Buchtipp: China für die Hosentasche

China für die Hosentasche, Fischer TBSchon gewusst, dass in China 3,8 Millionen Fahrstühle und Rolltreppen täglich im Einsatz sind? Oder dass nur 11 Prozent der Fläche Chinas für die Landwirtschaft nutzbar ist? Das Buch „China für die Hosentasche. Was Reiseführer verschweigen“ von der Ostasienwissenschaftlerin Françoise Hauser gibt einen überraschenden Einblick in ein Land, das für die westliche Welt voller Mysterien, Rätsel und Widersprüche ist.

Die Autorin hat viele spannende Fakten zu China zusammengetragen. Kurz, prägnant und mit dem Fokus auf das Wesentliche. Der Leser erfährt viel über Alltagskultur und Kuriositäten aus dem Reich der Mitte – warum 28.000 Flüsse „verschwunden“ sind, dass der CCTV Tower in Peking im Volksmund als „große Unterhose“ bezeichnet wird und was es mit den „Geisterstädten“ auf sich hat. Die meisten Überseechinesen leben übrigens in Indonesien (7,5 Mio.) In den USA wohnen 3,8 Mio. chinesische Einwohner, 500.000 in Großbritanien und –  knapp hinter Kuba – 105.000 in Deutschland.

Kulinarische Eigenheiten werden ebenso beschrieben, wie diverse Freizeitvergnügen der Chinesen, Religion, Wirtschaft oder der digitale Wandel, der in China wie in keinem anderen Land im Eiltempo voranschreitet. Ein Handy ist für die Chinesen unverzichtbar und ein Statussymbol, das den Alltag bestimmt. 2015 besaßen fast 95 Prozent ein Handy oder Smartphone. Für viele Chinesen, so Hauser, hat das Smartphone eine besondere Funktion: Es ist für viele ein Fenster zur Welt. Denn nicht alle Chinesen sind in der Lage, sich einen teuren PC leisten zu können, um im Internet zu surfen oder auch die sozialen Netzwerke zu nutzen. Im Volkskongress ist übrigens der Gebrauch von Handys seit 2014 verboten – wahrscheinlich aufgrund der potentiellen Ablenkungsgefahr für die Abgeordneten. Wer nach einer Webseite der Kommunistischen Partei Chinas sucht, kann sich die Mühe sparen. Es gibt keine. Dafür aber eine Webseite für die digitale Ahnenverehrung – hier treffen Tradition und Moderne in sehr praktischer Weise aufeinander.

„China für die Hosentasche“, Fischer Verlag, ist ein kurzweiliges kleines Buch mit kompaktem Wissen auf 320 Seiten. Ein alternativer Reiseführer mit leichtem Einstieg in die chinesische Lebenswelt. Interessant für China-Begeisterte und China-Kenner.

Françoise Hauser: „China für die Hosentasche. Was Reiseführer verschweigen“, FISCHER Taschenbuch, 2017

 

 

 

 

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2 Gedanken zu “Buchtipp: China für die Hosentasche

  1. Das klingt sehr interessant, dieses Buch hatte ich bisher noch gar nicht auf dem Schirm 🙈… Ich bin heute aber auf das Buch „Ost trifft West“ von Yang Lou gestoßen, was ich ebenfalls sehr empfehlen kann!
    (Habe es auch direkt auf meinem Blog verlinkt 😉)

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