Chinesischer Staatscircus „Mei Li“ – ein Feuerwerk der Akrobatik

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Applaus, Applaus und Manege frei!

Diesen Samstag stand „Zirkus“ auf meinem Wochenendprogramm und zwar ein ganz besonderer – ohne Elefanten-, Tiger- oder Pferdedressur: Der Chinesische Staatscircus hat seine Zelte am Berliner Olympiastadion aufgeschlagen und gastiert seit Ende Juli in der Hauptstadt.

Was die chinesische Zirkustruppe dem Berliner Publikum präsentiert, ist wunderschön anzusehen, farbenprächtig, temporeich und auf höchstem Niveau. Akrobaten in teils schrill bunten, glitzernden Kostümen, die an das Design der 80er Jahre erinnerten, vollführen ihre waghalsigen Kunststücke mit erstaunlicher Leichtigkeit und Bravour. Erzählt wird Mei Lis Geschichte – der Traum eines kleinen Mädchens, das als berühmte Akrobatin eines Tages auf der Bühne stehen will. Mei Li betritt die Manege: Die Übung mit dem Diabolo gelingt anfangs nicht. Moment – das ist Absicht. Traurig setzt sie sich auf den Boden und verschränkt die Arme vor dem Gesicht. Dann beginnt ihr Traum. Basierend auf einer wahren Geschichte aus den 1930ern.

Ob spektakuläre Diabolo-Wurftechniken in der Gruppe, die fantastische Seilakrobatik eines jungen Mannes auf dem Einrad, eine Menschenpyramide auf Stühlen, Balljonglieren mit den Füßen oder präzise Sprünge durch Plastikringe – es ist erstaunlich, was die jungen Künstler auf der kleinen, runden Fläche in Rot alles vollbringen. Das ist harte Arbeit. Fast zwei Stunden lang. Trotzdem sieht man es keinem an, wie anstrengend das Training für solche Kunststücke sein muss.
Es gibt Momente, die überraschen, verzaubern, besonders am Schluss, wenn Mei Li das Diabolo erneut in die Hand nimmt und es fehlerfrei in die Luft wirft und wieder auffängt. Jeder kann seine Träume wahr werden lassen, möchte man schlussfolgern. Ein glückliches Ende also.

Trotz der Größe des Zelts ist man hautnah dran. Wird die Übung gelingen? Ja, alles funktioniert. Manch schwierige Nummer gelingt erst beim zweiten Mal. Aber das ist menschlich und sehr sympathisch. Hier ist alles live, und das macht die Vorführung so spannend.

Selbst der Platzregen kann die chinesischen Akrobaten nicht aus der Ruhe bringen. Ebensowenig die grölenden Herthafans, die ihre Fußballmannschaft nebenan lautstark anfeuern. Zum Glück spielt die Musik vom Band ausreichend laut, um die Geräuschkulisse von draußen zu übertönen. Klassische Chinamusik, die man erwartet, wird vom Band gespielt, dazwischen viel westlich angehauchte Popmusik und auch psychodelisch anmutende Klänge. Eine abwechslungsreiche Mischung. Wie das gesamte Programm. Chapeau!

Wer die Show noch nicht gesehen hat, sollte sich beeilen. Der chinesische Zirkus ist noch bis zum 18. August in Berlin.

Mehr Infos unter http://www.mei-li.eu

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