5 Buchtipps: Ernährung nach den fünf Elementen

wpid-img-20140220-wa0003-1.jpgHolz, Feuer, Erde, Metall, Wasser – so lauten die fünf Elemente, die die chinesische Medizin entscheidend geprägt haben. Sie beschreiben die Wandlungsphasen in der Natur wie beispielsweise den Wechsel der Jahreszeiten. Die Elemente sind zyklisch angeordnet und stehen miteinander in Beziehung: Sie kontrollieren und regulieren sich gegenseitig. Alles, was existiert – sei es die Körperzelle, das Wetter, die Pflanzen – unterliegt diesem Prinzip des Wandels.

Laut der Traditionellen chinesischen Medizin (TCM) kann falsche Ernährung Erkrankungen hervorrufen. Gutes und gesundes Essen hingegen wirkt wie „Medizin“. Nahrung versorgt uns daher nicht nur mit Lebensenergie „Qi“, sondern beeinflusst auch unser körperliches und seelisches Wohlbefinden.

Die fünf Elemente bilden die Basis der chinesischen Kräuterheilkunde. Kräuter, Obst und Gemüse sind nach den jeweiligen Elementen klassifiziert und entsprechen zudem den Geschmacksrichtungen süß, sauer, bitter, salzig, scharf. Nahrungsmittel haben laut dieser Theorie sowohl wärmende als auch kühlende Wirkung. Der früheste Nachweis, dass die fünf Elemente Einfluss auf die Ernährung hatten, ist übrigens im Buch der Urkunden (Shangshu, vor ca. 3000 Jahren) belegt.

Holz = Frühling / Leber-Gallenblase / sauer

Feuer = Sommer / Herz- Dünndarm / bitter

Erde = Spätsommer / Milz-Magen / süß

Metall = Herbst / Lunge-Dickdarm / scharf

Wasser = Winter / Nieren-Blase / salzig

Wer sich ausgewogen und geschmackvoll ernähren will, kann seine Speisen auf Basis der fünf Elemente zubereiten. Kürbissuppe wird beispielsweise empfohlen bei Müdigkeit oder Appetitlosigkeit. Walnusskuchen soll bei Wechseljahrproblemen, trockenem Husten, Unruhe und Zittrigkeit helfen. Im Sommer kühlt Pfefferminztee, auch wenn er warm ist, aber er fördert das Schwitzen und damit Abkühlen und hat auch von der Klassifikation eine kühlende Wirkung. Bei Magenproblemen helfen Ingwerscheiben in heißem Wasser.

Hier noch einige Tipps für eine gesunde Ernährung laut TCM:

  • Lebensmittel sollten frisch zubereitet sein, zur Jahreszeit passen und nicht chemisch behandelt sein. Also keine Tiefkühlkost, keine Mikrowellengerichte.
  • Für Mahlzeiten sollte man sich Zeit nehmen und das Essen genießen. Während des Essens sollte man daher Ablenkung vermeiden, also nicht Fernsehen oder das Checken von Mails auf dem Handy auf eine späteren Zeitpunkt verlegen.
  • Es mag nicht jedermanns Geschmack sein, aber ein warmes Frühstück aus gekochtem Getreide oder eine warme Nudelsuppe am Morgen tragen dazu bei, das Reservoir an Energie gut aufzufüllen. Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit. Das Abendessen daraf ruhig kleiner ausfallen.
  • Die chinesische Medizin empfielt, keine eiskalten Getränke zu sich nehmen, insbesondere im Sommer. Lieber Tee oder nur gekochtes Wasser trinken. Heißes Wasser verfügt über viel Qi.
  • Wenig Rohkost und wenig Milchprodukte verzehren, dies belastet den Verdauungsprozess.
  • Ideal ist es, wenn alle fünf Geschmacksrichtungen in einer Mahlzeit berücksichtigt werden.

Wer sich näher mit der Thematik beschäftigen will, dem empfehle ich die folgenden fünf Bücher aus dem österreichischen BACOPA Verlag (www.bacopa.at).

