Buchtipps: Entspannen mit Achtsamkeit, Zen-Weisheiten und Malkunst

Wie kann es gelingen, die Herausforderungen in Beruf und Familie gelassener zu meistern, leere Akkus aufzufüllen und neue Kraft zu schöpfen? Inspiration hierfür bieten drei Publikationen aus dem ars Edition Verlag.

ars Edition Wege zur Achtsamkeit„Wege zur Achtsamkeit“ ist ein kleines kunstvoll gestaltetes Buch, das fernöstliche Weisheiten und Anekdoten aus dem Zen-Buddhismus mit Landschaftsbildern kombiniert. Die Zitate, die den verschiedenen Themenbereichen wie Aufmerksamkeit, Meditation, Erkenntnis zugeordnet sind, sind passend ausgewählt und regen zum Innehalten und Nachdenken an. Wer Hintergrundinformationen zum Zen-Buddhismus oder Mediationsübungen erwartet, wird hier allerdings nicht fündig. Das Büchlein bietet jedoch eine schöne Ansammlung an asiatischen Weisheiten und eignet sich gut als Geschenk, das vor allem durch seine hochwertige Ausstattung überzeugt.  Klein, aber fein mit 72 Seiten.

 

Rühre an das Leere in deinem Leben, und dort werden Blumen blühen. ~ Zen-Weisheit

ars Edition be happy„Be happy“ ist ein Malbuch für Erwachsene mit 40 Motiven zum Ausmalen. Ausmalbücher zur Entspannung liegen derzeit im Trend. Dieses Buch unterscheidet sich jedoch auf besondere Weise: Fotomotive – wie beispielsweise Blumen, Tiere oder ein lachender Buddha – werden mit gezeichneten Elementen, die farblich selbst gestaltet werden können, umrahmt. So entsteht eine individuelle Collage aus Bildern und Illustrationen, die nicht nur dekorativ anzuschauen ist, sondern auch zur Entspannung beitragen soll.

 

„Was du heute denkst, wirst du morgen sein.“ ~ Buddha Siddhartha Gautama

ars edition Zen Zauber„Zen Zauber, Weisheiten aus Fernost“ ist ein Aufsteller mit bekannten und weniger bekannten Lebensweisheiten aus dem asiatischen Raum – von Laotse und Konfuzius über Mahatma Gandhi und dem Dalai Lama bis hin zu Buddha. 192 Seiten mit Sinnsprüchen und Fotos, die einen an mehr Gelassenheit im Alltag erinnern sollen. Praktisch beispielsweise auf dem Schreibtisch im Büro eignet sich das Buch als dekorativer und motivierender Alltagsbegleiter für jeden Tag. Von den drei Publikationen ist dies mein Favorit!

http://www.arsedition.de/

 

Gute Vorsätze mit chinesischen Weisheiten

Buddha im GrünenMit dem neuen Jahr verbinden viele Menschen gute Vorsätze, die sie mit aller Zuversicht und gutem Willen in die Tat umsetzen wollen. Wer sich alte chinesische Weisheiten anschaut, findet viel Kluges und Nützliches für den stressigen Lebensalltag. Es schadet daher nicht, sich den einen oder anderen weisen Spruch, der so aktuell wie eh  und je erscheint, für 2017 zu Herzen zu nehmen. Im Folgenden habe ich meine persönlichen Highlights für Euch zusammengestellt:

  1. Ist man in kleinen Dingen nicht geduldig, bringt man die großen Vorhaben zum Scheitern. (Konfuzius)

  2. Wer ständig glücklich sein möchte, muss sich oft verändern.  (Konfuzius)

  3. Es ist  nicht wichtig, wie langsam du gehst, sofern du nicht stehen bleibst. (Konfuzius)

  4. Zieh dich zurück, wenn die Arbeit getan ist. Das ist der Weg des Himmels. (Laotse)

  5. Mach größer, was klein ist, und vermehre das Wenige; tu Gutes dem, der dir ein Unrecht getan hat. Plane das Schwierige, solange es noch einfach ist. Tu das Große, solange es noch klein ist, denn die schwierigen Dinge auf der Welt fangen stets einfach an, und die großen Dinge fangen stets klein an. (Laotse)

