit und Geselligkeit, denn der Hahn steht gerne im Mittelpunkt des Geschehens. Zuweilen kann dies etwas anstrengend sein, denn der Hahn maßregelt auch gerne andere. Gute Partner sind Büffel und Schlange, mit Hasen kann es eher Probleme geben. Seine Glückszahlen sind 5,7 und 8. Zu den im Jahr des Hahns Geborenen zählen beispielsweise Peter Ustinov, Katherine Hepburn, Michael Caine, Oliver Kahn, Jennifer Lopez.

In Hongkong wird das Chinesische Neujahr übrigens mit einer feierlichen Nacht-Parade begangen. Informationen und Impressionen aus dem letzten Jahr gibt es auf der Webseite der Tourismusbehörde.

Das Jahr des Hahns wird abgelöst durch das Jahr des Hundes, das am 16. Februar 2018 beginnt.

 

 

Asienflair: Schöner shoppen auf dem Bazaar Berlin vom 16. – 20. November

Bazaar Berlin 2015 - Nepal Craft Traders -

Bazaar Berlin 2015, Nepal Craft Traders, Foto: Messe Berlin

Der Bazaar Berlin lädt vom 16. bis 20. November 2016 zum Shoppingvergnügen der besonderen Art ein. Ganz nach dem Motto „Einkaufen wie im Urlaub“ können die Besucher durch fünf Themenwelten flanieren und auf (vorweihnachtliche) Einkaufstour gehen. Auch viele asiatische Produkte und Kunsthandwerk aus China werden dargeboten.

Asienflair gibt es demnächst unter dem Berliner Funkturm. Wie auf einem Bazaar versammeln sich Hersteller mit Produkten aus Vietnam, Thailand, Indien, Nepal, Taiwan, China und der Mongolei in den Berliner Messehallen. Wer ein passendes exotisches Geschenk sucht oder sich vom trüben Novemberwetter ablenken will, wird auf dem Bazaar die nötige Inspiration finden. Wie wäre es beispielsweise mit Bambusgeschirr aus China oder einem schicken asiatischen Möbelstück? Händler bieten Armbänder oder Edelsteine aus China oder Hongkong feil, verkaufen filigran geschnittene 3-D-Grußkarten aus Vietnam, indonesische Schals und Taschen, Buddhafiguren aus Holz und Stein, Kaschmirpullover aus der Mongolei oder – ganz neu – chinesische Gongs und Klangschalen.

Mehr als 500 Produzenten und Händler aus 62 Ländern werden beim Bazaar Berlin erwartet. Als „Partner des Fortschritts“ im Jahre 1962 gestartet, findet die internationale Verkaufsausstellung für Kunsthandwerk, Schmuck, Textilien und Wohnaccessoires seit 2014 unter dem Namen „Bazaar Berlin“ statt. Neben Kunsthandwerk, Textilien und Accessoires aus aller Welt gibt die Messe auch Einblick in Informations- und Bildungsangebote und präsentiert Produkte auf dem „Fair Trade Market“.

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Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Samstag 10-20 Uhr
Sonntag 10-19 Uhr

Wo: Messegelände Berlin
Zugang: Eingang Ost (Halle 14), Eingang Nord (Halle 19)

www.bazaar-berlin.de

Buchtipp: Fachsprache Recht für Deutsch-Chinesisch-Englisch

Fachsprache Recht Legal LanguageKennen Sie Rechtsbegriffe auf Chinesisch? „Fachsprache Recht, Legal Language, Deutsch/Chinesisch/Englisch“ von Dr. Jiagu Richter ist ein neues Lehrbuch für Lehrer und Sinologiestudenten, Chinaforscher, Manager in China und Übersetzer. Erläutert wird das Rechtssystem und ausgewählte Rechtsfälle, die analysiert werden.

Das Fachbuch verfügt über sechzehn Lektionen, die ausgewählten Bereichen des chinesischen Rechts wie Zivilrecht, Strafrecht oder Eherecht zugeordnet sind. Chinesische Grundkenntnisse sollten vorhanden sein, sodass man beispielsweise eine Zeitung lesen kann. Der Sprachkurs hat das Ziel, den Lernenden in die Lage zu versetzen, einen Rechtsfall mit den passenden Vokabeln selbst erklären zu können oder auch in den Medien zu verstehen. Die Lektionen umfassen Textübersetzungen, eine Vokabelliste mit über 500 Rechtsbegriffen, Sprachübungen und Auszüge von chinesischen Rechtstexten. Für zukünftige Rechtsexperten mit Sicherheit ein nützliches Standardwerk.