Abbildung in ArbeitRichard Fruhmann: Fünf Elemente im Wandel der Jahreszeiten für Neueinsteiger, Bacopa Verlag, 2. Aufl. 2013
Kompaktes, kleines Buch für einen ersten Einstieg in die Materie. Praxisnah und alltagstauglich werden die fünf Elemente beschrieben, inklusive Rezepte für einzelne Beschwerden. Ein Buch, das die Grundlagen der fünf Elemente auch für Laien verständlich darstellt. Sein Motto: „Es ist an der Zeit, dass wir die Gesundheit in unsere eigenen Hände nehmen.“

 

Roswitha Fehrer: Das 5-Elemente Kochen. Im Einklang mit Beruf und Haushalt, Bacopa Verlag, 3. Aufl. 2012Abbildung in Arbeit
Das Buch enthält eine Sammlung von 135 Rezepten, die eingeteilt sind in die Kategorien Frühstück, Fertiggerichte für den Arbeitsplatz, Mittagessen und Tanks auffüllen für den Rest des Tages, Abendessen, Übergewicht und Kinderküche. Die Zutaten sind durch Buchstaben nach ihrer Einteilung der fünf Elemente markiert. Neben Tipps zur Gewichtsabnahme findet der Leser Rezepte, die hauptsächlich mit westlichen Lebensmitteln zubereitet werden und auf den westlichen Gaumen abgestimmt sind. Es ist grundsätzlich kein Rezeptbuch für chinesische Mahlzeiten, abgesehen von Reissuppe oder Tofu-Reisbällchen. Auch wenn leider auf eine Bebilderungen verzichtet wurde, so machen Rezepte wie „Safran-Risotto mit Backobst“, „Mohnpalatschinken mit Balsamzwetschken“ oder „Marokkkanisches Ofengemüse“ dem Leser Lust, das eine oder andere Gericht auszuprobieren. Guten Appetit!

Abbildung in ArbeitFranz P. Redl (Hrsg.): Die Welt der Fünf Elemente. Anwendungsbereiche in Theorie und Praxis, Bacopa Verlag, 4. Aufl. 2010
Das Buch ist eine Sammlung von Aufsätzen verschiedener internationaler Experten der TCM. Ina Diolosa schreibt in ihrem Essay speziell über die „Fünf Wandlungsphasen in der Ernährung“. Das Werk bietet darüber hinaus einen Einblick in weitere Anwendungsbereiche der Fünf-Elemente-Theorie wie die Psychologie, Akupressur und Akupunktur, Tanz und Bewegung und NLP. Eine gute Übersichtsdarstellung, welche die unterschiedlichen Aspekte der Elementelehre aufgreift und das Interesse auch auf andere Themenbereiche lenkt. Zusätzlich gibt es Tabellen, Übungen und Alltagstipps. Ein Buch, das in erster Linie an den Fachleser gerichtet ist.

 

Abbildung in ArbeitSchweizerische Berufsorganisation für Traditionelle Chinesische Medizin (Hrsg.): Praxisbuch Nahrungsmittel und Chinesische Medizin, Bacopa Verlag, 3. Aufl. 2013

Dieses Buch bietet einen guten Überblick über die Wirkungsbeschreibungen und Indikationen der im Westen gebräuchlichen Lebensmittel. So erfährt man beispielsweise, dass Pinienkerne bei übermäßigem Konsum zu Feuchtigkeit und Schleim führen können, Zwiebeln Schleim löst, Brokkoli Blut tonisiert (stärkt),  Honig den Geist (Shen) beruhigt und Quark Hitze eliminiert und Toxine ausleitet. Auch die Wirkungsweise von Mungbohnen, chinesischem Pak-Choi oder Shitake-Pilzen wird ausführlich beschrieben. Jedem Lebensmittel, das auch bebildert ist, wird eine ganze Seite gewidmet. Das 376 Seiten umfassende Buch enthält darüber hinaus ein umfangreiches Register der Symptome sowie einen Index der Wirkungskategorien. Ein Nachschlagewerk, das man öfter in die Hand nehmen kann.

Abbildung in ArbeitPetra Kamb: Taschen-Lexikon Chinesische Medizin. Fachbegriffe und Zusammenhänge verstehen, 2013
Das Lexikon eignet sich für

Fachpersonen und Leser, die sich intensiver mit Fachbegriffen beschäftigen wollen. Das Buch enthält aber nicht nur Fachbegriffe von A-Z, es bietet weitaus mehr: eine Überblicksdarstellung zur Geschichte Chinas und der chinesischen Medizin, Zahlen und Fakten, viele Literaturhinweise, eine Übersicht der wichtigen klassischen Werke der chinesischen Medizin sowie kurze Einführungen in die Lehren des Daoismus, Konfuzianismus und Buddhismus. Besonders nützlich sind die Lernpfade, nach denen man das Lexikon durchforsten kann und so über eine medizinische Route in einzelne Themenbereiche einsteigt. Außerdem gibt es für einige Fachbegriffe zusätzliche Kommentare, die Zusammenhänge erläutern.

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