  6. Ein Augenblick Geduld kann viel Unheil verhüten. (aus China)

  7. Das Leben meistert man lächelnd oder überhaupt nicht. (aus China)

  8. Über Vergangenes mach dir keine Sorgen, dem Kommenden wende dich zu.  (Tseng-Kuang)

Chinesische Weisheiten über die Zeit

Repulse Bay, HongkongDie Zeit ist ein kostbares Gut, das der Mensch besonders dann schätzt, wenn er wenig hiervon zur Verfügung hat. In chinesischen Weisheiten findet man viele kluge Gedanken zum Wert und sinnvollen Gebrauch der Zeit. Im Folgenden findet Ihr eine Auswahl an Zitaten und Sprichwörtern aus China.

„Lege dir jeden Tag für deine Sorgen eine halbe Stunde zurück.
Und in dieser Zeit mache ein Schläfchen.“
~ Laotse

“Über Vergangenes mach dir keine Sorgen, dem Kommenden wende dich zu.“
~ Tseng-Kuang

“In alter Zeit sprach man nicht einfach drauflos. Man schämte sich, wenn man seine Worte nicht einlösen konnte.”
~ Konfuzius

„Der Pfeil ist schnell, aber er fliegt nur zwei Meilen weit, weil er aufhört. Der Schritt des Menschen ist langsam, aber er kommt hundert Tagesreisen weit, weil er nicht aufhört.“
… Darum nehmen die Weisen die Zeit so ganz beosnders wichtig. Wenn das Eis hart zu frieren beginnt, pflegte Hou Dsi nicht zu säen, sondern Hou Dsi wartete mit Säen, bis der Frühling da war. Darum kann einer so klug sein, wie er will, wenn er nicht die rechte Zeit trifft, bringt er nichts fertig.“
~ Lü Bu We, Frühling und Herbst des Lü Bu We, Buch XIV, 3. Kapitel

“Ein junger Mensch soll zu Hause seine Eltern ehren und außer Haus älteren Menschen mit Achtung begegnen. Vorsichtig und gewissenhaft soll er sein, zwar alle lieben, sich aber nur mit den Tugendhaften umgeben. Wenn ihm dann noch Zeit bleibt, dann soll er sich dem Studium der Literatur widmen.”
~ Konfuzius

Chinesische Sprichwörter

„Eine Viertelstunde Frühling ist mehr wert als ein Sack Gold.“

“Du kannst ein Haus kaufen, aber nicht ein Heim!
Du kannst ein Bett kaufen, aber nicht Schlaf!
Du kannst dir eine Uhr kaufen,
aber nicht die Zeit!
Du kannst ein Buch kaufen, aber nicht das Wissen!
Du kannst einen guten Arzt bezahlen,
aber keine Gesundheit kaufen!
Du kannst ein Herz kaufen, aber nicht die Liebe!“

„Der beste Zeitpunkt, einen Baum zu pflanzen, ist vor zwanzig Jahren. Der zweitbeste Zeitpunkt ist heute.“

„Kümmere dich nicht um die Zukunft und du wirst die Gegenwart betrauern.“

“Es ist schwer in einem Jahr einen Freund zu gewinnen, es ist leicht, ihn in einer Stunde zu verlieren.“

“Dem Wartenden scheinen Minuten Jahre zu sein.“

Chinesisches Märchen: Die Legende vom Kürbisberg

KürbisChinesische Märchen sind alten Sagen und Legenden aus dem Westen oft gar nicht so unähnlich: Hier tauchen auch Zauberflöten, arme Jünglinge und sogar Kürbisse auf. Die folgende Geschichte aus China erinnert ein wenig an Cinderella oder den Rattenfänger von Hameln. Sie heißt: die Legende vom Kürbisberg.