Richter Jiagu: „Fachsprache Recht, Legal Language, Deutsch/Chinesisch/Englisch“, BACOPA Verlag, 2016, 196 Seiten

Buchtipp – Bildband China: Entdeckungen im „Reich der Mitte“

China BildbandDer Bildband „China: Entdeckungen im ‚Reich der Mitte'“ umfasst zahlreiche Fotos aus allen Ecken Chinas – von der Mongolei über Peking bis hin zum südlichen Guangdong. Für China-Interessierte ein wahrer Augenschmaus. Angereichert mit kurzen Hintergrundinformationen zu Geschichte und Gegenwart des bevölkerungsreichsten Land der Erde.

Der Leser bzw. Betrachter des Bildbandes erhält einen sehr umfangreichen Einblick in die Architektur, Landschaft und Kultur Chinas. Selbstverständlich widmet sich das Buch den großen Städten wie Peking, Shanghai und Hongkong. Die vielen Panoramabilder sind faszinierend – ein Highlight ist die ausklappbare, 84 cm breite Panoramaansicht der Hongkong Skyline, die sich Touristen vom Peak aus bietet.

Zu den wohl überraschenden Aufnahmen zählen der gelbe trichterförmige Jin Mao Tower in Shanghai, die „Regenbogenberge“ im Zhangye-Danxia-Geopark (die aussehen, als hätte sie jemand mit Farbpinseln angemalt – ist aber nur eine Laune der Natur), die beleuchteten Eisskulpturen des Eis- und Schneefestivals in Harbin, die farbig angestrahlten Schilfrohrflötenhöhle in Guilin und der skurille Steinwald in Kunming. Daneben werden traditionelle Tempelanlagen und Klöster vorgestellt, moderne Architektur wie die Bubble Tram in Guangzhou (Riesenrad mit Kugelkabinen) oder die riesige leuchtende Jifen-Brücke, die berühmten Kormoranfischer am Li-Fluss oder das Wolong-Panda-Reservat. Darüber hinaus erfährt man in kurzen Texten, dass beispielsweise im drittgrößten Staat der Erde mehr als eine Milliarde Han-Chinesen leben, außerdem noch Minderheiten wie Thaivölker, tibetische Völker, Turkvölker und Mongolen. Chinesische Essgewohnheiten und die Tierwelt Chinas werden am Rande erwähnt.

Der Bildband schafft es, den Spagat Chinas zwischen Tradition und Moderne sichtbar zu machen und die unterschiedlichen Regionen mit ihren Eigenheiten und Besonderheiten aufzuzeigen. Wer eine Reise nach China plant oder sich von der Vielfalt des Landes auf mehr als 570 Seiten verzaubern lassen will, für den ist der Bildband eine gute Wahl. Als Reiseführer mit seinen 2,7 kg ist er weniger geeignet. Also am besten zu Hause im Sessel schmökern.

China: Entdeckungen im „Reich der Mitte“, Kunth Verlag, 2015, 881 Abbildungen

Ratgeber für Gelassenheit: Das Lotusblütenprinzip

„Das Lotusblütenprinzip“ von Thomas Augspurger ist ein Ratgeberbuch für gestresste Berufstätige, die Lösungsstrategien für mehr Gelassenheit suchen und den Ärger im Büro so gering halten wollen wie möglich. Dabei soll das Prinzip der Lotusblüte helfen: Ärger abperlen lassen, aber auch Wichtiges aufnehmen.

Der Titel des Buches mag manchen Leser in die Irre führen. Nein, es geht nicht um einen auf asiatische Methoden aufbauenden Gelassenheitsratgeber, sondern um ein Kompendium an wissenschaftlichen Erkenntnissen der westlichen Welt, die das Lotusblütenprinzip als Ausgangpunkt für verschiedene mentalen und rhetorische Methoden ansetzt. Wie bei der Lotuspflanze sollen gute externe Einflüsse zum (beruflichen Überleben) durchgelassen und aufgenommen werden – schädliche Informationen hingegen sollen „abperlen“ wie auf der Oberfläche eines grünen Lotusblatts.

Der Leser erfährt nicht nur verschiedene Lösungen für Konfliktsituationen, sondern auch wie (Meta-)Kommunikation funktioniert, wie man gelassen verhandelt, Zeitfallen analysiert und sogar wie ein gelassener Umgang in Beziehungen gelingen kann. Wichtig sei es beispielsweise, Emotionen zu äußern, aktiv zuzuhören und zu überdenken, ob eine Konfontration überhaupt sinnvoll ist oder nur noch mehr Ärger hervorruft. Eventuell ist Zurückhaltung angebracht und ein Kompromiss „zieldienlicher“.

Der Autor erläutert seine Methoden mit vielen Beispielen, die jeder mit Sicherheit schon einmal im eigenen Büro selbst erfahren oder zumindest beobachtet hat. Ein im flüssigen Schreibstil verfasstes Buch, das für den Alltag einige nützliche Hinweise bietet.

