Kleiner China-Knigge: Essen im Restaurant

„Sik tzo fan mei“ – haben Sie schon gegessen? In Hongkong gehört diese Frage zum guten Ton. Sie ähnelt der westlichen Frage: „Wie geht’s?“ und ist die übliche Begrüßungsformel, wenn man eine bekannte Person trifft oder mit ihm oder ihr telefoniert. Das Ritual beinhaltet in der Regel nicht den Hintergedanken, jemanden zum Essen einzuladen, es sei denn, man hat dies tatsächlich vor. Gelegenheiten gibt es genug. Besucht man mit Verwandten, Freunden oder Gästen ein chinesisches Restaurant, dann gibt es ein paar Regeln, die man sich merken sollte:

China-Knigge Essen

  1. Einer bestellt und einer bezahlt. Wer bezahlt, ist meist derjenige, der bestellt. Verwirrung? Nein. Im Gegenteil. Das nächste Mal ist  ein anderer an der Reihe. Und die Nerven der Kellner, die nur eine Rechnung erstellen müssen, bleiben verschont.
  2. Die wichtigste Person sitzt mit dem Gesicht zur Tür. Das ist gut, denn so hat er oder sie alles im Blick.
  3. In chinesischen Restaurants speist man meistens in großer Runde und an runden Tischen. Wer die Gerichte bestellt, wählt für alle aus. Verschiedene Speisen werden in die Mitte des Tisches platziert und jeder darf sich bedienen. Einige Tische verfügen über eine Drehscheibe in der Mitte. Das erleichtert das gemeinsame Essen sehr. Je nach Belieben können die Platten auf der Scheibe hin und her gedreht werden. Fragen wie „Wer hat von meinem Tellerchen gegessen?“ werden folglich nicht vorkommen.
  4. Löffel und Gabel? Ja, gibt es auch in chinesischen Restaurants, wie das Foto oben beweist. Grundsätzlich wird aber mit Stäbchen  gegessen und das lernen schon die ganz Kleinen.Also: Übung macht den Meister! Reis, Fleisch und Gemüse werden mit den Stäbchen aus der Schüssel in den Mund „geschaufelt“. Nur keine Sorge, das ist nicht peinlich. Vielmehr wäre es unhöflich, jedes einzelne Reiskorn mit den Stäbchen zu erfassen, das würde nämlich viel zu lange dauern.

    Restaurant in Hongkong

    Restaurant in Hongkong

  5. Das Essen hat vorzüglich geschmeckt, aber nichts geht mehr in den vollen Magen. Ein kleiner Rest darf  ruhig übrig bleiben. Es wäre sonst ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Eingeladene nicht satt geworden ist. Die Folge: ein Gericht nachbestellen und dann platzt womöglich doch noch der Hosenknopf.
  6. Zum Essen gibt es meist Tee, den man der Reihe um nachschenkt, bevor man sich selbst eingießt. Neigt sich der Tee schließlich dem Ende entgegen, dann einfach den Deckel der Teekanne auf den Rand schieben und nach kurzer Zeit wird ein Kellner heißes Wasser nachgießen.
  7. Schlürfen oder andere „Nebengeräusche“ gehören zum Essen dazu und sind erlaubt. Natürlich sollte man es nicht übertreiben, aber da es in der Regel eh sehr laut zugeht, wird jeder über das eine oder andere Geräusch hinwegsehen und -hören.
  8. Suppe wird nicht am Anfang, sondern zum Ende des Essens gereicht. Beendet wird die Mahlzeit mit Obst wie Orangen, Weintrauben oder Melone. Vitamine statt Mousse au Chocolat heißt die Devise! Das schon die Hüften und die Waage.

Dann guten Appetit! Und: Heute schon gegessen?

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