Einst lebte in einem Dorf ein junger Mann mit Namen Liu Ba-Yüä, der arm, aber zufrieden war. Auf seiner Pfeife aus Schilfrohr spielte er fröhliche Lieder und erfreute sich an dem lieblichen Klang. Als er eines Abends vom Reisigsammeln heimkehrte, legte er sich müde ins Bett und ein alter Mann erschien ihm im Traum. „Ich schenke dir diese Zauberflöte aus Bambus, mein Junge. Gebrauche sie weise für etwas Gutes.“ Liu Ba-Yüä wachte auf und neben ihm lag tatsächlich eine Flöte. Fortan spielte er nur noch auf diesem Instrument. Ihm gelang es, die Menschen und Tiere fröhlich zu stimmen, wenn er lustige Lieder spielte, oder so traurig, dass selbst die Vögel aufhörten zu zwitschern.

Am nächsten Tag sah er Kinder am Teich vor seiner Hütte spielen. Sie hatten einen Karpfen gefangen. „Lasst ihn frei!“ „Nur, wenn du uns ein Lied auf deiner Flöte spielst“, rief ein Kind. Er tat, wie ihm geheißen und sie ließen den zappelnden Fisch frei. Am nächsten Tag brachte ihm der Karpfen als Dank einen Kürbissamen. Der junge Mann pflanzte den Samen ein und schon bald wuchs ein prächtiger Kürbis heran. In einer lauen Mondnacht holte Liu Ba-Yüä seine Flöte hervor und spielte.
Als er zu dem Kürbis blickte, stand dort plötzlich ein wunderschönes Mädchen, so schön wie eine Frühlingsblume, und neben ihr die aufgebrochene Kürbisschale.

wpid-imag0951-1.jpg„Wer bist Du?“, fragte er erstaunt. „Ich bin Kürbiskleinchen. Und ich danke dir, dass du dich so lange um mich gekümmert hast. Ich bleibe für immer bei dir, wenn du willst.“ Sie feierten Hochzeit und lebten sehr glücklich miteinander.

Eines Tages hörte der Kaiser von einem seiner Diener, dass in jenem Dorf ein bildschönes Mädchen sei, und er befahl, Kürbiskleinchen zu ihm bringen zu lassen. Liu Ba-Yüä wurde sehr traurig, aber seine Frau beruhigte ihn. „Keine Angst, tue,was ich dir nun sage. Gib mir die Schale meines Kürbisses und gehe in siebenmal sieben Tagen zum Palast des Kaisers.“

Kürbiskleinchen wurde alsdann von den Dienern des Kaisers in den Palast gebracht und der Kaiser war hocherfreut, sie zu sehen. Er fragte sie, ob sie bei ihm bleiben wolle. „Dein Palast gefällt mir nicht“, sagte sie. „Es soll einen viel schöneren geben, siebenmal sieben Tage östlich von hier. Es ist der Kristallpalast, der für den Wahren Sohn des Himmels bestimmt, denn nur er kann ihn sehen.“

Also zogen der Kaiser, sein Gefolge und Kürbiskleinchen gen Osten. Nach siebenmal sieben Tagen warf sie die Kürbisschale auf den Boden, sie murmelte etwas, und der Kürbis verwandelte sich in einen Kristallpalast, der plötzlich vor dem Kaiser auftauchte. „Welch ein Palast“, sagte der Kaiser und alle traten ein, nur Kürbiskleinchen nicht. Die Tore schlossen sich und der Palast verwandelte sich alsbald in einen Berg, der die Form eines riesiges Kürbisses besaß. Der Kaiser blieb seitdem wie vom Erdboden verschwunden. Liu Ba-Yüä hatte sich in der Zwischenzeit auf den Weg gemacht und traf rechtzeitig im Palast des Kaisers ein. Der Palast schien leer, doch wer war da, um ihn zu empfangen? Kürbiskleinchen! Sie kehrten in ihr kleines Dorf zurück und lebten dort glücklich und zufrieden. So entstand die Legende vom Kürbisberg.

Chinesische Weisheiten zum Herbst

rote Blätter

 

Chinesische Sprichwörter:

Im Frühjahr warm, im Herbst kühl halten,
so wird man alt, ohne krank zu sein.

Im Herbst verkauft man Obst, im Frühling Medizin.

Der Herbst des Lebens streut die buntesten Blätter auf unseren Weg.