Das Lotusblütenprinzip. Gelassenheit im Job durch den Abperl-Effekt, Haufe-Lexware, 2010, 2. Auflage, 192 Seiten

6 Linktipps: Kantonesisch lernen auf Youtube

Wer mehr über die kantonesische Sprache erfahren will, findet auf Youtube ein Sammelsurium an interessanten (aber zumeist englischsprachigen) Videos – von witzig aufbereiteten Sprachkursen  bis hin zu kleinen Infotainmentshows. Einige interessante Kanäle bzw. Videos möchte ich Euch heute vorstellen. Viel Spaß beim Lernen!

1. Learn Cantonese with CantoneseClass101.com
CantoneseClass101.com ist ein Kanal, der kostenlose Lernvideos im Abo anbietet. Die Kurztutorials kann man sich aber auch einfach auf Youtube anschauen. Zum Beispiel stellt Olivia jede Woche ein neues Thema vor und erklärt neue Vokabeln mit einfachen, alltagstauglichen Sätzen.

Weekly Cantonese Words with Olivia – Hobbies
https://www.youtube.com/watch?v=GJ5BNZuiV8I

Learn the Top 25 Must-Know Cantonese Phrases!
https://www.youtube.com/watch?v=rnq5LStlZPE

Eine weitere Reihe stellt Begriffe zu bestimmten Themen mit Bildern vor. Bild sehen, Vokabel hören und nachsprechen. Ganz nach dem chinesischen Sprichwort: Einmal sehen ist besser als tausendmal hören. Probiert es aus!

Learn Cantonese with Pictures – Get your fruits!
https://www.youtube.com/watch?v=b9qEgM_dCGA

2. Carlos Douh

Carlos lebt in Hongkong und bringt den Usern die kantonesische Umgangssprache mit schauspielerischen Einlagen und Erklärungen bei. Zusätzlich gibt es englische Untertitel.
https://www.youtube.com/user/carlosdouh

3. LearnCantoneseFast
LearnCantonesefast wird von freehongkong.net angeboten. Ein Sprecher erklärt am Monitor ausführlich die Aussprache und Grammatik.
https://www.youtube.com/watch?v=mUr6t3qKF7k

4. Off The Great Wall
In einem Video werden die Unterschiede zwischen Mandarin und Kantonesisch erklärt.
https://www.youtube.com/watch?v=e73btaVo868

In einem anderen Video geht es  um Cantonese Slang.
https://www.youtube.com/watch?v=GcRzyTLjVoY

5. The WingShantsui Channel

Cantonese Words That Are Actually English
https://www.youtube.com/watch?v=b1fc7NXdZ7g

6. Young Post

Können Chinesen Ausländer, die Kantonesisch sprechen, verstehen? Hier ein lustiges Video zu dieser Frage.
Say what now? Cantonese speakers guess what English speakers are saying in Cantonese
https://www.youtube.com/watch?v=qb5uW5kotNQ

Buchtipp für Manager: Die China-Strategie – Erfolgreiches Networking im Reich der Mitte

China-Strategie, be.braWer mit chinesischen Unternehmen erfolgreich Geschäfte abschließen will, muss nicht nur die wirtschaftlichen Aspekte im Blick haben, sondern auch die kulturellen Gepflogen- und Eigenheiten der Chinesen kennen. Wodurch zeichnet sich das Business in China aus? Wie ticken chinesische Geschäftspartner? Wie funktioniert Networking im Reich der Mitte und wie vermeidet man, in berufliche Fettnäpfchen zu treten? Professorin Yu Zhang, Unternehmerin und Beraterin, beschreibt die Grundlagen der chinesischen Network-Philosophie in ihrem Buch Die China-Strategie – Erfolgreiches Networking im Reich der Mitte.

Bei Besuchen, Verhandlungen oder Geschäftsessen mit Chinesen kann es bei westlichen Geschäftsleuten zu Irritationen und Missverständnissen kommen, wenn ein Verständnis für die asiatische Mentalität gänzlich fehlt. Um den Zugang zu dieser zu vereinfachen, hat Yu Zhang die wichtigsten Tipps zusammengefasst und in einer Art Handbuch erläutert, wie man bessere Geschäftsbeziehungen zu chinesischen Kunden, Partnern und Mitarbeitern pflegt und sich ein berufliches Netzwerk aufbaut.

