Berlin City-Guide 2014: Die Litfaßsäule – eine runde Sache macht Werbung

Litfaßsäulen in Berliner U-Bahnhof_Im letzten Herbst besuchte mich meine chinesische Tante aus Kanada. Sie war zum ersten Mal in Berlin und sehr begeistert von unserer schönen, lauten und bunten Hauptstadt – vom Brandenburger Tor, Nikolaiviertel, Potsdamer Platz und dem Check-Point-Charlie. Als wir auf dem Ku’damm entlangspazierten, fotografierte sie gleich mehrmals den großen „Stern“ eines Autoherstellers auf dem Europa-Center. Ein Markenzeichen, das sie kannte. Was sie jedoch nicht kannte, war die Litfaßsäule, die neben ihr stand. „Was ist das?“, fragte sie mich erstaunt. Ich erklärte ihr die Funktion der Werbesäule und dass sie schon sehr alt war.

So entstand mein Artikel über die Litfaßsäule im Berlin City-Guide 2014 von East meets West – zu lesen in chinesischer Sprache. Für meine Tante und alle zukünftigen chinesischen Touristen, die in Berlin auf Entdeckungstour gehen. Für alle anderen hier nun mein Text auf Deutsch.

Typisch Berlin! Die Litfaßsäule – eine runde Sache macht Werbung

Mit dem Werbeslogan „Sei Berlin – Be Berlin“ lädt Berlin Touristen aus aller Welt ein, die Vielfalt der Stadt zu entdecken. Werbung hat in Berlin eine lange Tradition: Vor mehr als 150 Jahren hatte ein Berliner die Idee, große Säulen auf dem Gehweg mit Werbeplakaten zu bekleben – so entstand die nach ihm benannte „Litfaßsäule“.

Beim Spaziergang durch die Berliner Straßen trifft jeder Tourist zwangsläufig auf sie: Die runden Litfaßsäulen. Sie stehen an Straßenecken, meistens in der Nähe von Ampeln, und werden regelmäßig mit bunten, großen Plakaten beklebt, die über aktuelle Konzerte, Theateraufführungen, Ausstellungen oder den Start eines neuen Kinofilms informieren.

Litfaßsäule Litfaß-Platz Berlin

Litfaßsäule auf dem Litfaß-Platz 1 in Berlin

Die Litfaßsäule ist eine Marketingidee der ersten Stunde – und eine typische Berliner Erfindung. Ernst Theodor Litfaß (1816-1874), ein Berliner Verleger und Buchdrucker, ärgerte sich über das „wilde Plakatieren“ in der Stadt. Werbeplakate sollten nicht mehr wahllos an Häuserwänden oder Mauern kleben, sondern ordentlich an eigens dafür erstellten „Anzeigensäulen“ angebracht werden. Zu diesem Zweck ließ er im Jahr 1855 zunächst 100 Säulen in ganz Berlin aufstellen. Seine Erfindung machte ihn zu einem reichen Mann. Heute gibt es Tausende von Litfaßsäulen in ganz Deutschland.

Neben modernen Varianten aus Kunststoff oder mit beweglichen Displays findet man in Berlin noch viele traditionelle Litfaßsäulen, beispielsweise am Kurfürstendamm. Trotz der Konkurrenz von blinkenden Leuchtreklameschildern und Megaplakaten sind sie weiterhin sehr beliebt – ein gutes altes Stück Berliner Tradition, das zum Stadtbild einfach dazugehört.

In Erinnerung an den Erfinder wurde 2011 der Litfaß-Platz in der Nähe des Hackeschen Marktes eingeweiht und eine riesige Litfaßsäule aufgestellt.

 

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