China im Kino: Hollywood, Hong Kong und der Erfolg chinesischer Filme

Hongkong

Achtung, Film läuft! Hollywood feiert den größten Blockbuster-Erfolg in China. Der Kinostreifen „Transformer 4 – Ära des Untergangs“ kommt beim chinesischen Publikum gut an. Fast 300 Millionen Dollar soll der Film bereits eingespielt haben, wie Zeit online berichtet. Die Weltpremiere fand im Juni in Hong Kong statt. Hollywoods Erfolg kommt nicht von ungefähr: Paramount Pictures setzt marketingtechnisch ganz auf das Reich der Mitte.

Der neue Transformers-Film bricht in China alle Rekorde. Warum nur? Der US-amerikanische Film wurde auffällig chinafreundlich produziert: Szenen spielen in Peking und Hongkong, chinesische Produkte und Gebäude von Sponsoren werden eingeblendet, die chinesische Schauspielerin Li Bingbing ist dabei, vier Darsteller für kleinere Rollen wurden im chinesischen Fernsehen gecastet. Zu den Finanziers gehörte unter anderen der vom chinesischen Staat unterstützte China Movie Channel. Dies ruft natürlich die Chinagegner auf den Plan. So titelt Handelsblatt online „Wie sich Hollywood in China einschleimt“ und verweist darauf, dass ein solcher kommerzieller Erfolg nur zustande kommen kann, wenn man „seine Seele an China verkauft“. Die Quote ausländischer Filme, die in China pro Jahr gezeigt werden dürfen, liegt bei 34 Prozent.

China gilt in der Rangliste als zweitgrößter Filmmarkt nach den USA. Kein Wunder also, dass China ein wichtiger Markt für die Filmbranche ist, der erobert werden will. Und es lohnt sich. Kinoleinwände schießen wie Pilze aus dem Boden, 2013 gab es in der Volksrepublik fast drei Milliarden Dollar Einnahmen. Das Geschäft an den Kinokassen in China boomt. Laut Weltkino Filmverleih rechnen Experten damit, dass Chinas Filmmarkt die USA innerhalb der nächsten sechs Jahre überholt.

Kungfu in Hollywood

Umgekehrt betreten chinesische Filmschaffende und Künstler das internationale Parkett, um den chinesischen Film bekannter zu machen. Dies gelang beispielsweise Ang Lee mit „Tiger & Dragon“, der den Oscar für den besten fremdsprachigen Film erhielt. Technisch braucht sich China nicht hinter Hollywood zu verstecken. Allein die Daily Soaps im chinesischen Fernsehen sind teils technisch aufwendig produziert und überraschen mit Spezialeffekten.

Bruce Lee Statue in Hongkong

Bruce-Lee-Statue in Hongkong

Neben Kungfu-Legende Bruce Lee, der Schauspieler, Philosoph und Filmproduzent war, ist heutzutage Jackie Chan ein bekanntes Gesicht in Hollywood. Der Hongkong-Chinese, der auf Kantonesisch Sing Lung genannt wird, hat seit 1994 in zahlreichen westlichen Produktionen mitgewirkt wie „Rumble in the Bronx“, „Rush Hour“, „Shanghai Noon“ oder „In 80 Tagen um die Welt“.

Avenue of Stars Hongkong Jackie Chan

chinakompass.wordpress.com_Sammo Hung Avenue of stars

 

 

 

 

 

Zu den chinesischen Künstlern, die heutzutage international bekannt sind, zählen der Regisseur Won Kar-Wai und die Schauspieler Andy Lau, Chow-Yun-Fat, Sammo Hung, Maggie Cheung und Zhang Ziyi. Der Darsteller Jet Li überzeugte die internationalen Kritiker 2008 im Blockbuster „Die Mumie – Das Grabmal des Drachenkaisers“, eine amerikanische Produktion, die vornehmlich auf das China-Genre baute.

Chinesischer Film gewinnt auf der Berlinale 2014

Aber auch Filme, in denen Kungfu gar keine Rolle spielt, finden mittlerweile in der internationalen Filmwelt Beachtung. Der Thriller „Black Coal, Thin Ice“ vom Regisseur Diao Yinan überzeugte die Jury der diesjährigen Berlinale und gewann als Bester Film den Goldenen Bären sowie den Silbernen Bären in der Kategorie Bester Darsteller. Der melancholische Kriminalfilm kam auch beim heimischen Publikum positiv an. 20 Tage nach dem Start in China überschritt der Film die symbolische Grenze von 100 Mio. Yuan (16,2 Mio. US-Dollar) – für einen kleinen Arthousefilm ein erstaunliches Ergebnis. „Ich wollte einen Krimi machen, der das Leben im heutigen China zeigt. Mein Ziel war es nicht nur, ein Geheimnis zu lüften und die Wahrheit über die Beteiligten herauszufinden, sondern auch, auf unsere neue Lebenswirklichkeit zu verweisen“, sagt Diao Yinan über sein Werk. Dies ist auch das Besondere des Films: Er zeigt nicht nur die Charakterstudie eines depressiven Polizeibeamten (was die chinesische Zensur nicht kippte), sondern auch die Schattenseiten des schnellen Wirtschaftswachstums in China.

Ab dem 24. Juli wird der chinesische Kinofilm unter dem Titel „Feuerwerk am hellichten Tage“ in den deutschen Kinos zu sehen sein. Ich bin gespannt. Am Ende ist es nämlich die Kunst, die zählt.

Links:

Trailor zu Feuerwerk am hellichten Tage
– Original mit deutschen Untertiteln: „Feuerwerk am hellichten Tage“
– deutsche Version: „Feuerwerk am hellichten Tage“

Trailor zu Transformers 4: „Transformers 4“

Chinesische Filmindustrie http://german.cri.cn/3105/2014/07/16/1s219749.htm

 

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