Chinesen besser verstehen

Das erste Kapitel gibt Aufschluss über die „Basics“  von China: von Zahlen und Fakten und den aktuellen Wirtschaftstrends über die drei Lehren Konfuzianismus, Buddhismus und Daoismus bis hin zu chinesischen Feiertagen und Trinksprüchen. Chinesen, insbesondere die junge Generation, zeigen sich zunehmend selbstbewusster gegenüber dem Westen, sind technologievernarrt und kopieren auch den westlichen Lifestyle mit Luxusartikeln aus dem Westen. Chinesische private Unternehmer sind angesehen und gelten mittlerweile als Motor für den wirtschaftlichen Erfolg. Bezeichnender Weise hat sich die Abschiedsfloske bei Besuchen von chinesischen Gästen geändert. So heißt es nicht mehr „Vielen Dank, dass wir von Ihnen lernen durften“, sondern „Vielen Dank, dass wir uns austauschen konnten“, wie Zhang erläutert. Doch nicht nur deutsche Unternehmer knüpfen Beziehungen nach China, auch chinesische Manager zieht es nach Europa, um zu investieren, Zugang zu modernen Technologien aus dem Westen zu erhalten und neue Märkte zu erschließen.

Networking in China: Business-Knigge

Chinesische Verhaltensweisen und Networking unterscheiden sich grundlegend von denen der westlichen Kultur. Die Autorin verweist auf eine Managementkultur, die geprägt ist durch die traditionellen gesellschaftlichen und kulturellen Voraussetzungen. Hierarchische Strukturen sind bestimmend – der Arbeiter befolgt die Anweisungen des Vorgesetzten ohne Wenn und Aber. Hier spielt der Einfluss des Konfuzianismus eine Rolle. Darüber hinaus ist Pragmatismus wichtig, wichtiger als eine rigide Planung. So sind Chinesen oft flexibler bei der Lösungsfindung und schlagen auch gerne ohne Absprache plötzlich eine andere Richtung ein, wenn es mehr Erfolg verspricht. Das „Gesicht wahren“ und „Gesicht geben“ ist ein weiterer Aspekt, der für das berufliche Miteinander entscheidend ist. Die Autorin empfiehlt, andere zu loben, nicht mit eigenen Triumpfen anzugeben und Kritik nur im Einzelgespräch zu äußern, damit der andere nicht sein Gesicht verliert. Harmonie statt Konfrontation heißt das Gebot – selbtstverständlich auch im Business.

Besonders wichtig ist für chinesische Geschäftsleute die zwischenmenschliche Beziehung – anders als im Westen ist die Verknüpfung von Beruf und Privatem, das Vitamin-B, die persönliche Empfehlung durch Freunde und einflussreiche Personen ein entscheidendes Mittel für den beruflichen Erfolg – sei es auch nur für die Erlangung eines Praktikumsplatzes. Durch das Beziehungsgeflecht wird ein Netz aufgebaut, das gepflegt werden muss, um beispielsweise spätere Entscheidungen für Kooperationen, Geschäftsabschlüsse, Jobs o.ä. in der Zukunft positiv zu beeinflussen und durch das Investieren in Freundlichkeiten und gegenseitige Unterstützung späteren Nutzen zu ziehen.

Praktische Beispiele

So kann es nicht schaden, zu wissen, dass man nach dem Geschäftsessen gemeinsam eine Karaokebar aufsucht oder zur Fußmassage geht oder dass man asiatische Gäste nicht mit seinem bescheidenen Privatauto selbst abholen sollte, wenn man als Führungskraft eine hohe Position einnimmt und als solche auch wahrgenommen werden möchte. Auffällig ist, dass sich chinesische Firmen gerne in Imagebroschüren überschwänglich darstellen und sich Manager gern mit hohen Politikern ablichten lassen. Hier gilt, Protzen ist erlaubt!

Who is Who der VIP-Chinesen

Im Anhang findet der Leser eine Auflistung der 100 wichtigsten Persönlichkeiten in Chinas Wirtschaft, Politik und Kultur, die teilweise auch hierzulande bekannt sind wie der Pianist Lang Lang oder der Künstler Ai Weiwei. Mittlerweile ist Hu Jintao nicht mehr Staatspräsident, sondern Xi Jinping, der im Buch als Nachfolger bereits benannt ist.

„Die China-Strategie“ ist ein interessant zusammengestellter Leitfaden durch die Business-Mentalität in China. Das Buch ist leicht verständlich geschrieben und mit vielen chinesischen Sprichwörtern und Beispielen aus dem Berufsalltag, die häufig auftretende Verständnisprobleme aufzeigen und diese erklären. Lesenswert für Manager und alle China-Interessierten, die mehr über den chinesischen Business-Knigge erfahren wollen.

Yu Zhang: Die China-Strategie. Erfolgreiches Networking im Reich der Mitte, be.bra verlag 2012, 192 Seiten

Yu ZhangDie Autorin Yu Zhang wurde in der südchinesischen Provinzhauptstadt Nanchang geboren und wuchs in China auf. Sie gründete ihre eigene Firma China Communications Consulting. Seit Anfang der 1990er Jahre lebt sie in Berlin.