Herbstblätter

 

Dschuang Dsi, Das wahre Buch vom südlichen Blütenland, Buch XVII Herbstfluten,
1. Erwachen zur Selbstbesinnung

Die Zeit der Herbstfluten war gekommen, hunderte von Wildbächen ergossen sich in den gelben Fluss. Trübe wälzte sich der angeschwollene Strom zwischen seinen beiden Ufern, so dass man von der einen Seite zur andern nicht mehr einen Ochsen von einem Pferd unterscheiden konnte. Darüber wurde der Flussgott hochgemut und freute sich und hatte das Gefühl, dass alle Schönheit auf der Welt ihm zu Gebote stehe. Er fuhr auf dem Strome hinab und kam zum Nordmeer. Da wandte er das Gesicht nach Osten und hielt Ausschau. Aber er entdeckte nicht das Ende des Wassers. Darüber drehte der Flussgott sich um, blickte auf zum Meergott und sagte seufzend: „Was da im Sprichwort steht: Wer hundert Wege kennt, hält sich für unvergleichlich klug, das trifft auf mich zu. Wohl habe ich schon Leute getroffen, die von menschlicher Größe nicht viel wissen wollten, aber ich habe ihnen nie recht geglaubt. Erst bei Euch jetzt sehe ich, was wirkliche Größe und Unerschöpflichkeit ist. Wäre ich nicht vor Eure Tür gekommen, so wäre ich in Gefahr, dauernd verlacht zu werden von den Meistern der großen Auskunft.“

Chinesische Weisheiten über das Glück

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Chinesische Sprichwörter über das Glück

„Glück entsteht oft aus kleinen Dingen. Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge.“

„Der Zufriedene ist stets glücklich.“

„Glücklich ist, wer ohne Krankheit, reich, wer ohne Schulden.“

„Glück hilft nur manchmal. Arbeit immer.“

„In einer friedvollen Familie kommt das Glück von alleine.“

„Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.“

„Willst du für eine Stunde glücklich sein, so betrinke dich. Willst du für drei Tage glücklich sein, so heirate. Willst du für acht Tage glücklich sein, so schlachte ein Schwein und gib ein Festessen. Willst du aber ein Leben lang glücklich sein, so schaffe dir einen Garten.“

„Das Leben ist ein dorniger Rosenstock und das Glück die Blüte.“

„Der Mensch kann nicht tausend Tage ununterbrochen gute Zeit haben, so wie die Blume nicht hundert Tage blühen kann.“
~ Tseng-Kuang

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„Mit einem scharfen Messer an einem Sommernachmittag auf einem großen dunkelroten Teller in eine hellgrüne Wassermelone schneiden. Ist das vielleicht nicht Glück?“
~ Jin Shengtan

Melone
„Es ist ein Unglück im Leben des Menschen, wenn er nichts über seine Fehler zu hören bekommt; ein noch größeres Unglück aber, wenn er der Reue nicht fähig ist.“

~Zhou Dunyi

„Genug zu haben ist Glück, mehr als genug zu haben ist unheilvoll.
Das gilt von allen Dingen, aber besonders vom Geld.“
~ Laotse

Goldmünzen Baum

„Wer ständig glücklich sein möchte, muss sich oft verändern.“
~ Konfuzius

„Der Mensch lebt durch Geradheit. Ohne sie lebt er von glücklichen Zufällen und vom Ausweichen.“
~ Konfuzius

Konfuziusstatue

Chinesische Weisheiten über die Arbeit

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Zitatesammlung: Chinesische Weisheiten über die Arbeit

„Such dir eine Arbeit, die du gern tust. Dann brauchst du keinen Tag in deinem Leben mehr zu schuften.“ ~ Konfuzius

„Zu viel zu tun ist nicht unbedingt besser, als zu wenig zu tun.“
~ Konfuzius

„Neben der edlen Kunst, etwas zu erledigen, gibt es die nicht minder edle, Dinge ungetan zu lassen. Das Aussortieren des Unwesentlichen ist der Kern aller Lebensweisheit.“ ~ Laotse

„Der Herzog Wen sprach: ‚Wer nur in Gerechtigkeit geholfen und mich im rechten Benehmen geleitet hat, dem habe ich höchsten Lohn verliehen.'“ ~ Gerechte Belohnungen, aus Frühling und Herbst des Lü Bu We

chinesische Sprichwörter

„Die Arbeit läuft dir nicht davon, wenn du deinem Kind den Regenbogen zeigst. Aber der Regenbogen wartet nicht, bis du mit der Arbeit fertig bist.“

„Deine Arbeit wird nur gedeihen, wenn du an sie glaubst.“

„Ein Dummkopf, der arbeitet, ist besser als ein Weiser, der schläft.“

„Nicht vom Kaufen lernst du, sondern vom Verkaufen.“

„Man versteht nur das Geschäft, durch das man den Reis verdient.“

Chinesisches Märchen: Die Tränen-Seen

Chinesische Märchen berühren auf eine ganz besondere Weise, auch wenn sie nicht immer gut enden. Eine Erzählung gefällt mir heute noch genauso gut wie damals, als ich noch ein Kind war. Sie erklärt auf zauberhafte, mystische Art die Entstehung einer landschaftlichen Besonderheit Chinas. Hier nun das Märchen von den Tränen-Seen:

Chinesischer Drache

Ein Gutsherr, den man wegen seiner Bösartigkeit schwarzer Tiger nannte, lebte einst in einem kleinen Dorf. Er kleidete sich vornehm, genoss seinen Reichtum in vollen Zügen, behandelte aber seine Pächter schlecht. In jenem Dorf wuchs auch ein Junge namens Wen Peng auf. Er ging jeden Tag fischen, um sich und seine Mutter zu ernähren.

Eines Tages zog Wen Peng einen großen Fisch an Land, und er war überrascht, denn die Schuppen des Fisches bestanden aus purem Gold. „Wenn Du mich frei lässt, werde ich dich belohnen,“ bettelte der Fisch. Der Junge nahm den Fisch und warf ihn zurück ins Wasser. Zum Dank brachte der Fisch ihm eine Perle, die ihm ein Leben im Überfluss bringen sollte. Zu Hause zeigte er die Perle seiner Mutter. „Wir können die Perle morgen in der Stadt verkaufen“, beschloss sie und bewahrte sie vorerst in einem Fass mit Reis auf. Mit Erstaunen stellte sie zum Abendbrot fest, dass der Reis in dem Fass nicht weniger wurde, als sie welchen herausnahm. Das Fass füllte sich stets mit neuem, feinsten Reis. Als sie die Perle in ihren Geldbeutel mit einer Münze steckte, füllte sich dieser mit Geld. Sie brauchten sich keine Sorgen mehr machen. Trotzdem ging der Sohn jeden Tag an den Fluss, um zu angeln.

Die Frau des Gutsherren wurde misstrauisch, beschuldigte die Mutter des Diebstahls. Aus Angst gab die Mutter das Geheimnis der Perle preis. Schon am nächsten Tag kam der Gutsherr mit seinen Leuten und wollte die Perle beschlagnahmen. Wen Peng versteckte sie in seinem Mund und als ihn jemand trat, schluckte er sie vor Schreck hinunter. „Dann sehen wir uns vor Gericht wieder“, tobte der Gutsherr und verließ das Haus mit seiner Gefolgschaft.

Plötzlich verspürte Wen Peng unbändigen Durst. „Trink aus der Regentonne, mein Sohn“, sagte die Mutter, aber ihr Sohn war danach immer noch durstig. Er lief zum Fluss und trank den halben Fluss leer. „Was passiert mit dir, mein Junge“, fragte sie entsetzt, als Wen Peng sich plötzlich in einen Drachen verwandelte, nur ein Fuß blieb in seiner menschlicher Gestalt. Der Drache erhob sich sogleich in die Lüfte. „Bleib bei mir“, rief die Mutter. „Ich muss fort“, antwortete der Drache, blickte sich nochmals um und verlor dabei eine heiße Träne, die neben dem Fluss den Boden berührte. „Dreh Dich nochmals um“, jammerte die Mutter und sah ihrem Sohn nach. Insgesamt 24 Mal drehte sich der Drache um und verlor jedes Mal eine Träne aus seinem brennenden Auge.

In der Provinz Shenzhen gibt es einen Fluss namens Min, der sich wie ein Band durch das Land schlängelt. Und in jeder Windung liegt ein kleiner See – dies sind die traurigen Tränen des Wen Peng.